Unwetter/Starkregen: Auch Tauern in Osttirol und die Isel betroffen

Im Laufe des Montagnachmittag könnte es im oberen Teil der Isel zu erhöhten Wasserständen kommen. Erste Sperren in Lienz aufgrund des Anstieges der Pegel an Drau und Isel.

„Die Lage bleibt weiterhin angespannt und wird genauestens beobachtet. Um eine landesweite bestmögliche Koordination zu gewährleisten, wird in Tirol die Landeseinsatzleitung aktiviert“, sagte Sicherheitslandesrätin Astrid Mair im Anschluss an die erste Lagebesprechung am Montag, 28. August, im Innsbrucker Landhaus.

Hauptbetroffen sind die Bezirke Imst und Innsbruck-Land, wo die Bezirkseinsatzleitungen bereits im Einsatz sind. Nach aktuellen Prognosen und Einschätzungen der GeoSphere und des Hydrografischen Dienstes des Landes wird insgesamt weiterhin der Alpenhauptkamm betroffen sein – der Schwerpunkt zieht im Laufe des Nachmittages in Richtung Zillertaler Alpen und die Osttiroler Tauern. Im Bezirk Lienz kann es im oberen Teil der Isel zu erhöhten Wasserständen kommen. Im Gschlößtal ist der Gschlößbach über die Ufer getreten und Holzbrücken wurden von den Wassermassen mitgerissen.

Aufgrund des Anstieges der Wasserpegel in Isel und Drau wurden in Lienz kurz nach Mittag der Iselsteg sowie der Radweg vor der Ostspange in Lienz in Richtung Tristach und das Radwegstück vom Adeg in der Tristacherstraße in Richtung Tristach für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Die Sperren wurden am Dienstag, 29. August, um 9.00 Uhr, wieder aufgehoben.

„Es kommt im Laufe des Tages nach aktuellen Prognosen auch zu Gewittern, wodurch die Niederschlagsintensität nochmals verstärkt wird. Wo und wann genau diese Gewitter eintreffen, kann nicht exakt vorhergesagt werden. Die Scheitelpunkte werden an den Innzubringern nach derzeitigem Kenntnisstand zwischen Mittag und Abend erwartet, in Innsbruck heute Nachmittag und im Unterland in der Nacht auf Dienstag. Weiterhin gilt: Unnötige Autofahrten in den betroffenen Gebieten vermeiden und fernhalten von Hochwasserbereichen und Gewässern“, sagt Elmar Rizzoli, Leiter des Zentrums für Krisen- und Katastrophenmanagement.

Die Sanna sei im Vergleich zu Sonntag weniger betroffen – weiterhin im Fokus steht der Inn im gesamten Verlauf sowie seine Zubringer (Ötztaler Ache), Sill und Ziller. Zudem seien die Rückhaltebecken in Neustift, Gschnitz oder Gerlos laut Wildbach- und Lawinenverbauung sehr voll, was laut Rizzoli ebenfalls zu einer Intensivierung der Niederschlagsauswirkungen führt. Im Zillertal weisen – bis auf Gerlos – einige Speicherseen noch Kapazitäten auf. Zudem steht im Bezirk Schwaz die Bezirkshauptstadt im Fokus, wo die Steinbrücke aus Sicherheitsgründen gesperrt wird.

Neben der B 186 Ötztaler Straße ab Oetz ist derzeit auch die Pitztaler Landesstraße ab Neurur (Gemeinde St. Leonhard) gesperrt. Zudem wurden im Ortsteil Ried im Tumpen 30 Haushalte mit rund 70 Personen evakuiert. Sie wurden im örtlichen Vereins- und Feuerwehrhaus untergebracht. Auch in Jerzens wurden drei Häuser evakuiert. Im Pitztal kommt es laut aktuellen Informationen der TINETZ zu Versorgungsunterbrechungen.

Nach einer Mure auf der Bahnstrecke zwischen Gries am Brenner und Brenner ist die Zugverbindung dort derzeit unterbrochen. Vonseiten der ÖBB wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Auch die ROLA ist betroffen und derzeit eingestellt. Um den Warenverkehr weiterhin zu gewährleisten, wird vonseiten der Behörde das sektorale Fahrverbot vorübergehend aufgehoben. Weiters ist nach einem Murenabgang auf die B 182 Brennerstraße in Matrei am Brenner (Bereich Matreiwald) die Straße gesperrt.

Montagfrüh entschied die Feuerwehreinsatzleitung bei der Innsbrucker Berufsfeuerwehr den Mobilen Hochwasserschutz im Bereich der Sill zu aktivieren. Der Fuß- und Radweg vom Rapoldipark bis zur Pradler Brücke wurde gesperrt. Die Brücken und Wildbäche werden von der Feuerwehr kontrolliert.

 

Text: Redaktion, Foto: privat

28. August 2023 um