Hospiz-Gemeinschaft forciert Arbeit in Osttirol

Am 27.10. stellten die Vorsitzende der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft, Elisabeth Zanon, und Reinhilde Tabernig, Leiterin der Regionalstelle Lienz, die Ziele der Hospizbewegung vor.

Die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft ist heute als anerkannte Institution zur Begleitung und Betreuung schwer kranker und sterbender Menschen und ihrer Angehörigen in unserem Land nicht mehr wegzudenken. Seit 20 Jahren verfolgt die Organisation das Ziel, dem Tod den Schrecken zu nehmen und den Wert des Lebens bis zu seiner letzten Minute in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen. Von Beginn an engagierte sich die Hospiz-Gemeinschaft auch dafür, den Tod und das Sterben in der Gesellschaft zum Thema zu machen und damit einen längst notwendigen Tabubruch herbeizuführen.

„Wir bieten einen Rastplatz, eine Herberge für schwer kranke, sterbende Menschen und deren Angehörige“, betont die gebürtige Lienzerin Dr. Elisabeth Zanon, die seit Anfang 2012 der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft als Vorsitzende vorsteht. Im Rahmen eines Pressegespräches präsentierte sie am Samstag, 27.10., gemeinsam mit der Regionalbeauftragten für den Bezirk Lienz, Reinhilde Tabernig, und Mag. Anton Klocker als Vertreter eines der Hauptsponsoren, der Stiftung der Lienzer Sparkasse, die Aufgaben und Zielsetzungen der Organisation. Über 250 ehrenamtliche MitarbeiterInnen betreuen derzeit im Rahmen der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft, gemeinsam mit einem professionellen Team an Palliativmedizinern und -pflegern, sterbene und schwer kranke Menschen und stehen den betroffenen Familien mit Rat und Tat zur Seite.

In Lienz verfügt die Hospiz-Gemeinschaft seit Jänner 2012 über ein Regionalbüro, in dem Reinhilde Tabernig für die Koordination und Vernetzung bereits bestehender Hospizgruppen verantwortlich zeichnet und als Anlaufstelle für alle Fragen zum Thema Hospiz und ehrenamtliche Hospizbegleitung fungiert. Standort des Regionalbüros ist das Bezirkskrankenhaus Lienz, in dem neben der professionellen Palliativtherapie sterbende Menschen von ehrenamtlichen Hospiz-MitarbeiterInnen begleitet werden können. In Osttirol sterben lt. einer Studie, so Dr. Zanon, rd. 60 Prozent der Menschen im Krankenhaus und rd. 40 Prozent zu Hause.

Seit April 2012 absolvieren in Osttirol 15 Ehrenamtliche eine Ausbildung, um Sterbende und deren Familien zu Hause, im Krankenhaus oder Pflegeheim unterstützen zu können. Im Jänner 2013 startet ein zweiter Ausbildungskurs, für den noch Plätze frei und Bewerbungen erwünscht sind. Interessierte können sich unter der Telefonnummer 0676/8818885 im Hospiz-Büro Lienz informieren. Pro Teilnehmer fallen Kosten von 150,- Euro an. „Erfahrungsgemäß bleibt etwa die Hälfte der Kursteilnehmer der Hospiz-Bewegung erhalten“, erklärte dazu Reinhilde Tabernig, die das Engagement der Ehrenamtlichen in Osttirol besonders hervorhob: „Ich glaube, dass alle Teilnehmer des diesjährigen Kurses sich in Zukunft für unsere Sache engagieren werden. Wir sind auch dabei, einen Chor – das Hospizensemble – ins Leben zu rufen, sozusagen als musikalische Kraftquelle für die ehrenamtlich Tätigen.“

Text und Foto: Journal/Kraner

27. Oktober 2012 um