Bezirkskrankenhaus Lienz: Orthopädie und Unfallchirurgie wurden zusammengelegt

Die Leitung der neuen „Abteilung für Orthopädie-Traumatologie“ hat Primar Dr. Eduard Sporer inne. Die neue Abteilung verfügt über eine Station mit 38 Betten sowie einige tageschirurgische Betten.

In ganz Österreich müssen ab 1. Jänner 2025 in Krankenhäusern mit bisher getrennten Abteilungen für Unfallchirurgie und Orthopädie diese nun in eine einzige „Abteilung für Orthopädie-Traumatologie“ zusammengeführt werden. Diesen Vorgaben wurde auch im BKH Lienz Rechnung getragen und der bisherige Fachschwerpunkt Orthopädie unter der Leitung von OA Dr. Herbert Strobel mit der bisherigen Abteilung für Unfallchirurgie in eine einzige Abteilung für Orthopädie-Traumatologie zusammengeführt. Die Leitung dieser neuen Abteilung hat der bisherige Leiter der Unfallchirurgie Prim. Dr. Eduard Sporer inne. OA Dr. Herbert Strobel wird im Frühjahr seinen Ruhestand antreten.

Prim. Dr. Eduard Sporer war von 1987 bis 2011 im Krankenhaus Lienz auf den Abteilungen für Chirurgie und später Unfallchirurgie tätig. 2011 wechselte er nach Niederösterreich und übernahm die Leitung des Departments für Unfallchirurgie in Waidhofen an der Ybbs. 2014 wurde er zum Primarius der Abteilung für Unfallchirurgie in Korneuburg mit 59 Betten bestellt und folgte damit dem bekannten Handchirurgen Prim. Dr. Wolfgang Hintringer. 2019 wurde diese zu einer der ersten orthopädisch traumatologischen Abteilungen Österreichs. 2021 folgte Prim. Sporer dem Ruf seines Heimatkrankenhauses Lienz und steht seither der Abteilung für Unfallchirurgie und nunmehr Traumatologie und Orthopädie vor.

Im Jahr 2024 wurden im BKH Lienz auf der Abteilung für Unfallchirurgie 29.946 Patient:innen ambulant und 2.457 Patient:innen stationär behandelt. Am Fachschwerpunkt Orthopädie lag die Patientenfrequenz ambulant bei 2.258 und stationär bei 410 Patient:innen. Operativ versorgt wurden auf der Unfallchirurgie 1.885 und auf der Orthopädie 389 Patient:innen.

Die neue Abteilung „Orthopädie-Traumatologie“ wird zukünftig das gesamte Spektrum des Fachschwerpunkts für Orthopädie und der Abteilung für Unfallchirurgie übernehmen. Es wird somit die gesamte Bandbreite der peripheren Unfallchirurgie mit Augenmerk auf minimal invasive OP-Techniken angeboten. Dazu gehören beispielsweise mini open Osteosynthesen (Knochenbruchbehandlungen) und arthroskopische Operationen des Knie-, Schulter-, Hand-, Ellbogen-, und Sprunggelenks. Auch die endoprothetische Versorgung des Hüft-, Knie- und Schultergelenks sowie der Fingergelenke und die Fußchirurgie werden weiterhin im gewohnten Umfang durchgeführt.

Im Bereich der Unfallchirurgie werden neben den Patient:innen aus Osttirol und Oberkärnten auch Urlaubsgäste versorgt. Ein weiterer Schwerpunkt bleibt die Handchirurgie, wobei hier auch Patient:innen von außerhalb des Einzugsgebietes behandelt werden.

In Bezug auf die Versorgung schwerverletzter Patient:innen ist das BKH Lienz, das in Österreich das exponierteste aller Krankenhäuser ist, als lokales Traumazentrum zertifiziert, und diese Zertifizierung wurde wie geplant Anfang Feber 2025 erfolgreich erneuert. Es besteht in diesem Bereich eine Kooperation im Rahmen des Traumanetzwerks Kärnten/Osttirol, sodass die Transferierung von Patient:innen, die z.B. ein schweres operationspflichtiges Schädelhirntrauma oder eine Querschnittlähmung erlitten haben, nach Klagenfurt problemlos funktioniert.

Die Abteilung für Orthopädie und Traumatologie wird zukünftig über eine Station mit 38 Betten sowie einige tageschirurgische Betten verfügen. Von der Abteilung werden die unfallchirurgische Akutambulanz über 24 Stunden täglich sowie die orthopädisch-traumatologische Nachbehandlungsambulanz (werktags 7.30 Uhr bis 11.30 Uhr) angeboten. Des Weiteren gibt es Spezialambulanzen für Handchirurgie, Knie-, Schulter-, und Fußchirurgie sowie eine orthopädische Ambulanz, die als Terminambulanzen betrieben werden.

Neben dem Abteilungsleiter werden zukünftig 10 Oberärzt:innen, 5 Assistenzärzt:innen sowie ein:e Stationsärzt:in für die Versorgung der Patient:innen an der neuen Abteilung im Einsatz sein.

„Gemeinsam mit meinem engagierten Team möchte ich eine hochqualitative Versorgung der Patient:innen aus Osttirol und Oberkärnten sowie unserer Urlaubsgäste mit modernsten, schonenden Operationstechniken sicherstellen. Viele unserer jüngeren Oberärzt:innen sind bereits Fachärztin bzw. Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, resümiert der Abteilungsleiter Prim. Dr. Eduard Sporer.

Im Fokus stehen dabei ein patientenfreundliches Management und ein mitarbeiterfreundliches Arbeitsklima. Die Zusammenlegung der Abteilungen ermöglichen laut Prim. Sporer eine verbesserte Koordination der Operationssäle, sodass geplante Operationen künftig auch in starken Zeiten noch verlässlicher umgesetzt werden können: „Auch wenn gelegentliche Verschiebungen auf einer Unfallchirurgie unvermeidbar sind, versuchen wir die Wartezeiten unserer Patient:innen im ambulanten, aber auch im operativen Bereich so kurz wie möglich zu halten.“

Auch der Ärztliche Direktor Dr. Hansjörg Marsoner sieht die Zusammenlegung der Abteilungen sehr positiv: „Der fachliche und wissenschaftliche Austausch zwischen den beiden verwandten Fächern kann weiter intensiviert werden, es können zusätzliche Synergien geschaffen und Strukturen gemeinsam genützt werden. Nicht zuletzt werden die Abläufe vereinheitlicht, was wiederum für alle Beteiligten von Vorteil ist. Mit Prim. Dr. Eduard Sporer und seinen Mitarbeiter:innen in Medizin und Pflege verfügt das BKH Lienz über eine bestens besetzte Abteilung, die über die Grenzen des Bezirks hinaus einen hervorragenden Ruf genießt.”

 

Text: Redaktion, Foto: BKH Lienz

25. Februar 2025 um