Bezirks-SEG-Übung: Rotes Kreuz Osttirol probte bei Firma Liebherr den Ernstfall

Gemeinsam mit den Feuerwehren Lienz, Nußdorf-Debant und der Betriebsfeuerwehr Liebherr wurde am Samstag, 29. September, ein komplexes Großschadensereignis realistisch nachgestellt.

Das Übungsszenario sah ein schweres Zugunglück vor. Gegen 13.00 Uhr kam es laut Übungsannahme zu einem folgenschweren Zwischenfall durch eine Fehlfunktion einer ÖBB-Weiche: Ein Personenzug raste unkontrolliert in das Gelände und prallte gegen das Be- und Entladehaus des Werkes. Mehrere Waggons entgleisten und kippten auf die Seite. Zahlreiche Personen wurden verletzt, einige eingeklemmt oder unter Trümmern begraben.

 

 

Die Lage verschärfte sich zusätzlich, als wenige Minuten später ein LKW-Fahrer aufgrund eines Herzinfarkts die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Der LKW prallte gegen die Überdachung des Entsorgungshofes und löste dabei eine Explosion aus. Herabstürzende Trümmerteile verletzten weitere Personen. Insgesamt galt es, mehr als 35 Übungsopfer – teils leichtverletzt, teils in einem psychischen Ausnahmezustand oder unverletzt – zu erfassen, einzuordnen und zu versorgen.

 

 

Das Rote Kreuz Osttirol war mit einer beeindruckenden Mannschaftsstärke von 72 Helferinnen und Helfern vor Ort. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte vom Einsatzleiter der ÖBB sowie vom Roten Kreuz Kärnten und dem Weißen Kreuz Innichen. Vor Ort befanden sich insgesamt 13 Rettungswagen (RTW): acht aus Osttirol, zwei des Weißen Kreuzes Innichen und drei aus Kärnten. Zudem wurden ein KAT-LKW und ein KAT-MAN zur logistischen Unterstützung eingesetzt.

Seitens der Feuerwehr beteiligten sich die Freiwilligen Feuerwehren Lienz und Nußdorf-Debant und die Betriebsfeuerwehr Liebherr an der Großübung. Auch die Notarzthubschrauber C1, RK1, Christophorus und Pelikan 1 wurden als Simulation in die Übungsplanung einbezogen, um eine möglichst realitätsnahe Lagebewältigung zu gewährleisten.

 

 

Das Szenario verlangte den Einsatzkräften alles ab: Zahlreiche eingeklemmte Personen, Brandverletzungen, Amputationsverletzungen, Kreislaufstillstände sowie psychische Ausnahmesituationen mussten erkannt, priorisiert und professionell behandelt werden.

Besonderes Augenmerk lag auf der Ersteinschätzung der Patient:innen, der Koordination der Einsatzabschnitte und der Zusammenarbeit zwischen den Organisationen.

 

 

Text: Redaktion, Fotos: Ecaterina Tolicova

06. Oktober 2025 um