Ein Gespräch, das Leben retten kann: „Movember – der Talk“ in Lienz
Die Veranstaltung „Movember – der Talk“ zum Thema Männergesundheit am Donnerstag, 28. November, im Irish Pub „The Celts“ in Lienz lockte zahlreiche Besucherinnen und Besucher an.
Mit der Veranstaltungen setzten Lienzer Urologen und die Selbsthilfe Osttirol ein wichtiges Zeichen rund um die Themen Prostatakrebs, Hodentumor, Darmkrebs, psychische Gesundheit und Vorsorgeuntersuchungen. Ziel war es, das Tabuthema Männergesundheit in den Fokus zu rücken und dabei Männer und ihre Familien zu ermutigen, offen über gesundheitliche Herausforderungen zu sprechen.
Neben dem urologischen Primararzt des BKH Lienz, Dr. Hubert Volgger, und dem ersten Oberarzt der Abteilung, Dr. Andreas Martinschek, referierten auch der Urologe Dr. Christoph Buchberger und der chirurgische Primararzt Dr. Arvin Imamovic in lockerer Atmosphäre über Themen, die das „starke Geschlecht“ auch mal schwach erscheinen lassen.
„Viele Erkrankungen können rechtzeitig erkannt und behandelt werden, wenn man den Mut hat, über seine Gesundheit zu sprechen und den ersten Schritt zu tun“, betonte Dr. Volgger. „Durch unsere letztjährige Veranstaltung konnten wir viele Männer zur Vorsorge motivieren. Bei einigen wurde dabei ein Tumor entdeckt, den wir bereits erfolgreich behandeln konnten. Diese Männer sind heute wieder tumorfrei“, so der Primararzt rückblickend.
v.l.n.r.: Prim. Dr. Arvin Imamovic, Prim. Dr. Hubert Volgger, Dr. Christoph Buchberger, Dr. Andreas Martinschek
Während die urologische Vorsorge ab dem 45. Lebensjahr beginnt, sollte dem 50-Jährigen eine Vorsorgekoloskopie angeboten werden, um dem Darmkrebs keine Chance zu bieten. Prim. Dr. Arvin Imamovic unterstrich, dass „am BKH Lienz Ärzte arbeiten, die sich als Team verstehen und über die Fachrichtungen hinaus sehr gut zusammen arbeiten“.
Neben den Fachvorträgen stellte Dr. Andreas Martinschek die Idee des „Movember Osttirol“ heraus, sich für die Gesundheit der Männer in der Region einzusetzen und mit Information und Spenden voranzutreiben. „Um das Gesicht der Männergesundheit in Osttirol nachhaltig zu verändern, tragen wir im November einen Schnurrbart“, so Martinschek. Dr. Christoph Buchberger erklärte, dass „man keine Angst vor dem ersten Termin beim Urologen haben muss“.
Als besonders gelungen beurteilten die Anwesenden die lockere und einladende Atmosphäre, die durch ein Quiz zusätzlich untermalt wurde. „Wir wollten keine ernste oder bedrückende Veranstaltung, sondern einen Ort schaffen, an dem man sich wohl fühlt und ungezwungen austauschen kann“, so die Veranstalter.
Die Veranstaltung schloss mit dem emotionalen Appell: „Red ma drüber, Burschen!“. Jeder Mann sollte sich trauen, über seine Gesundheit zu sprechen und Vorsorge ernst zu nehmen. „Wir sollten aufmerksam gegenüber einander sein. Es geht schließlich um das Leben“, so Dr. Hubert Volgger abschließend. Die positive Resonanz des Abends war deutlich spürbar, und viele Teilnehmer betonten, dass sie inspiriert und motiviert nach Hause gehen. „Movember- der Talk“ in Lienz hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig solche Initiativen sind, um das Bewusstsein für Männergesundheit zu stärken.
Text: Redaktion, Fotos: Selbsthilfe Osttirol