Land schließt Lawinen-Gefahrenzonenplanung ab

Die meisten registrierten Lawinenstriche, nämlich 497, gibt es im Bezirk Lienz. Die Gefahrenzonenplanung für besiedelte Gebiete schloss das Land mit Ende 2015 ab.

Seit Jahren arbeitet die Wildbach- und Lawinenverbauung an der Ausarbeitung von Gefahrenzonenplänen für Lawinen in Tirol. Derzeit sind 2.634 raumrelevante Lawinenstriche registriert. Raumrelevant sind Lawinen dann, wenn sie wichtige Infrastruktureinrichtungen – wie Siedlungen oder Verkehrswege – gefährden. Die meisten registrierten Lawinenstriche gibt es mit 497 im Bezirk Lienz, gefolgt von Imst mit 495 und Landeck mit 446. 1,88% der nutzbaren Fläche für Siedlungs- und Verkehrsflächen in Tirol liegen in roten Lawinengefahrenzonen, 2,5% in gelben. In roten Zonen sind 374, in gelben 2.964 Häuser betroffen.

Lawinengalerien wie diese im Defereggental schützen Gäste wie Einheimische sommers wie winters vor den Naturgewalten

Diese Lawinengalerie schützt die Defereggental-Landesstraße. Das Bild wurde bei einem Erkundungsflug nach den starken Schneefällen Ende Jänner/Anfang Februar 2014 aufgenommen.

„Ein aktueller Stand über die Gefährdungslage ist die Voraussetzung für die Planung und Umsetzung entsprechender Maßnahmen. Um Siedlungsbereiche mit entsprechenden Schutzbauten wieder aus den  Gefährdungsbereichen herauszubringen, nehmen Bund und Land viel Geld in die Hand“, so Sicherheitsreferent LH-Stv. ÖR Josef Geisler. 106 Galerien und Unterflurtrassen mit einer Gesamtlänge von 34 Kilometern gibt es in Tirol. Das gezielte Absprengen von Lawinen, die Verkehrsverbindungen gefährden, ist laut Geisler in manchen Fällen eine gute Alternative zu teuren technischen Verbauungen.

LH-Stv. ÖR Josef Geisler und DI Siegfried Sauermoser präsentierten den aktuellen Stand der Lawinengefahrenzonenplanung.

LH-Stv. ÖR Josef Geisler (links) und DI Siegfried Sauermoser präsentierten den aktuellen Stand der Lawinengefahrenzonenplanung.

Die Methodik bei der Gefahrenzonenplanung habe sich in den vergangenen Jahren stark verändert und qualitativ deutlich verbessert, berichtet DI Siegfried Sauermoser, Leiter der Sektion Tirol der Wildbach- und Lawinenverbauung. „Neben der umfangreichen Auswertung von historischen Ereignisdaten sowie der Erhebung und Bewertung von Gelände- und meteorologischen Daten spielt die Berechnung und Simulation von Lawinen eine zentrale Rolle bei der Abgrenzung von Lawinengefahrenzonen“, erklärt Sauermoser.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: BMLFUW, Brunner Images, wikopreventk

03. Februar 2016 um