Gedenken an Sprengung am Col di Lana vor 100 Jahren

Die Erinnerung an alle Gewaltopfer des Dolomitenkrieges und eine gemeinsame Zukunftsperspektive standen im Fokus des Traditionstages des Jägerbataillons 24.

Aus den ehemaligen Feinden sind Freunde geworden, und diese gehen ihren Weg in Europa gemeinsam. 100 Jahre nach den schweren Kämpfen in den Dolomiten stand diese Botschaft im Mittelpunkt des Traditionstages des Hochgebirgs-Jägerbataillons 24 am Freitag, 15. April 2016, in der Haspingerkaserne in Lienz. Soldaten des Österreichischen Bundesheeres und der Alpini sowie zahlreiche Traditionsverbände waren ausgerückt, die Col di Lana-Patrouille meldete sich zurück. Die Musikkapellen von Abfaltersbach und Assling umrahmten den Traditionstag musikalisch.

Die Ehrenkompanie der Garde aus Wien war beim diesjährigen Ttraditionstag ebenfalls ausgerückt.

Die Ehrenkompanie der Garde aus Wien war beim diesjährigen Traditionstag ebenfalls ausgerückt.

Am 17. April 1916 wurde der Gipfel des Col di Lana nach 106 vergeblichen italienischen Angriffen mit seinen Verteidigern – der 6. Kaiserjägerkompanie – in die Luft gesprengt. „100 Jahre nach diesen schrecklichen Ereignissen ist es mir ein besonderes Anliegen, im Sinne der europäischen Werte, in gegenseitiger Achtung und in Erinnerung an alle Gewaltopfer des Dolomitenkrieges gemeinsam ein sichtbares Zeichen der Überwindung des Konflikts und einer positiven Zukunftsperspektive zu setzen“, so der Kommandant des Jägerbataillons 24, Bernd Rott, in seiner Ansprache. Den Traditionstag verstehe er nicht als Wachhalter einer Feindschaft, sondern als Pflege einer in gemeinsamen internationalen Friedensmissionen erarbeiteten, achtungsvollen Freundschaft in der Europaregion Tirol.

Kaiserjägerbund, Kaiserjägerschützenbund und die Kaiserjäger Südtirol waren unter den zahlreichen ausgerücktenTraditionsverbänden.

Kaiserjägerbund, Kaiserjägerschützen und die Kaiserjäger Südtirol waren unter den zahlreichen ausgerückten Traditionsverbänden.

Als bedenklich bezeichnete Mag. Peter Grünwald, Kommandant der 6. Jägerbrigade und militärisch Höchstanwesender, die derzeitige Sicherheitslage in und um Europa. „Ich orte ein Unbehagen und Misstrauen gegenüber allem Militärischen und der staatlichen Gewalt. So wurden unsere Sicherheitsvorsorgen sträflich vernachlässigt. In der Sicherheits- und Verteidigungspolitik muss es wieder einen Richtungsschwenk geben“, so Grünwald. In die gleiche Kerbe schlug der Vertreter des Landes Tirol, LA DI Hermann Kuenz. „Viele Bürger haben das Gefühl der Unsicherheit und der Angst. Die Gewalt hat mit den Terroristen Europa erreicht, und diese Gewalt trifft unschuldige Menschen“, so Kuenz. Der Staat Österreich habe jetzt aber endlich erkannt, dass „er für die Sicherheit der Bevölkerung verantwortlich ist und dass die Grenzen zu sichern und zu kontrollieren sind“. Er bekräftigte, dass es – auch vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingsproblematik – zu keinen Verkäufen von Kasernenarealen kommen werde. „Das gilt auch für die Franz-Josefs-Kaserne in Lienz“, so Kuenz.

Kapellmeister Helmut Oberdorfer dirigierte die Uraufführung des von ihm komponierten 24er Hochgebirgsjäger-Marsches".

Kapellmeister Helmut Oberdorfer dirigierte die Uraufführung des von ihm komponierten „24er Hochgebirgsjäger-Marsches“.

Beim heurigen Traditionstag kam es auch zur Uraufführung des „24er Hochgebirgsjäger-Marsches“, den Helmut Oberdorfer, Kapellmeister der MK Abfaltersbach, komponiert hatte. Die beiden Musikkapellen spielten den Marsch, Kadersoldaten des Jägerbataillons 24 sangen dazu. „Ein Jahr Arbeit steckt hinter diesem Marsch, das Lied soll ein Markenzeichen unseres Bataillons werden. Ich bedanke mich beim Schöpfer dieses Werkes, Helmut Oberdorfer, aber auch bei den Obmännern der Musikkapellen Abfaltersbach und Assling sowie bei Stabskommandant Markus Nußbaumer als für das Projekt verantwortlichen Offizier“, so Bataillonskommandant Bernd Rott. Mit einem Ehrensalut des k.u.k. Gebirgsartillerieregiments Kaiser Nr. 14 aus Dölsach unter Kommandant in Tradition Eduard Moser und der Defilierung fand der offizielle Teil des diesjährigen Traditionstages seinen Abschluss.

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Das k.u.k. Gebirgsartillerieregiment Kaiser Nr. 14 aus Dölsach

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images

 

 

16. April 2016 um