Lienz: Vier MitarbeiterInnen des Bezirkskrankenhauses positiv getestet

Wie der Leiter des COVID-19-Einsatzstabes, ÄL Primar Dr. Martin Schmidt, mitteilt, befinden sich derzeit noch keine Covid-19-PatientInnen in stationärer Behandlung.

Am 13.3.2020 wurde im Lienzer Krankenhaus – Osttirol heute berichtete – gemäß dem aktuellen Pandemieplan Eskalations-Stufe 2 ausgerufen. Seit 17.03.2020 gibt es in Osttirols größter und wichtigster medizinischer Einrichtung zudem einen offiziellen und nunmehr hochgefahrenen Einsatzstab, der im Bedarfsfall durch einen externen Risikomanagement-Berater ergänzt wird.

Laut Angaben des Leiters des COVID-19-Einsatzstabes, ÄL Primar Dr. Martin Schmidt, bedürfen aktuell noch keine Covid-19-PatientInnen aus Osttirol einer stationären Behandlung. „Es ist jedoch davon auszugehen“, so Schmidt, „dass sich diese Lage stündlich bzw. täglich verändern kann. In unseren Isolierstationen befanden sich heute früh, 18.3.2020, insgesamt sechs PatientInnen, darunter auch COVID-19-Verdachtsfälle, wovon sich jedoch bislang keiner bestätigt hat.“

Was jedoch bereits fix ist, ist, dass sich vier MitarbeiterInnen des BKH Lienz (1 aus Virgen und 3 aus Lienz) mit dem Corona-Virus infiziert haben. Sie befinden sich, wie der Ärztliche Leiter des BKH Lienz ausführt, alle in häuslicher Quarantäne. In Abstimmung mit der Gesundheitsbehörde werden im Lienzer Krankenhaus täglich Tests für MitarbeiterInnen sowie für PatientInnen durchgeführt.

Obwohl man am BKH Lienz höchstmögliche Sicherheitsvorkehrungen

• alle Ein- und Ausgänge des Hauses sind versperrt
• für die MitarbeiterInnen gibt es einen kontrollierten Einlass von den Tiefgaragen aus
• am Haupteingang wurde Triagepunkt 1 installiert
• die beiden Isolierstationen „SÜD-EG“ und „SÜD 1-West“ werden über einen eigenen externen Zugang kontrolliert
• für DialysepatientInnen gibt es einen kontrollierten externen Zugang mit Anmeldung
• für MitarbeiterInnen eine eigene Infektionsambulanz

getroffen hat, ist in nächster Zeit natürlich mit COVID-19-Fällen zu rechnen. Primar Dr. Schmidt: „Ziel all unserer Maßnahmen ist es, Corona-Verdachtsfälle und tatsächliche Corona-Fälle von allen anderen PatientInnen strikt zu trennen. Das vorgeschaltete Triagesystem besteht aus Triage 1 und Triage 2. Triage 1 erfolgt seit 18.3.2020 in einem temporären Container vor dem Haupteingang, Triage 2 wird am Eingang von „SÜD-EG“ durchgeführt. Triage 2 ist von 07.00 bis 19.00 Uhr mit Ärzten aus verschiedenen Bereichen besetzt. Die Infektionsstationen werden, so lange die personellen Ressourcen dafür vorhanden sind, ärztlicherseits von der Internen Abteilung geführt. Zwischen 19.00 und 07.00 Uhr übernehmen diese Infektionsärzte auch Triage 2.“

Besonderer Wert wird am Lienzer Krankenhaus naturgemäß auf Hygienemaßnahmen gelegt, deren Ziel es ist, den normalen Krankenhausbetrieb frei von COVID-19-Infektionen zu halten. Um dies gewährleisten zu können, tragen alle MitarbeiterInnen mit Patientenkontakt während der gesamten Dienstzeit einen Mundschutz. Außerdem gilt für alle MitarbeiterInnen die Einhaltung eines Sicherheitsabstandes von 1 bis 2 Metern, weiters natürlich eine regelmäßige Händedesinfektion. Die Anzahl an MitarbeiterInnen in einem Raum wird ebenso auf ein Minimum reduziert wie Besprechungen mit direktem Kontakt. Im Haus wurde der interne Parteienverkehr unterbunden. Informationen werden per Mail oder Rohrpost versendet. Hygieneschulungen zum korrekten An- und Auskleiden bei der Betreuung von COVID-19-PatientInnen finden täglich statt.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie schließen, wie der Leiter des COVID-19-Einsatzstabes abschließend betont, auch die Veränderungen von Versorgungsstrukturen ein. „Die eingeschränkte stationäre und ambulante Patientenbehandlung am BKH Lienz hat begonnen und wird in einem gewissen Umfang noch weiter optimiert werden müssen. Bisherige ärztliche Bereiche wurden zum Teil aufgelöst und ÄrztInnen, die bislang anders eingeteilt waren, werden nunmehr zur Unterstützung der Internen Abteilung zugeteilt. Der Versorgungskiosk im Atrium für MitarbeiterInnen und PatientInnen wurde bis auf weiteres geschlossen.“

 

Text: Redaktion, Foto: Expa Groder

18. März 2020 um