Nach mildem Wetter droht erste „Grippewelle“

Im heurigen Jahr gab es laut dem Arzt und Infektiologen  Dr. Gernot Walder erst einen Fall von Influenza in Osttirol – aber in den nächsten Tagen soll die Gefahr ansteigen.

Von Jänner bis Ende März dauerte im Vorjahr die „Influenza-Saison“. „Das war ungewöhnlich lange“, so der Hygienefacharzt und Infektiologe Dr. Gernot Walder, „jetzt kommt wieder die Zeit, in der die Gefahr für eine Ansteckung mit dem Virus steigt.“ Influenza sei jener Virus, der Krankheiten verursache, die wir gemeinhin als „Grippe“ bezeichnen. „Es gibt aber die verschiedensten Viren, die ähnliche Symptome hervorrufen“, erklärt der Arzt. Influenza verursache sehr schnell eine merkbare Erkrankung, und man sei durchschnittlich drei bis vier Tage außer Gefecht. „Das klingt und ist normalerweise zwar relativ harmlos, auf der anderen Seite hat es im letzten Jahr im Bezirk Lienz mindestens zwei Tote durch Influenza gegeben“, so Walder.

Vor allem ältere Menschen seien häufig betroffen. Im Winter würden sich die Viren leichter verbreiten, weil sie länger an der Oberfläche bleiben und die Erreger bei tieferen Temperaturen länger überleben. „Heuer haben wir in Osttirol erst einen Influenza-Fall gehabt, das war ein Tourist“, so Walder. Er empfiehlt zum Schutz einerseits die Impfung und andererseits die Einhaltung von Hygienemaßnahmen. „Die Impfung macht im Regelfall der Hausarzt. Normalerweise lässt man sich im November oder Dezember impfen. Es ist aber auch jetzt noch nicht zu spät, es dauert ca. zwei Wochen, bis man vollen Schutz hat“, erklärt der Infektiologe. Er ist im Bezirkskrankenhaus Lienz der zuständige Hygienefacharzt. „Man sollte jetzt keine Besuche im Krankenhaus machen, wenn man sich erkältet oder nicht ganz gesund fühlt. Es besteht dann nämlich die Gefahr, dass man mit der Illustrierten und den Blumen auch den Virus in das Spittal mitbringt“, so Walder.

Das Einhalten von Standardhygienemaßnahmen sei derzeit besonders wichtig, um die Verbreitung des Influenza-Virus  einzudämmen. „Händewaschen vor dem Essen und Trinken ist eine Maßnahme, nicht in die Hand, sondern in ein Einweg-Taschentuch husten oder niesen eine andere.“ Dr. Gernot Walder – er ist niedergelassener Arzt in Außervillgraten und Notarzt – empfiehlt vorbeugend dynamische Sportarten, wie Langlaufen oder Skitourengehen, um das Immunsystem zu stärken. „Man sollte sich aber nicht verausgaben. Wer derartige Sportarten nicht betreiben kann, sollte Spazierengehen und sich leicht bewegen. Dies alles kann aber eine Impfung nicht ersetzen“, so der Arzt abschließend.

Text: Raimund Mühlburger, Foto: clipart 

 

 

24. Januar 2014 um