MUKL 9900 – Kulturverein mit Herz und Haltung
Mitten in Lienz ist 2025 eine neue Veranstaltungslocation entstanden. Was früher Proberaum und später u.a. Reifenlager war, ist heute ein vibrierender Treffpunkt für Musik- und Kulturliebhaber aller Alters- und Gesellschaftsschichten.
Was früher Proberaum der Eisenbahner-Stadtkapelle und später u.a. Reifenlager war, ist heute, getragen vom 2024 gegründeten Verein MUKL (Musik und Kultur Lienz), ein vibrierender Treffpunkt für Musik- und Kulturliebhaber aller Alters- und Gesellschaftsschichten. Initiiert wurde das Projekt von Sabine und Christoph Buchberger aus Lienz. „Es war seit Jahren unser Traum, so etwas zu machen“, erklären die beiden. Heute führen Sabine und Christoph den 2024 gegründeten Verein MUKL (Musik und Kultur Lienz) gemeinsam mit Evelin Gander, Ralph Mattersberger und Christoph Gradnig. Die Idee hinter MUKL ist einfach erklärt: einen Raum zu schaffen, der Musik und Kultur in Lienz bereichert – und dies nicht als Konkurrenz, sondern als Alternative bzw. Ergänzung zum bestehenden Angebot. Seit dem Soft Opening im September 2025 hat sich gezeigt, wie groß der Bedarf dafür ist. Die Veranstaltungen von MUKL waren von Anfang an sehr gut besucht, die Resonanz überwältigend.

Heimische Künstler und internationale Acts
Die Atmosphäre in den Räumlichkeiten im Lienzer Bahnhofsgelände (Bahnhofsplatz 11) erinnert an kleine Clubs in Metropolen – intim, direkt und lebendig. Bei Bestuhlung finden hier rund 60 Personen Platz, stehend etwa 150. Die Musikfans, die hierherkommen, sind so vielfältig wie das Programm selbst – alle Altersgruppen und Gesellschaftsschichten sind vertreten. „So bunt wie unser Programm ist auch unser Publikum“, betonen Sabine und Christoph. Musikalisch setzt MUKL bewusst auf Vielfalt und Eigenständigkeit. Von Indie, Punk und Metal über Chanson, Funk, Hip-Hop und Rap bis hin zu Shoegaze oder Garage Rock reicht die Bandbreite. Coverbands sucht man hier vergeblich – im Mittelpunkt steht originale, oft auch regionale Musik. MUKL will, so die Vereinsmitglieder unisono, heimischen Künstlerinnen und Künstlern ebenso eine Bühne bieten wie internationalen Acts. Der Fokus liegt dabei vor allem auf noch weniger bekannten Musikerinnen und Musikern. Wie sehr gerade die internationale Dimension Realität geworden ist, lässt sich daran erkennen, dass auf Sabines Computer täglich gleich mehrere Anfragen aus aller Welt einlangen – aus Städten wie Berlin, London und Washington oder aus Ländern wie Mexiko. Dieser Effekt wird stark durch Social Media befeuert – die Veranstaltungen von MUKL findet man auf Instagram und in Online-Veranstaltungskalendern diverser Medien. Zwei- bis dreimal pro Woche hört sich das MUKL-Team durch neue Musik, um passende Acts für die nächsten Termine auszuwählen.
Persönlicher Einsatz, respektvolles Miteinander
Organisiert wird das MUKL-Angebot ausschließlich ehrenamtlich. Technik, Programm, Betreuung – alles basiert auf Idealismus und Leidenschaft. Während andere Veranstalter mit großen Budgets arbeiten, investieren die MUKL-Macherinnen und -Macher vor allem Zeit, Energie und Herzblut. Unterstützt werden sie von regionalen Sponsoren wie heimischen Autohändlern (allen voran Autohaus Niedertscheider), der Malerei Schusteritsch, den Firmen AGEtech und Rossbacher, der Felbertauernstraße AG, der Privatstiftung Lienzer Sparkasse und von Geigenseer. „Bei den Veranstaltungen setzen wir bewusst auf freiwillige Spenden anstatt fixer Eintrittspreise“, informieren Christoph und Ralph. „Wir hoffen, dass so auch viele junge Menschen das Angebot nützen. Bei uns muss man nicht wochenlang vorher Karten reservieren, sondern kommt einfach vorbei.“ Die Veranstaltungslocation selbst bietet alles, was es braucht: eine Bühne, einen Backstagebereich und eine kleine Bar – kompakt, aber funktional. Auf „harte“ Getränkekonzepte oder Konkurrenz zur Innenstadtgastronomie wird bewusst verzichtet, und stattdessen auf lokale Produkte gesetzt. Wichtig ist dem MUKL-Team ein respektvolles Miteinander. „Unsere Eventlocation soll ein Ort sein, an dem sich alle willkommen und sicher fühlen, ausdrücklich auch Frauen, die alleine Veranstaltungen besuchen“, so Sabine und Evelin.

Bunte Vielfalt, tolles Feedback
Ursprünglich waren auch Lesungen Teil des MUKL-Programms, inzwischen liegt der Fokus aber ganz klar auf Musik, wenngleich das Angebot künftig durch Formate wie Poetry Slam ergänzt werden soll. Insgesamt 14 Veranstaltungen wurden seit der Eröffnung bereits umgesetzt, jede davon mit eigenem Publikum und eigener Dynamik. Die Rückmeldungen, die das MUKL-Team erhält, sprechen für sich: „Endlich – das hat gefehlt!“ oder „Dass es MUKL gibt, gibt mir wieder Hoffnung für unsere Gesellschaft.“ Solche Aussagen zeigen, dass hier mehr entstanden ist als nur eine Bühne – nämlich ein Angebot mit Inhalt, Bedeutung und Haltung. Für die Zukunft wünscht sich das MUKL-Team, dass irgendwann eine jüngere Generation übernimmt und die Idee weiterführt. Bis dahin gilt: MUKL lebt von der Begeisterung seiner Macherinnen und Macher – und von einem Publikum, das diesen besonderen Ort mitträgt!

Text: Elisabeth Hilgartner, Fotos: © Martin Lugger, C. Gradnig


