Neuer Begegnungsraum für die Tristacher Bevölkerung

Schon vor 500 Jahren wurde das Widum der Pfarre Tristach im Reisetagebuch des Paolo Santonino erwähnt. Über die Jahrhunderte herauf war das Gebäude Wohnsitz der Pfarrer und Anlaufstelle für die Gläubigen.

Zuletzt stand das in die Jahre gekommene Haus großteils leer, bis es nun ab dem Jahr 2024 im Zuge eines Sanierungsprojektes einer neuen Nutzung zugeführt werden konnte. „Der Umbau entsprechend den Vorgaben des Denkmalamtes stellte sowohl finanziell als auch baulich eine Herausforderung dar“, informiert Pfarrkirchenrat Anton Klocker als eine der maßgeblichen Initiatoren des Projektes „Pfarrwidum Tristach“. Als große Pluspunkte streicht er die Leistung der vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer, die Spenden aus der Bevölkerung, die Unterstützung durch die Gemeinde Tristach, die Diözese, das Landesdenkmalamt, das Land Tirol bzw. die Tiroler Landesgedächtnisstiftung unter Alt-LH Herwig van Staa heraus. „Nur so konnte es gelingen, das Vorhaben finanziell zu stemmen und das Widum zu einem offenen Begegnungsraum für Jung & Alt umzugestalten“, so Anton Klocker. Seine Freude und die aller Beteiligten kam am Sonntag, 7. September 2025 bei der offiziellen Inbetriebnahme und Einweihung des Widums deutlich zum Ausdruck. Der Einladung des Pfarrkirchenrates folgten nicht nur viele Interessierte aus der Bevölkerung, sondern auch Vertreter der Gemeinde mit Bürgermeister Markus Einhauer an der Spitze sowie der Tiroler Diözesanbischof Hermann Glettler. Er nahm, unterstützt von Michael Brugger, Diakon und Leiter des Seelsorgeraums Lienz Süd, die feierliche Segnung des Gebäudes vor. Bischof Glettler hob in seiner Ansprache vor allem auch den ehrenamtlichen Einsatz vieler hervor und bedankte sich bei besonders engagierten Persönlichkeiten jeweils mit einem gerahmten Werk des Künstlers Hans Salcher. Vor allem für die Roh- und Elektroinstallationen, den Trockenbau sowie viele andere Gewerke hatten die Freiwilligen insgesamt mehr als 1.000 Arbeitsstunden geleistet. Die neuen, barrierefrei erreichbaren Räume im Erdgeschoss des Widums sollen künftig den Menschen in Tristach offenstehen und als Treffpunkt für alle Generationen dienen.

 

Das Widum steht nun allen Tristacherinnen und Tristacher als neuer örtlicher Treffpunkt zur Verfügung und soll, so der Wunsch der Initiatoren, mit „Leben gefüllt werden.“

Im Bild das renovierte Widum, das nun einer neuen Nutzung zugeführt wurde. Auf der Rückseite des Gebäudes wurde ein neuer Anbau hinzugefügt.

 

„Wir stellen die Hardware zur Verfügung, jetzt liegt es an unserem Dorf, diese neuen Bereiche mit Leben zu füllen“, so Anton Klocker. „Ich hoffe, dass möglichst viele Gruppen – von der Jugend bis zu den Senioren – das Haus künftig nutzen. Im sanierten Erdgeschoß wurde ein neues Pfarrbüro, davor eine zentrale Labe mit einer Kücheninsel sowie ein Saal eingerichtet. Der neue, nördlich gelegene Zubau bietet Raum für Sanitärräume und Heizung.“ Insgesamt flossen 360.000 Euro in das gelungene Tristacher Projekt.

 

 

Text: E. Hilgartner, Fotos: © Osttirol Journal, Martin Lugger

09. September 2025 um