BKH: Details des 24 Mio. Euro schweren Investitionspakets
Ein neues Ausbildungszentrum, 180 zusätzliche Parkplätze und ein neues Erstaufnahmezentrum sollen entstehen. Notarztinfrastruktur wird ausgebaut.
Über das aktuelle Ausbau- und Investitionsvorhaben am Areal des Bezirkskrankenhauses Lienz berichtete Freitagvormittag BR Bgm. Andreas Köll, Obmann des Gemeindeverbandes BKH Lienz. Die Obleute der Tiroler Bezirkskrankenhäuser einigten sich Mitte der Woche mit LH Günther Platter auf einen Strukturtopf bzw. umfangreiche Umbau- und Adaptierungsmaßnahmen an den Krankenhäusern. Im Rahmen des beschlossenen Strukturtopfes werden den Tiroler Spitälern von 2017 bis 2019 jährliche Förderungen in Höhe von 4,7 Mio. Euro zur Angleichung der Ärztegehälter zur Verfügung gestellt. Zusätzlich erhalten die Krankenhäuser von Kufstein, St. Johann i.T. und Lienz jährlich in Summe 1,5 Mio. Euro für investive Strukturmaßnahmen. In Lienz werden 24 Mio. Euro in Umbau- und Generalsanierungsmaßnahmen investiert. „Die Mittel werden insbesondere in die Errichtung des neuen Instituts für Gesundheitsbildung, von Tiefgaragenplätzen und eines neuen Erstaufnahmezentrums investiert. Die krankenhauszentrierte Notarztinfrastruktur wird verbessert und die Ambulanzen reorganisiert. Die Küche sowie die Gynäkologie- und Geburtshilfestation inkl. Kreissaal werden saniert“, erklärte der Verbandsobmann einleitend.
Parkplätze
Die im Jahre 1994 errichtete Tiefgarage muss dringend saniert werden, und ein neues dreigeschoßiges Parkdeck wird errichtet. „Mit statistisch 3,9 Benutzern pro Parkplatz haben wir die weitaus schlechteste Parkraumausstattung von allen Bezirkskrankenhäusern. Mit der Schaffung von zusätzlichen 180 Plätzen lägen wir gleichauf mit St. Johann (2,3 Benutzer pro Parkplatz)“, rechnete Köll vor. Die dreigeschoßige Tiefgarage wird am Standort des bestehenden Besucherparkplatzes errichtet. Zur Verbindung der neuen Garage inklusive aufgesetztem Ausbildungs- und Erstaufnahmezentrum sowie Notarztinfrastruktur mit dem bestehenden Süd-, Mittel- und Nordtrakt wird ein unterirdischer Verbindungsgang geschaffen.
Neues „Institut für Gesundheitsbildung Lienz“
Das bestehende Schulgebäude wurde zuletzt im Jahr 2000 saniert. Die derzeitige Nutzfläche beträgt ca. 640 m². Das neue Ausbildungszentrum wird auf die Tiefgarage aufgesetzt. Die Nutzfläche des Neubaus wird zwischen 1.500 und 2.000 m² betragen. Im neu errichteten Institut werden sowohl die Gesundheits- und Krankenpflegeschule, als auch der FH-Gesundheit-Standort mit Räumlichkeiten für die neue Ärzteausbildung untergebracht. „Durch den Neubau werden auch die Voraussetzungen für das neue Bachelor-Studium geschaffen“, so Köll. Etwa 35 Personen – hauptsächlich Frauen – werden am Institut studieren und mit der Neustrukturierung und Aufwertung der Ausbildung bis zu 154 Pflegekräfte am Studienstandort Lienz ausgebildet.
Erstaufnahmezentrum
Die im Strukturplan Gesundheit vorgesehene Entlastung der Spitalsambulanzen soll durch die Installation von Vorsorgeflächen für ein Osttiroler Erstaufnahmezentrum umgesetzt werden. „Ich stelle mir das Erstaufnahmezentrum in Lienz etwa analog zum Pilotmodell in der Anichstraße in Innsbruck vor. Die Vernetzung des BKH im Rahmen der Gesundheitsversorgung hat hohe Priorität und soll die medizinische Versorgung – vor allem auch abseits des Zentralraums Lienz – langfristig sichern und die personellen ärztlichen Ressourcen besser nutzen“, erklärte der Verbandsobmann. Geplant ist, über dem Ausbildungszentrum Flächen für ein Erstaufnahmezentrum vorzusehen, ebenso Räumlichkeiten für Notarzt, Notfallsanitäter und Fahrer des Notarzteinsatzfahrzeuges.
Krankenhauszentrierte Notarztinfrastruktur
„Der Standort für das krankenhauszentrierte, bodengebundene Notarztsystem im Lienzer Talboden soll künftig direkt auf dem Spitalsareal errichtet werden, um Synergien mit dem Betrieb des Krankenhauses bzw. des Erstaufnahmezentrums besser nutzen zu können“, so Köll. Auch die Aufenthaltsräume, Dienstzimmer sowie die Garagierung des Notarztwagens soll zukünftig direkt am Krankenhausareal erfolgen.
Amubulanzreorganisation
„Die Ambulanzen in unserem Krankenhaus sind Schritt für Schritt gebaut und immer wieder umgebaut worden. Die starke Zergliederung entspricht nicht mehr einem zeitgemäßen Betrieb“, berichtete Köll. Geplant sei, die gesamte Fläche im Erdgeschoß bedarfsorientiert neu zu gestalten. Insbesondere sei eine gemeinsame zentrale Notaufnahme und Triagemöglichkeit notwendig. Die Sicherung der Privatsphäre (Stichwort Vorhangabtrennungen) sei laut Köll zu verbessern und neue Infrastruktur für Katastrophenfälle müsse geschaffen werden – z.B. ein Unterdruckzimmer für hochinfektiöse Patienten.
Abschließend betonte Andreas Köll, dass die geplanten Maßnahmen zu keinen Änderungen des Personalstandes führen und auch die Folgebetriebskosten nicht steigen werden. „Die baulichen Maßnahmen sollen dazu dienen, Infrastruktur dem völlig geänderten Bedarf anzupassen und damit auch arbeitswirtschaftlich effizienteres Arbeiten zu ermöglichen“, so der Verbandsobmann.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Brunner Images


