Tag des Denkmals in Osttirol: Alte Turmuhr in der Matreier Pfarrkirche und Aguntum
Am letzten Sonntag im September öffnen in Österreich zum bereits 30. Mal historische Bauten, archäologische Stätten und Objekte, die sonst nicht oder nur sehr eingeschränkt zugänglich sind, bei freiem Eintritt ihre Türen.
Unter dem Motto „DENKMAL bewahren, DIGITAL erfahren“ findet am Sonntag, 28. September, zum 30. Mal der Tag des Denkmals statt. Erstmals wird dabei die digitale Dimension in den Mittelpunkt gerückt. Besucher:innen können in ganz Österreich bekannte Museen mit digitalen Vermittlungstools erkunden, archäologische Ausgrabungen dank moderner Scantechnik entdecken oder in virtuelle Erlebniswelten eintauchen, die neue Perspektiven auf historische Bauwerke eröffnen.
Ein Beispiel dafür, wie Programmpunkte durch digitale Innovation lebendig werden, ist in Tirol ein virtueller Stadtrundgang durch die größte denkmalgeschützte Altstadt in Hall in Tirol.
Insgesamt erwarten in Tirol die Kulturinteressierten rund 20 vielfältige Programmpunkte – aus dem Bezirk Lienz die alte Turmuhr in der Pfarrkirche St. Alban in Matrei und das Museum Aguntum in Dölsach.
Ein Turmuhrwerk aus 1543: Die Restaurierung und Revitalisierung der Grienberger Uhr in der Pfarrkirche St. Alban in Matrei in Osttirol
Im mächtigen Turm der Pfarrkirche St. Alban steht ein besonders bemerkenswertes spätgotisches Turmuhrwerk noch immer am ursprünglichen Ort. Es wurde 1543 von Christian Grienberger, einem Turmuhrmacher aus dem Stubaital, gebaut. Das kostbare Werk weist noch die ursprüngliche Waaghemmung mit vertikaler Spindel auf und ist vermutlich das älteste Turmuhrwerk mit Waag am ursprünglichen Standort in Österreich. Neben dem Gehwerk hat es ein Viertelstunden- und Stundenschlagwerk.
Das sehr seltene Werk wird auf Initiative der Pfarre mit Dekan Ferdinand Pittl und des Heimatkundlichen Vereins MEDARIA mit Obmann Bernhard Oberschneider im Sommer 2025 durch horologium Michael Neureiter, Bad Vigaun, restauriert und für einen Demobetrieb revitalisiert. Am Tag des Denkmals soll das fast 500 Jahre alte Werk für Interessierte erstmals in Betrieb gezeigt werden.
Im Mittelpunkt stehen am 28. September drei Führungen vor Ort.
Es wird ein Rundgang durch die Kirche und auf den Turm mit Michael Neureiter (horologium) und Bernhard Oberschneider (Medaria) angeboten. Mit einer Anmeldung (per E-Mail medaria.heimatkundlicherverein@gmx.at) zwischen dem 1. August und 31. Oktober 2025 erhalten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktuelle digitale Informationen zum Projekt, zur laufenden Restaurierung, zum Tag des Denkmals sowie zur Nachbereitung per E-Mail.
Führungen:
11.00 bis 12.30 Uhr
13.00 bis 14.30 Uhr
15.00 bis 16.30 Uhr
Ergänzend dazu wird der gesamte Prozess – von der Vorbereitung über die Durchführung bis zur Nachbereitung – digital begleitet. Eine eigens eingerichtete Website bietet weitere Informationen zu diesem Programmpunkt: https://kurzlinks.de/bun6

Museum Aguntum und Archäologischer Park in Dölsach
Das Museum Aguntum beherbergt eine große Zahl von Exponaten aus der Römerzeit. Im dazugehörigen Archäologischen Park können noch Reste der Therme, des Atriumshauses, des Marktes und weiterer Anlagen besichtigt werden. Alle Informationen findet man unter www.aguntum.at.
Führungen mit Grabungsleiter Dr. Marin Auer und Kulturvermittler Hannes Rohracher durch das freigelegte und restaurierte Forum im Archäologischen Park.
Führungen:
10.00 bis 11.00 Uhr
14.00 bis 15.00 Uhr
Es ist keine Anmeldung notwendig.
Text: Redaktion, Fotos: Osttirol heute


