Covid-19-Krisen- und Einsatzstab am BKH Lienz wieder hochgefahren

Die Corona-Zahlen steigen in Osttirol rasant an. Aktuell zählt man 189 bestätigte Fälle, am 28.10. waren es noch 90, was mehr als eine Verdoppelung innerhalb von nur 8 Tagen bedeutet.

Auf die neue Lage bereits reagiert hat man am BKH Lienz. Auch hier nimmt die Zahl der Covid-19-Patienten, die einen stationären Aufenthalt benötigen, zu. ÄD Primar Dr. Schmidt, Leiter des Covid-19-Krisen- und Einsatzstabes, informiert. Hier seine heutige Aussendung im Originalwortlaut:

Krisen- und Einsatzstab wieder aktiv

Am 02.11.2020 hat der Obmann des Gemeindeverbandes BKH Lienz den Ärztlichen Direktor erneut mit sofortiger Wirkung die Kompetenz (analog Tiroler Kat-Management-Gesetz) übertragen, als Einsatzkoordinator (Leiter des Krisen- und Einsatzstabes) für alle COVID-19-Bereiche im BKH Lienz zu fungieren. Gleichzeitig wurde der Krisen- und Einsatzstab unseres Hauses wieder entsprechend der, vom Gemeindeverband erlassenen Geschäftsordnung hochgefahren. In den letzten Monaten (nach Beendigung der ursprünglich ausgerufenen Eskalationsstufe 2) war dieser Stab in beratender Funktion tätig. Für alle anderen Bereiche des Regelbetriebes ist gesetzlich die Kollegiale Führung (mit Verwaltungsdirektor und Pflegedirektor) zuständig.

Die aktuelle Situation

Die Zahlen der COVID-19-Neuinfektionen steigen sprunghaft an. Die seitens der COVID-19-Schutzmaßnahmenverordnung bestimmten Maßnahmen, welche seit dem 03.11.2020 gelten, werden frühestens Effekte in zwei bis drei Wochen zeigen können. Bis dahin wird von einer Beruhigung der Lage nicht auszugehen sein. Da mit zunehmenden Durchseuchungsgrad der Bevölkerung auch das Risiko steigt, dass COVID-positive-BesucherInnen im Krankenhaus Infektionen streuen, wurde vom Leiter des Krisen- und Einsatzstabes verfügt (wie es auch aktuelle Empfehlungen des Landes Tirols vorsehen), ein Besuchsverbot auszusprechen.

Besuchsverbot ab 5.11.2020

Dieses Besuchsverbot tritt ab 05.11.2020 in Kraft. Als Ausnahmen des Besuchsverbotes gelten folgende:
• Besuche von palliativ betreuten und sterbenden Patienten
• Besuche von intensivtherapiepflichtigen PatientInnen
• Besuche aus psychosozialer Indikation
• Therapiebesuche im Falle von neurologisch / psychiatrisch / geistig beeinträchtigten PatientInnen
• Besuche von Wöchnerinnen und Kindern durch den Vater/die Mutter des Kindes

Die bisherigen Ausnahmen betreffend Begleitpersonen (bei Kindern, Geburten, PatientInnen mit Demenz und/oder in Palliativbetreuung, Menschen mit Behinderung, Gehörlose, Übersetzer usw.) bleiben unverändert aufrecht. In diesen Ausnahmefällen ist ein Besuch nur dann möglich, wenn die/der Besuchende keinerlei der, mit COVID-19 angezeigten klinischen Kriterien oder Risiken (behördlich festgestellte Kontaktperson 1 oder 2) aufweist. Dies ist schriftlich durch den/die Besucher/in zu bestätigen. Es muss durchgehend eine FFP2-Maske getragen werden. Alle weiteren Vorgaben des Leiters des Krisen- und Einsatzstabes (unter Beiziehung der Krankenhaushygiene) sind einzuhalten. Aufenthalte von mehr als 1 Besucher/in in einem Zimmer sind untersagt!

Neue Teststrategie am BKH Lienz

Aufgrund des hohen Durchseuchungsgrades der Bevölkerung durch COVID-19 kam es in der letzten Woche auch schon vereinzelt dazu, dass COVID-positive-PatientInnen stationär aufgenommen, entsprechend der bisherigen Regelung getestet und möglicherweise erst am Folgetag der Aufnahme als Virusträger identifiziert werden konnten, da wir seit Monaten durchgehend jeden stationär aufgenommenen Patienten getestet haben. Diese PatientInnen erhöhen das Infektionsrisiko für andere PatientInnen und alle MitarbeiterInnen.

Vorstationäres Coronascreening:

Corona-Tests von PatientInnen, welche zur geplanten stationären Aufnahme kommen, müssen nicht über die Telefonnummer 1450 organisiert werden. Im Rahmen der Aufklärungsgespräche bzw. Terminplanungen zur Aufnahme werden die Tests durch das BKH Lienz durchgeführt. Die üblichen präoperativen Untersuchungen erfolgen wie bisher. Organisatorische Details dazu legen die jeweils operativ tätigen Abteilungen selbst fest.

 

Foto: Martin Lugger

05. November 2020 um