LR Annette Leja: „Impfen schützt Kinder vor Corona-Langzeitfolgen!“
Die Zahl der Kinder mit Folgeerkrankungen nach Corona-Infektionen nimmt zu. An der Kinderklinik Innsbruck beobachtet man vermehrt Fälle des „PIMS-Syndroms“ und von „MIS-C“.
Mit Stand Mittwoch, 5. Jänner 2022, haben in Tirol über 8.000 Kinder im Alter zwischen 5 und 11 Jahren zumindest eine erste Teilschutzimpfung gegen das Coronavirus erhalten – für Gesundheitslandesrätin Annette Leja angesichts der zunehmenden Anzahl von Kindern, die an Langzeitfolgen leiden, eine erfreuliche Entwicklung. „Kinder leiden zwar seltener als Erwachsene an schweren Covid-Erkrankungen, trotzdem kommt auch das vor. Vor allem die Zahl jener Kinder, die nach einer durchgemachten Erkrankung – auch bei milden oder asymptomatischen Verläufen – an Langzeitfolgen leiden, nimmt rapide zu“, berichtet Leja.
November 2021: Mehr Corona-PatientInnen als im gesamten Jahr 2020 an der Pädiatrie Innsbruck
Eine starke vierte Welle und nun die Omikron-Variante: Zahlreiche Aspekte tragen zu einem Anstieg der Corona-Fälle bei Kindern bei. Die Zahlen, die von der Universitätsklinik für Pädiatrie in Innsbruck vorliegen, sprechen eine deutliche Sprache: Es mussten alleine im vergangenen November 17 Kinder stationär aufgenommen werden, um nur zwei weniger als im gesamten Jahr 2020. Mussten 2020 noch insgesamt 40 Kinder im Zusammenhang mit Corona behandelt werden, so waren es im Jahr 2021 insgesamt 121 mit Covid assoziierte PatientInnen. 35 Prozent von ihnen mussten stationär aufgenommen und rund fünf Prozent intensivmedizinisch betreut werden.
„Der Überbegriff MIS-C steht für ein Multi-Entzündungssyndrom bei Kindern, das nach einer Covid-Infektion auftreten kann. Ursache für die Entzündungsprozesse ist vermutlich eine verzögerte Überreaktion des Immunsystems auf persistierende Virusbestandteile. Die Zahl der PatientInnen, die diesem Syndrom zugeordnet werden, steigt in jeder Welle an“, erklärt Klaus Kapelari, leitender Oberarzt an der Pädiatrie in Innsbruck.
Allein im Zeitraum zwischen Ende Dezember 2021 und Anfang Jänner 2022 wurden sechs PatientInnen als Folge des Höhepunkts der vierten Welle mit MIS-C an der Kinderklinik behandelt. Keine(r) der Corona- bzw. MIS-C-PatientInnen an der Kinderklinik (0 bis 18 Jahre) war geimpft.
„Selbst wenn Kinder Gott sei Dank nur selten schwer erkranken, ist das Risiko ohne Impfung schwere und auch dauerhafte gesundheitlich Probleme durch eine Infektion zu bekommen, jedenfalls wesentlich höher, als das Risiko durch die Impfung eine Impfreaktion oder eine Nebenwirkung zu erleiden“, so Kapelari. Thomas Müller, Direktor der Kinderklinik in Innsbruck, ergänzt: „Zwei unserer aktuellen MIS-C-PatientInnen leiden aufgrund der Erkrankung nun an schweren Herzproblemen und mussten auf der Intensivstation behandelt werden.“
Impfmöglichkeiten für Kinder ab 5 Jahren
Die Impfung von Kindern zwischen 5 und 11 Jahren ist in den Impfstraßen des Landes, bei niedergelassenen KinderfachärztInnen sowie in einigen Bezirkskrankenhäusern möglich. Eine vorherige Anmeldung über www.tirolimpft.at oder der jeweiligen Kinderarztpraxis ist jedenfalls erforderlich. Kinder erhalten ein Drittel der üblichen Dosis des Impfstoffs von BioNTech/Pfizer.
„Für die Jüngsten in unserer Gesellschaft stand lange kein Impfstoff zur Verfügung – gerade sie litten und leiden jedoch besonders an den Maßnahmen, den eingeschränkten sozialen Kontakten und den Einschnitten im Bildungsbereich. Gemeinsam wollen sich das Land Tirol und die Kinderklinik Innsbruck dafür einsetzen, unseren Jüngsten ein Stück normale Kindheit in dieser auch für sie so schweren Zeit zurückzugeben. Helfen auch Sie mit und melden Sie Ihr Kind jetzt zur kostenlosen Impfung an“, appellieren die Gesundheitslandesrätin und die beiden Ärzte.
Alle Informationen zur Kinderimpfung auf www.tirolimpft.at
Text: Redaktion, Symbolfoto: AdobeStock/famveldman