Rotes Kreuz Osttirol: „Erste Hilfe“-Tipps und Informationen in Corona-Zeiten

Auch während der Corona-Krise muss man eine zumutbare Erste Hilfe leisten. Das Absetzen des Notrufes ist jedenfalls Pflicht. Wer unsicher ist, den unterstützt die Rettungsleitstelle.

Vorab: Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) ist vor fremden Menschen sinnvoll. Genauso nützlich ist es, wenn erkrankte/verletzte Personen einen MNS tragen. Ebenso sinnvoll ist es, vor und nach jeder Erste-Hilfe-Leistung die Hände mit Seife warm und gründlich zu waschen bzw. zu desinfizieren. Bei Vorhandensein von Einmalhandschuhen sollten diese verwendet werden.

Überprüfung der Atmung bei einer reglosen Person

Nach dem Überstrecken des Kopfes und Hochziehen des Kinns beschränkt sich die Kontrolle auf die Beobachtung – ob sich der Brustkorb der betroffenen Person normal hebt und senkt. Wenn keine Lebenszeichen erkennbar sind und deshalb auch keine Atmung vermutet wird, ist umgehend die Rettung anzurufen – 144 – und mit der Herzdruckmassage zu beginnen.

Beatmung bei der Wiederbelebung

Wenn bei der betreffenden Person eine Infektion durch Covid-19 auszuschließen ist, wird die Wiederbelebung, wie üblich mit 30 Herzdruckmassagen und 2 Beatmungen durchgeführt; bei Unsicherheit sollte nur die Herzdruckmassage durchgeführt werden. Bei Vorhandensein eines Defibrillators ist dieser zu verwenden!

 

Rettungssanitäter führen für das Rote Kreuz mobile Testungen auf das Corona-Virus durch und bringen die Proben zu den Testlabors. Das Tragen von Schutzbekleidung im Rettungsdienst ist absolut notwendig.

 

Die laufende Fahrzeugdesinfektion gehört zum Alltag eines Sanitäters bzw. Zivildieners.

 

Um die Ausbreitung des Virus zu vermeiden, wurden übrigens in allen Rotkreuz-Bereichen im Bezirk Lienz verschiedenste wirkungsvolle Maßnahmen getroffen. Zusätzlich wurden die Fahrzeuge auf diverse Orte in ganz Osttirol aufgeteilt: Matrei (Wache und Tauernstadion), Lienz (Wache, Städtische Gärtnerei, Dolomitenbad, Jägerheim), Sillian (Wache) und Defereggental (Wache). Jede/r hauptberuflich Beschäftigte hat einen fix zugeteilten Zivildiener, um auch hier durch ein „konstantes Team“ das Infektionsrisiko zu minimieren. First Responder – die Ersthelfer aus der unmittelbaren Nachbarschaft – werden derzeit nur in Fällen von Lebensbedrohung (d.h. Herz- und Lungenwiederbelebung) alarmiert und sind mit besonderen Hygienesets ausgerüstet. Für den Transport von Dialysepatienten und Insassen des Wohn- und Pflegeheimes gibt es Sonderregelungen bei der Patientenübernahme bzw. -übergabe, die nach Rücksprache mit dem zuständigen Pflegepersonal sowie unter Einhaltung besonderer Sicherheitsmaßnahmen erfolgt.

Informationen über derzeit ausgesetzte Erste Hilfe-Kurse, geplante Termine bzw. die Anmeldung findet man auf der Homepage: www.roteskreuz-osttirol.at oder erhält man über die Soziale Servicestelle unter der Tel.: 04852/62321.

 

Text: Redaktion, Fotos: ÖRK

30. April 2020 um