Große Beutegreifer: Alpenländer treiben gemeinsames Management voran
Auf Antrag Tirols wird derzeit an der technischen Umsetzung einer länderübergreifenden genetischen Datenbank für große Beutegreifer gearbeitet. Künftig sollen auch Informationen zu Bären zwischen den Mitgliedsländern ausgetauscht werden.
Vor vier Jahren legten die Agrarreferent:innen der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (ARGE ALP) in Innsbruck den Grundstein für ein länderübergreifendes Wolfsmanagement. Seither arbeiten die zehn Mitgliedsländer beim Monitoring und beim Austausch von Wolfsdaten eng zusammen.
Vor Kurzem trafen sich Fachexpert:innen der ARGE-ALP-Mitgliedsländer sowie nationaler Koordinierungsstellen in Bregenz: Der Datenaustausch zum Wolfsmonitoring sowie zu Kennzahlen der Berglandwirtschaft wird fortgesetzt und weiter vertieft. Zudem soll künftig auch ein Datenaustausch zum Bären erfolgen. Dieser umfasst sowohl Informationen zur räumlichen Ausdehnung und Genetik als auch zu verursachten Schäden.
„Der Wolf kennt – ebenso wie der Bär – keine Landesgrenzen. Deshalb darf auch das Management nicht dort enden. Wir brauchen eine gute Datengrundlage auf Landesebene – in ganz Österreich und im internationalen Austausch. Die Zusammenarbeit im Rahmen der ARGE ALP ist dabei eine zentrale Säule: Sie hilft uns, die Bestände großer Beutegreifer im Alpenraum besser zu erfassen und Maßnahmen abgestimmt umzusetzen“, betont Tirols Agrarreferent LH-Stv. Josef Geisler. „Unser gemeinsames Ziel ist ein abgestimmtes grenzüberschreitendes Bestandsmanagement, das eine gezielte und nachvollziehbare Steuerung der Wolfspopulation ermöglicht und Konflikte langfristig reduziert.“
Auf Antrag Tirols wird derzeit an der technischen Umsetzung einer länderübergreifenden genetischen Datenbank für große Beutegreifer gearbeitet, die an eine bestehende slowenische Datenbank angebunden werden soll. Zusätzlich zu den bisherigen Monitoringdaten zum Wolf sollen künftig auch Informationen zu Bären zwischen den Mitgliedsländern ausgetauscht werden.
Auf Initiative Tirols werden Monitoringdaten zu Wölfen und deren Auswirkungen auf die Almwirtschaft seit dem Jahr 2022 in Form eines gemeinsamen Berichts der ARGE-ALP-Mitglieder veröffentlicht. Dieser Bericht wird künftig um die Daten zu Bären ergänzt.
Text: Redaktion, Foto: AdobeStock


