Neurodermitis: Wenn die Haut brennt

Neurodermitis ist eine Krankheit der Kinder und Jugendlichen, die immer häufiger auftritt: 20 Prozent, also jeder fünfte junge Österreicher, leidet mittlerweile an der Hautkrankheit.

Sie äußert sich in einem quälenden Juckreiz, Rötungen, nässenden Ekzemen und Schuppungen. Bis zur Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter verschwindet das Leiden oft von selbst. Nur ein bis drei Prozent der Österreicher über 25 Jahren bleiben betroffen. Neuerkrankungen unter Erwachsenen kommen selten vor. Neurodermitis wird auch atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem genannt. Trat das Leiden bei seiner Entdeckung im 19. Jahrhundert noch vereinzelt auf, sind heute hierzulande wie auch in allen anderen westlichen Industriestaaten der Welt bis zu 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen betroffen. Experten vermuten, dass die heute im Vergleich

zu früher intensiven Hygienemaßnahmen die Entstehung der Krankheit begünstigen. Nach dieser sogenannten Hygiene-Hypothese wird das Immunsystem durch häufiges Waschen weniger oft mit krankmachenden Erregern konfrontiert, hat zu wenig Übung und überreagiert daher bereits, wenn es mit harmlosen Substanzen wie Blütenpollen, Hausstaubmilben, Tierhaaren oder bestimmten Nahrungsmitteln in Kontakt kommt. Die Überempfindlichkeit des körpereigenen Abwehrsystems äußert sich bei Neurodermitikern in Form von Juckreiz, Rötungen, nässenden Ekzemen oder
schuppiger Haut.
Die Folge ist ein Teufelskreis: Auf das Jucken folgt Kratzen, die Haut wird rissig. Durch die rissige Haut können die verschiedenen, wiederum den Juckreiz auslösenden Substanzen leichter in die Haut eindringen und die Symptome verstärken bzw. neuerlich auslösen. Andere vermutete Ursachen für die Verbreitung der Krankheit sind zunehmende Überempfindlichkeiten gegenüber Klimafaktoren wie Kälte und trockene Luft, Schwankungen im Hormonhaushalt, aber auch zunehmende psychische Belastungen. Und schließlich spielen vor allem auch die Gene eine Rolle. Wenn beide Eltern Neurodermitiker sind, hat ein Kind ein 70-prozentiges Risiko, ebenfalls an Neurodermitis zu erkranken.

Text: Journal, Foto: own work; Bernd Untiedt at de.wikipedia

28. Dezember 2011 um