Beginn der „Zeckensaison”: Kleines Tier, große Gefahr
Zecken sind Krankheitsüberträger von Borreliose und FSME. Die FSME-Impfung bewirkt über 90-prozentigen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen. Auffrischungen sind alle fünf Jahre bzw. alle drei Jahre (ab dem 60. Lebensjahr) nötig.
Mit dem Frühling nimmt auch in Tirol die Zeckensaison an Fahrt auf. Damit steigt das Risiko für Krankheiten wie FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Borreliose, die Zecken auf den Menschen übertragen. Besonders aktiv sind die Milbentiere bei milden Temperaturen und in Wäldern, auf Wiesen, in Gärten oder im Unterholz – beliebte Orte für Spaziergänge, Wanderungen und Spielplätze. Der Schutz vor Zeckenstichen ist daher gerade in den Frühlingsmonaten besonders wichtig.
Der einzig wirksame Schutz gegen die Infektionskrankheit FSME ist eine Impfung. Eine fristgerechte Impfung verhindert zu über 90 Prozent die Erkrankung und schwere Verläufe – unabhängig vom Alter. „Österreich ist eines der am stärksten betroffenen FSME-Risikogebiete Zentraleuropas. Deshalb ist eine flächendeckende Immunisierung besonders wichtig“, ruft Gesundheitsdirektorin Theresa Geley die Bevölkerung auf, noch rechtzeitig vor den warmen Monaten den Impfstatus zu überprüfen.
Wer eine Auffrischung benötigt, sollte diese jetzt im Frühjahr nachholen. Die Wirkung tritt bereits innerhalb von zwei Wochen ein.
Zecken vermehren sich früher im Jahr, länger und in größeren Höhen
Zecken sind heute in ganz Österreich aktiv – längst auch über 1.500 Metern Seehöhe. Der Klimawandel trägt dazu bei, dass sich Zecken früher im Jahr, länger und in größeren Höhen vermehren. Damit weiten sich die FSME-Risikogebiete zunehmend aus.
FSME ist eine durch Zecken übertragene Viruserkrankung, die mit grippeähnlichen Beschwerden beginnt und im weiteren Verlauf das zentrale Nervensystem angreifen kann. Besonders gefährlich sind neurologische Komplikationen wie Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen. In schweren Fällen kann es zu Lähmungen, Sprachstörungen oder dauerhaften Beeinträchtigungen kommen.
Borreliose rechtzeitig erkennen
Neben FSME können Zecken auch Borreliose (die sogenannte Lyme-Krankheit) übertragen – eine bakterielle Infektion, die zu Hautveränderungen, Fieber, Gelenksentzündungen oder im späteren Verlauf zu Nervenlähmungen führen kann. Ein typisches Anzeichen ist die Wanderröte – ein ringförmiger, sich ausbreitender Hautausschlag rund um die Einstichstelle.
Bei rechtzeitiger Behandlung mit Antibiotika heilt die Erkrankung meist vollständig aus. Da es gegen Borreliose keine Impfung gibt, ist es wichtig, Zeckenstiche ganz allgemein zu vermeiden.
Vom Haaransatz bis zur Leistengegend: Richtiges Verhalten bei Zeckenstichen
Um das Risiko einer Infektion zu reduzieren, sollte man nach jedem Aufenthalt im Freien den Körper gründlich absuchen – besonders bei Kindern. Zecken lieben warme, feuchte Körperregionen. Haaransatz, Nacken, Achselhöhlen, Kniekehlen oder die Leistengegend sind typische Stichstellen. Mit einer spitz zulaufenden Pinzette sollten Zecken so nah wie möglich an der Haut gepackt und schnell entfernt werden – ohne das Tier zu zerquetschen.
Geschlossene, helle Kleidung (auf der man herumwandernde Zecken besser erkennen kann), in die Socken gesteckte Hosenbeine und Insektenschutzmittel sind wirksame Mittel, um Zeckenstiche zu verhindern. Außerdem sollte man bei Ausflügen ins Unterholz, das hohe Gras oder dichtes Gebüsch möglichst achtsam sein. Ratsam ist es zudem, Haustiere regelmäßig auf Zecken zu kontrollieren und sie mit einem entsprechenden Zeckenschutz auszustatten.
Text: Redaktion, Foto: Fotolia