Univ.-Prof. Dr. Lechleitner: Corona – die Welt wird eine andere werden

Was wir gelernt haben und warum nach Abklingen der Pandemie unsere Gesellschaft ein Stück sicherer und solidarischer sein wird. Eine Analyse.

Wenn die Welt bei einer Krise in Aufregung ist, wird viel geschrieben und berichtet. Oft lebensnotwendig, manchmal überflüssig – je nach Inhalt. Ich möchte versuchen, auf dem Boden von Fakten und des Aufmerksam-Beobachtens von wissenschaftlichen Daten (Stand 25.3.2020), die aktuelle Situation zu analysieren und mögliche Ausblicke für die Zukunft zu geben – und dabei natürlich auch das Positive nicht zu vergessen!

 

 

Kurz noch einmal was passiert und was gesichert ist:

Im November 2019 wurde in China in der Provinz Hubei, vor allem in der Stadt Wuhan, möglicherweise ausgehend von einem Fischmarkt, eine neuartige Erkrankung mit Lungenbefall entdeckt. Der Auslöser war ein neuartiges Virus aus der Gruppe der sogenannten Beta-Coronaviren. Nach anfänglichen Vertuschungsversuchen informierte China Ende 2019 die WHO, welche ein Monat später die Erkrankung als „Notfall für die öffentliche Gesundheit von internationalem Ausmaß“ und am 11.3.2020 zur Pandemie, also einer weltweiten Ausbreitung einer Infektionskrankheit, erklärte. Der erste Nachweis einer Infektion in Österreich wurde am 25. Februar erbracht. Was in daraufhin an Maßnahmen geschehen ist, ist allen bekannt. Panik, Galgenhumor, In-sich-Gehen, Wertediskussion, neuartige Solidarisierungsgedanken, aber auch Schuldzuweisungen, Hamsterkäufe, Entwerfen von Horrorszenarien und Fake-News gab und gibt es genügend. Sie sind ein bekanntes Phänomen in solchen Zeiten.

Die Erkrankung wird COVID-19 genannt, der Erreger der Erkrankung heißt SARS-CoV-2, weil ein ähnliches Virus 2002/2003 die SARS-Pandemie verursacht hatte. Auch das war eine Infektionskrankheit, welche vom Tierreich ihren Ausgang nahm und weltweit fast 800 Todesfälle zur Folge hatte. Die Sterblichkeit der Infizierten betrug damals etwa 10%. Diese Pandemie wurde ca. 1 ½ Jahre nach deren Beginn für beendet erklärt.

Die nunmehrige Erkrankung zeigt sich durch Fieber, Husten und fallweise Atemnot, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit. Sie ist schwer von der Grippe zu unterscheiden. Allerdings haben 80 bis 90% einen milden Verlauf oder kaum Symptome (bei SARS hatten fast alle Infizierte auffallende Symptome), 15% brauchen eine Krankenhausbehandlung, 5% müssen auf Intensivstationen und dort mit künstlicher Beatmung behandelt werden.

Die Sterblichkeit ist in den einzelnen Regionen sehr unterschiedlich und wird weltweit derzeit im Mittel mit 4% der Infizierten angegeben, in Wirklichkeit dürfte aufgrund der verschiedenen Zählweise die effektive Sterblichkeit weltweit bei etwa 1,4 % liegen (bei der Grippe im Vergleich dazu bei 0,1%). Die höchsten Sterblichkeitsraten haben Italien und Iran mit bis zu 10%, die niedrigste Taiwan mit 0,1 %. Österreich und Deutschland befinden sich dzt. mit aktuell < 1% in einem relativ niedrigen Bereich. Weltweit sind bisher (25.3.2020) ca. 20.000 Todesfälle berichtet, die der Covid-19-Erkrankug zugeschrieben werden. Die Dunkelziffer der Infizierten ist aufgrund vieler unauffälliger Verläufe sehr hoch. Dadurch ist die Erkrankung schwerer in Griff zu bekommen, da sie sehr stark durch vermeintlich Gesunde verbreitet wird. In China haben ca. 55 % der unbemerkt Infizierten andere  Menschen angesteckt.

Da hilft nur konsequente Einhaltung der aktuell geltenden Hygiene- und Isolationsmaßnahmen und das Aufspüren der Infektionsherde durch intensives Testen.

Die Verstorbenen kommen meist aus den sogenannten Hochrisikogruppen, also  betagte Menschen über 80 oder ältere Menschen über 65 Jahre mit relevanten Vorerkrankungen (z.B. Lungenerkrankungen, Herzschwäche, Diabetes, Nierenerkrankungen oder Patienten mit Abwehrschwäche aus anderen Gründen). Dennoch können auch nicht wenige jüngere Menschen schwer von der Erkrankung betroffen sein. In den USA kamen bisher ca. 20% der Verstorbenen aus der Gruppe der 20- bis 65-Jährigen. Im Alter unter 20 Jahren gab es kaum Todesfälle, obwohl es aus China Daten gibt, dass sich Kinder in gleichem Maß wie Erwachsene anstecken, aber selten erkranken. Warum das so ist, ist nicht bekannt. Von den meisten Gesundheitsbehörden wird die Gefährdung für die Gesundheit als hoch eingeschätzt. Dies schwankt aber von Region zu Region erheblich.

Die Gefährlichkeit und Ansteckungsfähigkeit des Virus ist zweifellos größer als jene der Grippe! 

Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt im Schnitt 5 Tage (2 bis 14 Tage). Wie viele Menschen durchschnittlich von einem Infizierten angesteckt werden (sogenannter R0-Wert) ist noch nicht exakt geklärt, liegt aber vermutlich zwischen 2,4 bis 3,3 (bei der Grippe steckt ein Patient „nur“ 2 weitere an). Die Ansteckungsrate ist im Vergleich mit der hochinfektiösen Masernerkrankung (ein Patient steckt ca. 15 weitere an) geringer.

Das heißt übersetzt, dass wir ca. 2/3 der Übertragungen verhindern müssen, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Deswegen sind die verordneten Maßnahmen so wichtig. 

Das Virus kann sich auf bestimmten Oberflächen einige Tage halten, es ist aber unklar, wieviel und welcher Kontakt dann ausreicht, eine Infektion zu verursachen. Regelmäßige Händehygiene hilft hier gut. Gesichert ist die Übertragung durch Tröpfcheninfektion aus Mund und Nase von Infizierten, auch im Stuhl kann das Virus erscheinen. Ob dies allerdings für eine Infektion ausreicht, ist nicht sicher geklärt. Infizierte bleiben meist nicht länger als 14 Tage infektiös, oft kürzer (außer bei sehr schweren Fällen). Jedenfalls bleiben die Erkrankten, aber auch Infizierte ohne Symptome länger infektiös als bei der Grippe.

Der Virusnachweis erfolgt mit der sogenannten PCR-Methode aus einem kombinierten Nasen-Rachen-Abstrich. Die Nachweissicherung dauert aktuell einen Tag, wobei ein Ausschluss dieser Erkrankung mit neueren Tests bereits in ca. zwei Stunden möglich sein wird. Eine zweite Art von Test (sog. Antikörpertest), der sehr rasch ein Ergebnis liefert, kommt jetzt zum Einsatz. Der Test ist nicht so genau, weil er nicht direkt das Virus nachweist. Er gibt aber gute Hinweise, wie viele Menschen bereits mit dem Virus Kontakt hatten und bereits Abwehrkräfte entwickelt haben. Dies ist für die Planung des Ausmaßes und die Dauer der Restriktionen wichtig.

Die Schutzmaßnahmen (Händehygiene, 1-2 Meter Abstand halten, Nies- und Husten-Etikette, Schutzmasken, Ausgangsrestriktion) wurden in den letzten Tagen so häufig erklärt und erwähnt, dass ich nicht im Detail darauf eingehen möchte. Dennoch möchte ich aus meiner Erfahrung erwähnen, dass vor allem das Händewaschen (mindestens 30 Sekunden mit Seife und in allen Fingerzwischenräumen, verbunden mit Einmalhandtüchern oder häufigem Handtuchwechsel) falsch gemacht oder unterlassen wird (mehrmals am Tag, nach jedem Aufenthalt im öffentlichen Raum, nach jeder Toilette, vor jedem Essen, immer bei schmutzigen Händen).  

Eine Impfung ist wohl erst in ca. 12 bis 18 Monaten zu erwarten, die Aktivitäten sind hier auf Hochtouren angelaufen. Zugelassene Medikamente für die Erkrankung gibt es dzt. nicht, allerdings sind aktuell zahlreiche Studien mit verschiedensten Medikamenten (z.B. Chloroquin, Camostat, rekombinantes ACE2, Remdesivir etc.) unterwegs. In schweren Fällen werden bereits jetzt Medikamente, mit denen es erste Erfahrungen gibt, eingesetzt. Diese haben aber noch keine offizielle Zulassung, weil absichernde Studien noch fehlen. Am wirksamsten ist aber eine funktionierende Intensivmedizin! 

Ob die nun ergriffenen Maßnahmen adäquat waren, werden wir erst in der Nachbetrachtung genauer wissen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind sie jedenfalls notwendig und mitunter lebensrettend. Dass nicht alles optimal und zeitgerecht ablief, ist – ausgehend von China über die WHO bis in die meisten Länder – in der Nachbetrachtung sehr wahrscheinlich. Dies ist vor allem auf mangelndes Wissen, mangelnde Vorbereitung bei fehlender Konsequenz aus den vorangegangenen Pandemien und gelegentlich auf divergierende Empfehlungen von Experten zurückzuführen. Auf den Verantwortlichen liegen allerdings eine große Belastung sowie großer Zeit- und Rechtfertigungsdruck bei Abwägung mitunter schwerwiegender wirtschaftlicher  Konsequenzen in einer instabilen, prognostisch schwer abschätzbaren Situation. Entsprechende Nachbetrachtungen und Analysen für bessere Zukunftsstrategien sind essentiell und werden uns sicherer in die Zukunft führen!
Was haben wir bis jetzt gelernt?
Wenn wir jene Länder betrachten, in denen die Sterblichkeit und Infektionsausbreitung sehr gering war (Taiwan, Singapur, Japan, Südkorea), so hatten diese eine Gemeinsamkeit: Aufspüren und konsequentes Nachverfolgen von potentiell Infizierten, frühzeitige Identifikation von sogenannten Hotspots, ausgedehnte und leicht zugängliche Testung (nicht nur von Patienten mit Symptomen) und großzügige Quarantäne; weiters Information und Überwachung über Handys und Apps, bereits vorliegende Daten über Bevölkerungsströme in und aus dem Land, Einrichtung zusätzlicher Hotlines, konsequente Information und Überwachung von Hygienemaßnahmen, ausreichende Verfügbarkeit von Schutz- und Hygienemitteln sowie bereits detailliert ausgearbeitete Pandemiepläne.

Wenn in diesen Tagen viel über Eingriffe in die Grundrechte von Bewegungs- und Versammlungsfreiheit berichtet wird, sollte darauf hingewiesen werden, dass eine effiziente Unterbrechung einer bedrohlichen Infektionskette nicht ohne (vorübergehende) Eingriffe in Datenschutzrechte möglich ist. Dies erspart aber dann in der Folge eventuelle weitere Eingriffe in die Grundrechte.

Ein besonders positives Beispiel ist Taiwan, das bei der SARS-Pandemie noch eine der höchsten Todesraten hatte. Hier hat man aber daraus gelernt und frühzeitig „Abwehrstrukturen“ errichtet. Dieses nur 130 km von China entfernte Land mit einem Pendlervolumen von 400.000 Menschen nach China und 23 Millionen Einwohnern, hat bisher nur 235 Fälle und 2 Tote (Stand 25.3.) zu verzeichnen, dies entspricht einer Todesrate von nur 0,2%.

Ganz andere und alarmierende Zahlen ergeben sich in unserem Nachbarland Italien, insbesondere in der Lombardei, wo weltweit nunmehr die meisten Toten zu verzeichnen sind, mit einer Todesrate, die an jene der SARS-Epidemie herankommt, mit aktuell täglich steigenden Todesfällen. Zwar lässt sich eine Abflachungstendenz in einzelnen Hotspots erkennen, allerdings weit jenseits einer Beruhigung der Situation. Hier wurden viele der erfolgreichen Maßnahmen anderer Ländern nicht, inkonsequent oder zu spät implementiert, und das traf auf eine überalterte und zum Teil sehr kranke, spitalszentrierte Bevölkerung mit in einem angeschlagenen Gesundheitssystem. Alles konzentrierte sich in den Spitälern, die mit unzureichenden Schutzmaßnahmen selbst zu Infektionsherden wurden. Dennoch kann der dort stattfindende heroische Kampf der Krankenhäuser und seiner Mitarbeiter mit einer hohen Zahl infizierter Ärzte und PflegerInnen nicht hoch genug geschätzt werden. Es fehlt vor allem an Beatmungsgeräten und Schutzausrüstungen für das medizinische Personal. Mindestens 20 % der Ärzte sind infiziert, einige bereits davon verstorben!

Die gewonnenen Erkenntnisse werden nach Abklingen der Pandemie zu verstärkten Anstrengungen, Vorbereitungen und rasch einsetzbaren Infektionsplänen führen. Wir werden für künftige Pandemien weit besser gerüstet sein und sie ernster nehmen. Wir werden für die Diagnostik, insbesondere auf die Notwendigkeit von Tests und Schutzausrüstungen inklusive deren Handhabung, besser vorbereit sein und mit größerem Volumen agieren können. Das Gesundheitssystem wird nicht mehr so sehr unter dem Blickpunkt betriebswirtschaftlicher Geschäftsmodelle organisiert werden.

Wir werden ein neues Hygienebewusstsein bekommen. Wir wissen aus Untersuchungen in Spitälern, wie viele Keime sich an unseren Händen ansammeln. Wir wissen auch, wie effizient allein konsequente Händehygiene für die Reduktion von sog. nosokomialen (d.h. von anderen Patienten erworbenen) Erkrankungen ist. Das bereits erfolgte Umdenken von beruflich im Gesundheitswesen tätigen Menschen wird auch in der allgemeinen Bevölkerung ankommen, insbesondere in Form des Hände-Waschens und des in den Ellbogen-Niesens bzw. -Hustens. Das wird überraschend viel bewirken!

Viel ist aktuell die Rede, dass wir unsere betagten Mitbürger schützen müssen. Nunmehr sieht das jeder ein und mancher zeigt auf einen Mitbürger, der sich nicht exakt nach den aktuellen Vorschriften verhält. Jeden, der so gerecht und makellos ist, möchte ich fragen, ob er sich konsequent jährlich gegen die Grippe impfen ließ. Die Chance, dass er dies nicht tat, liegt immerhin bei 92%, obwohl lange bekannt und gut abgesichert war, dass die Sterblichkeit unserer schützenswerten betagten Menschen drastisch abnimmt, wenn deren Betreuer gegen Grippe geimpft sind. Die Grippesaison 2017/2018 forderte in Österreich ca. 2.500 Todesfälle, davon 9 Kinder. Nach Verfügbarkeit einer COVID-19-Impfung werden unter dem Eindruck der aktuellen Ereignisse wenige zögern, sich impfen zu lassen. Die Chance ist groß, dass sich auch die allgemeine Impfmoral steigern wird (v.a. die Auffrischung von Grundimmunisierungen, Grippe- und Pneumokokken-Impfungen). Auch Masernimpfgegner werden einen schlechteren Stand haben und damit ein geringeres Sicherheitsrisiko vor allem für unsere jüngsten Mitmenschen sein.

 

Was noch passieren wird:
Die Virusforschung wird uns sehr bald die ersten Ergebnisse präsentieren. Wir kennen die Andockstrukturen der Coronaviren, die für das Eindringen in die menschliche Zelle notwendig sind (sog. ACE2 und S-Protein) und viele biochemische Folgereaktionen dieser Virusinfektion. Das gibt uns die Möglichkeit, Abwehrmedikamente zu entwickeln, was schon weit gediehen ist. Da derzeit sehr viel Geld mit solchen Präparaten zu verdienen ist, wurden die Aktivitäten massiv hochgefahren und werden (siehe HIV) zu Ergebnissen führen.

Die Arzneimittelproduktion wird teilweise nach Europa rückverlagert werden, um uns vor zu großen Abhängigkeiten, die uns nun bewusst wurden, zu schützen. Die EU wird endlich koordinierter und solidarischer vorgehen müssen, sonst riskiert sie die Daseinsberechtigung, was auch den hartnäckigsten Nationalpopulisten nun einleuchten könnte. Die WHO wird rascher und konsequenter agieren!

Die Gesellschaft rückt zusammen, Solidarität ist fallweise schon eindrucksvoll vorhanden, wird sich aber noch verstärken. Wichtiges wird wieder wichtiger, Banalität und Überflüssiges verlieren an Bedeutung, Wertigkeiten werden umgestellt. Die Immer-schneller-immer-billiger-immer-profitabler-immer-rücksichtsloser-Strategie bekommt ernsthafte Dellen. Vielleicht rechtfertigt das den hohen ökonomischen Preis, den wir zweifellos nun zahlen müssen.

Es eröffnen sich neue Perspektiven und Notwendigkeiten, die uns ein erfüllteres Leben ermöglichen und als Nebeneffekt die Umwelt entlasten könnten. Wir dürfen diese Chancen für unsere Kinder nicht verpassen, da die Gefahr der Rückkehr in alte Strukturen mit dem Abstand zur Krise abnimmt.

„Die Welt wird eine andere sein“, hört man in diesen Tagen öfter. Die Chancen, dass sie auch eine bessere sein wird, stehen dafür so gut wie noch nie in den letzten Jahrzehnten. Eine letzte Sicherheit für unser Leben ist allerdings nicht erreichbar, auch damit müssen wir leben lernen – und uns danach richten!

Fazit: Der Alptraum Corona-Krise wird definitiv vergehen, das Leben wird sich wieder normalisieren, aber in vielen Bereichen anders aussehen – und das ist vielleicht gut so und wäre wohl ohnehin bald erforderlich gewesen. Ökonomisch werden wir vor neue Herausforderungen gestellt, manche Pläne platzen sehen. Dafür werden neue, vermutlich nachhaltigere Strukturen entstehen. Das Leben wird in Zukunft aber sicherer, solidarischer und wertschätzender sein, auch die Umwelt werden wir mehr zu schätzen und respektieren wissen.

Wie lange der Spuk noch andauern wird und die aktuell gegebenen Restriktionen andauern werden, lässt sich derzeit nicht verlässlich abschätzen. Es ist nicht damit zu rechnen, dass es in den nächsten Wochen zu einem deutlichen Abflachen der Infektionskurve kommen wird. Sie sollten daher nicht bei jeder täglichen Fallzahlsteigerung in Schockstarre verfallen und sich auch nicht den ganzen Tag mit Corona-Nachrichten befassen.

Wenn durch die gesetzten Maßnahmen eine Reduzierung der Übertragungen um ca. die Hälfte erreicht wird, dann kommt es zu der angestrebten Abflachung der Kurve. Das liegt zu einem großen Teil an Ihnen. Die Krankheit wird uns aber noch über Monate begleiten!

Halten Sie die empfohlenen Maßnahmen konsequent ein, das ist das Wichtigste, was Sie für eine (neue) Normalisierung derzeit tun können, auch wenn Sie einen etwas längeren Atem dafür brauchen. Damit bleiben Sie und Ihre Familie mit hoher Wahrscheinlichkeit gesund. Und falls doch was sein sollte, können Sie mit einem kompetenten Gesundheitssystem rechnen.

Die gute Nachricht zum Schluss: Die ersten Erfolge zeichnen sich bereits ab, die Infektionszahlen steigen zwar erwartungsgemäß an, aber explodieren nicht. Die Sterblichkeit ist nach wie vor gering. Tragen Sie dazu bei, dass das so bleibt! Und noch etwas: einen riesengroßen Dank an alle, die derzeit unser Leben und das Gesundheitssystem am Laufen halten!

 

Zum Autor: Univ.-Prof. Dr. Peter Lechleitner ist Internist, Kardiologe und Intensivmediziner. Er war langjähriger Leiter der Internen Abteilung und Direktor am BKH Lienz sowie langjähriges Mitglied des Landessanitätsrates.
Kontakt: Tel.: 04852 64070 415, Mail: p.lechleitner@tirol.com

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Fotos: AdobeStock/suzannmeer, Osttirol heute

26. März 2020 um