InnichnerInnen kämpfen weiter um ihr Krankenhaus

Die Kath. Frauenbewegung Gsies lud am 9. Mai zu einem Informationsabend über die Zukunft des Krankenhauses Innichen – Initiativgruppe wehrt sich gegen schleichende Aushöhlung.Bereits im Herbst 2010 haben sich Bürgerinnen und Bürger des Hochpustertales zur Initiativgruppe „Pro Krankenhaus Innichen“ zusammengeschlossen. Damals wurde in Südtirol bekannt, dass im Rahmen der so genannten „Klinischen Reform“ die Dienste in den kleinen Krankenhäusern stark beschnitten werden sollen. Zentrale Anliegen der Initiativgruppe sind der Erhalt der Grundversorgung in der derzeitigen Form, die längerfristige Sicherung der Zukunft des Krankenhauses sowie die Sensibilisierung von Politik und Verwaltung in Bezug auf die Wichtigkeit des Krankenhauses für das gesamte obere Pustertal.

Rosmarie Burgmann gab zu Beginn einen Überblick über die derzeitige Situation im Krankenhaus Innichen.

 

Die Gruppe sammelte in kürzester Zeit 15468 Unterschriften für den Erhalt des Grundversorgungskrankenhauses. Mit den sozialen Verbänden des gesamten oberen Pustertales organisierte man am 23. Oktober 2010 eine Kundgebung, bei der rund 3000 TeilnehmerInnen vom Bahnhof über die Fußgängerzone zum Krankenhaus von Innichen marschiert sind. Im Herbst 2012 ist der Primar der Gynäkologie in den Ruhestand getreten und obwohl schon im Mai 2012 angesucht wurde, ist die Stelle bis heute nicht nachbesetzt worden. Diese Tatsache hat im Herbst 2012 die Initiativgruppe wieder aktiv werden lassen. Im November 2012 wurde ein offener Brief an die Verantwortlichen in Politik und Sanitäts-Verwaltung geschickt, in welchem wiederum die Forderungen aus dem Jahr 2010 formuliert wurden.

Klaus Rainer, Mitglied der Initiativgruppe und der SVP-Bezirksparteileitung, legte in anschaulicher Weise die Struktur und die angebotenen Dienste am Krankenhaus dar.

 

Die Katholische Frauenbewegung hat am 9. Mai 2013 in Pichl/Gsies einen Informationsabend veranstaltet. Rosmarie Burgmann, Sprecherin der Gruppe, stellte eingangs die aktuelle Situation dar. „Das Krankenhaus Innichen stellt die medizinische Grundversorgung auf hohem Niveau sicher und ist außerdem mit 190 Angestellten der größte Arbeitgeber im Hochpustertal“, erklärte Burgmann. Klaus Rainer, Mitglied der Gruppe und der SVP-Bezirksparteileitung, gab einen Einblick in die Struktur und Dienste des Innichner Krankenhauses. „Unser Krankenhaus hat seine Hausaufgaben gemacht. Bereits in den letzten Jahren wurden stetig Dienste zusammengelegt und optimiert. Von ehemals 120 Akutbetten haben wir derzeit noch 53 – deshalb sind weitere Kürzungen nicht tragbar“, so Rainer. Dr. Jakob Engl, Primar der Anästhesie in Ruhe und ehemaliger ärztlicher Leiter am Krankenhaus Innichen, zeigte die Vorzüge von kleinen Krankenhäusern auf und unterstrich deren Wichtigkeit für die umfassende ärztliche Grundversorgung auf dem Land.

Dr. Jakob Engl, ehemaliger Primar und ärztlicher Leiter, unterstützt die Initiative und referierte über die Bedeutung von kleinen Krankenhäusern in Südtirol.

 

Wie es mit dem Krankenhaus Innichen weitergehen soll, wird LR Dr. Richard Theiner am 21. Mai 2013 im Rahmen einer Bürgerversammlung im Josef Resch Haus in Innichen darlegen. „Neuesten Informationen zufolge soll die Primarstelle für Gynäkologie und Geburtshilfe noch im Mai ausgeschrieben werden. Vielleicht kann Landesrat Theiner dann schon mehr über die Nachbesetzung der vakanten Pimarstelle sagen“, so Christina Zacher, Mitglied der Initiativgruppe „Pro Krankenhaus Innichen“, abschließend.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Journal/L. Sulzenbacher

13. Mai 2013 um