Lienz: Neues Institut für Gesundheitsbildung offiziell eröffnet
Rund 11,85 Millionen Euro wurden in das neue Institut für Gesundheitsbildung (igb) investiert, das auch einen Standort des Osttiroler Kinderbetreuungszentrums umfasst.
Mit dem neuen Institut in unmittelbarer Nähe des Bezirkskrankenhauses Lienz wurden mehr Raum für Lehrende und insgesamt 127 Auszubildende in den Bereichen Pflegefachassistenz, Pflegeassistenz, Heimhilfe und dem Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege sowie eine Kinderbetreuungseinrichtung direkt vor Ort geschaffen.
Gemeindeverbandsobmann Bgm. Ing. Bernhard Zanon konnte zahlreiche VertreterInnen aus Politik und Gesundheitswesen sowie der bauausführenden Firmen bei der Eröffnung am Freitag, 18. November, begrüßen. „Wir sind froh und dankbar um die Weitsicht, die sich in der großzügigen Unterstützung des Landes widerspiegelt – die Pflegeausbildung in Lienz wird gestärkt und dem neuen Haus der richtige Stellenwert zuerkannt“, so der Gemeindeverbandsobmann.

„Die Pflege ist der Kern unserer Daseinsvorsorge. Daher werden vom Land Tirol weiter konkrete Maßnahmen umgesetzt, um die Pflege in Tirol zu fördern und zu stärken. Denn mit dem Ausbau der Pflegeausbildung an weiteren Standorten, der Erweiterung von flexiblen Ausbildungsmöglichkeiten sowie der finanziellen Unterstützung für Auszubildende legen wir heute den Grundstein für unsere künftige Gesundheitsversorgung“, betonte Gesundheitslandesrätin Dr. Cornelia Hagele.

Bauverantwortlicher Mag. Josef Gumpitsch vom BKH Lienz gewährte einen Einblick in die Ausmaße des Gebäudekomplexes: „Das Gebäude weist 3.650 m² Bruttogeschossfläche und eine Baumasse von 16.500 m³ auf. 1.250 m³ Beton wurden verbaut. Die Kostenschätzung lag bei 8,25 Mio. Euro. Die Ist-Kosten belaufen sich auf 11,85 Mio. Euro. Die Steigerungen ergaben sich vor allem durch die Bauphysik, die Anpassung an den Stand der Technik, die hochwertige Außenfassade und die allgemeine Baukostensteigerung.“
Dekan Dr. Franz Troyer nahm die Segnung des neuen Instituts und der Kinderbetreuungseinrichtung vor.
„Seit der Gründung der Gesundheits- und Krankenpflegeschule am BKH Lienz im Jahr 1959 wurden die Ausbildungsmöglichkeiten stetig erweitert. So werden mittlerweile neben der zweijährigen Pflegefachassistenz- und der einjährigen Pflegeassistenz-Ausbildung seit 2019 ein dreijähriges Bachelor-Studium im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege sowie nach Bedarf ein Lehrgang zur Heimhilfe angeboten“, informierte Direktorin Mag. Manuela Girstmair.
v.l.n.r.: GV-Obmann Bgm. Ing. Bernhard Zanon, Bgm. LA DI Elisabeth Blanik, Claudia und Dr. Andreas Köll
Für seine Leistungen um das BKH Lienz, den Bezirk im Gesamten und den Bau des neuen Instituts wurde Dr. Andreas Köll geehrt. Der langjährige Matreier Bürgermeister war von 2000 bis in das Frühjahr 2022 Obmann des Gemeindeverbandes Bezirkskrankenhaus Lienz. Die Lienzer Bgm. LA DI Elisabeth Blanik hielt die Laudatio. „Ich möchte insbesondere die unglaubliche Umsetzungskraft von Andreas Köll betonen. Du hast neben verwaltet auch immer gestaltet. Dein Motto lautete immer ,Osttirol first‘. Während der Pandemie sind wir an unsere Grenzen gestoßen, und wir sind froh, dass wir in dieser Zeit dich an dieser Position hatten – insbesondere auch wegen deines rechtlichen Wissens. Für die Zusammenarbeit, die immer von gegenseitigem Respekt geprägt war, möchte ich mich bei dir ganz herzlich bedanken“, so Blanik.
Auch der ehemalige Gesundheitslandesrat Dr. Bernhard Tilg ehrte die Leistungen von Andreas Köll. „Unsere rund 13-jährige Zusammenarbeit im Bereich Gesundheitswesen in Tirol und im Speziellen im Bezirk Lienz war vor allem auch abwechslungsreich. Wir haben zwei Spitalsreformen verhandelt. Es gab schöne Debatten über die Notarztversorgung und treffende Debatten betreffend Hubschrauberstützpunkt und Primärversorgung. Ich habe dich immer als großen Kämpfer für die Interessen Osttirols – und hier besonders der Gemeinden – erlebt“, so Tilg.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Martin Lugger