Allergieschock-Fertigspritze ab sofort in Rettungswägen
Ab sofort ist in Tirol nicht nur das Notarzteinsatzfahrzeug, sondern auch jeder Rettungswagen mit der in diesem Fall lebensrettenden Adrenalinspritze ausgerüstet.
In Österreich sterben in der warmen Jahreszeit jährlich mehrere Menschen an einem harmlosen Insektenstich (einer Biene oder Wespe, viel seltener einer Hornisse oder Hummel). In all diesen Fällen konnte den AllergikerInnen nicht rechtzeitig das notwendige Adrenalin gespritzt werden. In Tirol will man dem nun noch besser vorbeugen, weshalb ab sofort jeder Rettungswagen die im Notfall rettende Adrenalinspritze mitführen wird.
Die schwerste Form des allergischen Notfalls ist der allergische Schock. Ein etwa auf das Insektengift einer Biene allergisch reagierender Mensch leidet nach einem Bienenstich unter Beschwerden wie Brechreiz, Atemnot und Herzrhythmusstörungen. Schlimmstenfalls treten binnen Minuten sogar Bewusstlosigkeit und Kreislaufversagen auf: Akute Lebensgefahr besteht! Bei schweren allergischen Reaktionen ist Adrenalin das einzige lebensrettende Medikament. Um eine rasche, wirksame und sichere Anwendung zu gewährleisten, kommt ein sogenannter Autoinjektor zur Anwendung. Die Fertigspritze wird außen am Oberschenkel angesetzt. Durch einfachste Handhabung wird das Adrenalin in der richtigen Menge injiziert, was rasch zum Abklingen der allergischen Reaktion führt. Das Hormon verengt die Blutgefäße, stabilisiert somit den Kreislauf, erweitert zugleich die Atemwege und erleichtert dadurch die Atmung.
Tipps für InsektenallergikerInnen:
Wenn Sie zu den etwa 3,5 Prozent der Bevölkerung mit einer Bienen- und Wespengiftallergie gehören, sollten Sie ein Notfallset mit der ärztlich verschriebenen Adrenalinspritze sowie einen Allergiepass mit sich führen.
Informieren Sie Ihre Angehörigen, FreundInnen und ArbeitskollegInnen über Ihre Allergie!
Bewegen Sie keine alten Äste oder Baumstücke, wo Insekten ihr Nest haben können!
Gehen Sie im Freien nie barfuss!
Verzichten Sie auf Parfums und Haarsprays, die Insekten anlocken können!
Halten Sie auch Abfalleimer stets geschlossen, um keine Insekten anzulocken!
Essen Sie im Freien besser keine süßen Speisen, trinken Sie im Freien weder Bier, Obstsaft noch Limonaden, die ebenso Futterquellen für diese Insekten sind!
Gehen Sie als InsektenallergikerIn nach einem Stich nie alleine zum Arzt, da Sie auf dem Weg dorthin bewusstlos werden können!
Über eine fachärztlich begleitete Immuntherapie, die Ihnen Sicherheit vor schweren allergischen Reaktionen bietet, können Sie Ihre persönliche Lebensqualität verbessern.“
Text: Redaktion, Foto: Osttirol heute/D.H.