Steinadler flog bis Frankreich: Erfolgreiche Besenderung im Nationalpark Hohe Tauern

Von Osttirol bis Frankreich: Die beeindruckende Reise eines jungen Steinadlers aus dem Defereggental zeigt, welche weiten Strecken die majestätischen Greifvögel zurücklegen können. Die Wanderungen liefern Forschern wertvolle Erkenntnisse.

Nach zwei erfolgreichen Besenderungen im letzten Jahr gelang es auch heuer wieder, einen jungen Steinadler im Nationalpark Hohe Tauern zu besendern. Der diesjährige Jungvogel konnte im Juli im Kalser Dorfertal von einem Team der Konrad Lorenz Forschungsstelle in seinem Horst mit einem Sender ausgestattet werden.

Ziel ist es, im Rahmen eines gemeinschaftlichen wissenschaftlichen Projektes unter der Federführung des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie (Radolfzell, Deutschland) und der schweizerischen Vogelwarte Sempach, das Abwanderungsverhalten von Steinadlern in den Alpen zu erforschen. Besenderungsversuche in Salzburg und Kärnten scheiterten heuer leider aufgrund des unwegsamen Geländes und der damit verbundenen Unzugänglichkeit der Horste.

Der beringte Jungvogel aus Kals am Großglockner hat mittlerweile den Horst verlassen, hält sich aber erwartungsgemäß noch größtenteils in dessen Umfeld auf.

Mittlerweile konnten in diesem Projekt über 120 Jungadler im Alpenbogen besendert werden. Allein die beiden im letzten Jahr im Nationalpark Hohe Tauern mit Sender ausgestatteten Tiere zeigten ein interessantes Verhalten.

Während der sich kleinräumiger bewegende Jungvogel aus Kärnten bis dato „nur“ mehrere österreichische Bundesländer beflog, zeigte das aus dem Osttiroler Defereggental stammende Jungtier auf beeindruckende Weise, wozu Jungadler imstande sind. Hielt sich der Vogel bis Anfang 2026 noch größtenteils im Umkreis des Horstes auf, durchstreifte er danach den Alpenbogen zwischen Mariazell und Frankreich. Derzeit hält er sich nach einem längeren Zwischenstopp in der Schweiz im Europaschutzgebiet Verwall in Vorarlberg auf.

Wohin es den heuer besenderten Jungadler in den kommenden Jahren verschlagen wird, werden die aufgezeichneten Daten zeigen. Die bisherigen Ergebnisse unterstreichen jedenfalls die Bedeutung grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Naturschutz. Vor diesem Hintergrund startete am 1. Juli 2026 das länderübergreifende INTERREG-Projekt „East-Alp Eagle Alliance“, das die Kräfte des Nationalparks Hohe Tauern, des Nationalparks Berchtesgaden, des Naturparks Zillertaler Alpen, der Universität Innsbruck und des Vereins Alpine Biodiversity zum Schutz des Steinadlers bündelt.

 

Text: Redaktion, Foto: NPHT/S. Zeiner

25. August 2026 um