Innichnerin erhält Tiroler Förderpreis für Wissenschaft

Univ.-Prof. Dr. Jörg Striessnig erhielt am Montag, 15.10., den Tiroler Landespreis für Wissenschaft und die Innichnerin Dr. Katrin Watschinger den Förderpreis des Landes.

„Durch sein Einbringen eines hochkompetitiven Spezialforschungsbereiches beim Österreichischen Wissenschaftsfonds an der LFU Innsbruck gewinnen auch die beiden Innsbrucker Universitäten neue Impulse im Bereich der neurowissenschaftlichen Forschung“, sagte Wissenschafts- und Gesundheitslandesrat DI Dr. Bernhard Tilg bei der Verleihung des Tiroler Wissenschaftspreises an Univ.-Prof. Dr. Jörg Striessnig am Montag, 15. Oktober 2012. Auf Vorschlag Striessnigs wurde außerdem gleichzeitig die aus Innichen stammende Chemikerin Dr. Katrin Watschinger mit dem mit 4.000 Euro dotierten Förderpreis des Landes Tirol ausgezeichnet.

Striessnigs Forschungsschwerpunkte liegen in der Aufklärung, Funktion und Veränderung spannungsabhängiger Kalziumkanäle. Die in der Zellmembran liegenden Eiweiße beeinflussen neben der Herzkraft, dem Blutdruck und dem Gedächtnis unter anderem das emotionale Verhalten sowie das Hören, Sehen und Lernen. Seine Forschungsarbeit auf diesem Gebiet hat wesentlich zum Verständnis von Migräne, Herzrhythmusstörungen oder der Nachtblindheit beigetragen. In Kooperation mit deutschen GenetikerInnen entdeckten er und sein Forschungsteam auch eine neue genetische Erkrankung, bei der die Betroffenen von Geburt an taub sind und an unregelmäßigem sowie verlangsamtem Herzschlag leiden.

„Wissenschaft und Forschung sind ein wichtiges zukünftiges Handlungsfeld im globalen Standortwettbewerb. Die Förderung von Jungwissenschaftlerinnen und Jungwissenschaftlern ist dem Land Tirol daher ein ganz besonderes Anliegen“, freute sich LR Tilg über die Zuerkennung des Förderpreises an Katrin Watschinger. Derzeit forscht Watschinger mit einem „Erwin-Schrödinger-Auslandsstipendium“ des österreichischen Wissenschaftsfonds an der University of Oxford in England an der Regulation und Funktion von Alkylglycerol Monooxygenase. Das fettspaltende Enzym reguliert unter anderem den Fettstoffwechsel. 2010 entdeckte die Chemikerin jenen Gen-Abschnitt, der den Bauplan dieses Enzyms enthält. Im Februar 2013 kehrt Watschinger in die Arbeitsgruppe von Professor Ernst Werner am Biozentrum der Medizinischen Universität zurück.

Katrin Watschinger wurde am 17. März 1979 in Innichen geboren. Die 33-jährige Südtirolerin studierte an der LFU Innsbruck Chemie mit Spezialisierung in Biochemie. Watschinger kann zahlreiche wissenschaftlich anerkannte Veröffentlichungen sowie Forschungsaufenthalte in Montpellier, Wien, London und Oxford vorweisen. Zudem wurde sie bereits mehrfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Seit 2011 lehrt die Chemikerin an der Medizinischen Universität Innsbruck.

Text: Raimund Mühlburger, Foto: Land Tirol/Pidner

16. Oktober 2012 um