Ein neues Gipfelkreuz für den Mittersiller Hausberg Pihapper
Am 5. Juli 2025 konnte am Pihapper am Eingang zum Felbertal ein neues Gipfelkreuz eingeweiht werden – ein schönes Fest am Berg und der Schlusspunkt einer mehrjährigen Gemeinschaftsleistung.
Federführend für das Projekt eines neuen Gipfelkreuzes war insbesondere der Verein „Tauern-Wegmanda Oberpinzgau“, eine Untergruppe des Alpenvereins Oberpinzgau. Deren Obmann, Simon Hirschbichler, hat uns vom Mittersiller Hausberg Pihapper, von der Arbeit der Tauernweg-Manda und davon erzählt, was ihn und seine Kollegen antreibt.

Simon Hirschbichler, 35-jähriger Familienvater aus Mittersill und beruflich bei der Firma Senoplast im Controlling engagiert, leitet den Verein „Tauernweg-Manda“ seit 2018 als Obmann. „Wir sind eine Truppe aus 14 aktiven Mitgliedern, zur Hälfte junge Manda und zur anderen Hälfte Männer mit viel Erfahrung“, lässt er wissen und streicht vor allem die gute Zusammenarbeit mit Hari Millgrammer, Vereinsmitglied und Wegreferent des Alpenvereins Oberpinzgau, heraus. „Uns alle eint die Liebe zur Natur und der Wunsch, gemeinsam in der wunderschönen Bergwelt des Oberpinzgaues Sinnvolles zu tun. Unsere Berge, die Wege, Schilder, Stege, Mauern, Seilsicherungen und ähnliches sollen auch in Zukunft für die Allgemeinheit zugänglich und vor allem sicher sein!“ Dass dies so bleibt, dafür setzen die „Tauern-Wegmanda“ jedes Jahr unzählige Stunden ihrer Freizeit ehrenamtlich ein. „Durchschnittlich zählen wir über 500 Einsatzstunden“, so Simon. Die Saison beginnt mit der Schneeschmelze und zieht sich, je nach Witterungsverhältnissen, oft bis in den Spätherbst hinein. Jedes Jahr setzen sich die Vereinsmitglieder Ziele, die auf einer vorausgegangenen Bestandsaufnahme bzw. auf einer Sichtung des Ist-Zustandes fußen. „Gemeinsam legen wir fest, wo Maßnahmen zu treffen sind und ob wir auch ein neues Projekt in Angriff nehmen.“ In den Zuständigkeitsbereich der „Tauern-Wegmanda“ fallen rund 120 Kilometer Wanderwege, bevorzugt im Oberpinzgau. Oft werden sie aber auch von benachbarten Regionen oder Organisationen angefragt. Als Beispiele für neue Wanderwege der vergangenen Jahre nennt Simon jenen, der seit 2023 über die Saueckkapelle auf die Stimmelhöhe bei Stuhlfelden führt. Eine weitere Route – der Wanderweg auf die Lärchwand in Uttendorf, der 2001 durch ein Unwetter zerstört wurde – wird gerade reaktiviert. „Darüber hinaus sind wir auch im Bereich Mountainbikewege tätig und haben zuletzt, in Kooperation mit Michael Sinnhuber von Mittersill plus und Forstrevierleiter Rudi Göstl, zwei offizielle Wege für Biker freigegeben: vom Berghof bei Hollersbach bis zum Almtor der Pölsenalm und von der Seestube hinauf zur Rossalm im Hollersbachtal.“


Als ein ganz besonderes Herzensprojekt bezeichnet der Tauern-Wegmanda-Obmann das neue Gipfelkreuz auf dem Pihapper, das im Juli 2025 eingeweiht werden konnte. „Der Pihapper ist der Mittersiller Hausberg“, sagt Simon und erzählt, dass sich Autor und Journalist Wolfgang Machreich im Vorfeld der Kreuzweihe intensiv mit Geschichte, Namensgebung und Kreuz des Berges auseinandergesetzt habe. „Seine Recherchearbeit hat ergeben, dass sich für den Namen ‚Pihapper‘ nicht einmal in der einschlägigen Fachliteratur eine plausible Erklärung finden lässt. Der Pihapper ist kein Horn, kein Kogel und kommt ohne die Beifügung -stein, oder -berg oder gar -bichl aus. Vielleicht könnte das Pi im Namen auf den Pinzgau hinweisen, belegt ist dies aber nicht.“ Verstärkt wird das Alleinstellungsmerkmal bzw. die Besonderheit dieses Berges durch seine Dominanz als eine Art „Wächter“ am Eingang des Felbertals. Egal, von welcher Himmelsrichtung man kommt, ist er von weitem sichtbar und seine eigentümliche, sich spitz in den Himmel streckende Form erkennbar. Flankiert von zwei Felsarmen, ist der Hauptgipfel 2.513 Meter hoch.
Das erste Gipfelkreuz, das auf dem Pihapper installiert wurde, reicht in seiner Entstehungsgeschichte in die 1960er-Jahre zurück. 1965 wurde es, unter nicht immer einfachen Bedingungen, von der Jungmannschaft des ÖAV Oberpinzgau errichtet. Offiziell seiner Bestimmung über geben, krönte es für 60 Jahre den Gipfel des Mittersiller Hausberges. Doch der Zahn der Zeit nagte auch an diesem Symbol der Verbundenheit des Menschen mit der Natur und dem Glauben. 2022 mussten die Tauern-Wegmanda im Zuge ihrer jährlich stattfindenden Besichtigung feststellen, dass sowohl die Konstruktion als auch Sockel und Untergrund aufgrund der extremen Witterungsverhältnisse am Berg im Laufe von fast sechs Jahrzehnten stark in Mitleidenschaft gezogen waren. „Im Vorstand des ÖAV Oberpinzgau fiel deshalb der Beschluss für eine Neuerrichtung des Gipfelkreuzes“, erinnert sich Simon zurück und berichtet, dass sich in der Folge das „Projektteam Gipfelkreuz Pihapper“ formierte, geleitet von Simon und Josef Buchner. „Der erste Entwurf für das neue Kreuz stammte von mir, für das Design zeichneten Jörg Moosbrugger und für die Anfertigung die Spezialisten der Mittersiller Firma Christian Neuschmied verantwortlich.“ Auf das Projektteam wartete viel Arbeit: Ein passender Standort war zu suchen, Genehmigungen und Kostenvoranschläge waren einzuholen und Sponsoren bzw. Unterstützer zu finden.
Im Juli 2024 machten sich die fünf „Manda“ Hans Winkler, Thomas Elmer, Paul Zotter, Josef Buchner und Simon Hirschbichler von der Rossalm auf den Weg zum Gipfel, um dort die Grundlagen für den neuen Sockel zu schaffen. Mitte August 2024 fand der Hubschrauberflug für das Betonieren des Sockels statt. Der finale Akt für die Montage des neuen Gipfelkreuzes folgte im Mai 2025: Per Hubschrauber wurde das neue Kreuz auf 2.513 Meter geflogen und in Maßarbeit am Sockel fixiert. Nachdem die Verschraubung am Fuß des alten Gipfelkreuzes und dessen Sicherungsseile entfernt waren, hob der Hubschrauber das alte Kreuz ab, und flog es nach 60 Jahren Gipfeldienst ins Tal.

„Das neue Gipfelkreuz war nur durch das Engagement vieler möglich und umsetzbar. Getragen wurde das Projekt vom ÖAV Oberpinzgau. Unser Dank gilt allen, die mit viel Herzblut daran mitgearbeitet haben sowie der Firma Neuschmied, der Stadtgemeinde Mittersill und Mittersill Plus für deren Unterstützung“, streicht Simon den Erfolg aller Beteiligten heraus. Die Einweihung am 5. Juli 2025 mit Feierstunde, Bergmesse, Segnung und musikalischer Umrahmung durch das Quartett der Liedertafel Mittersill, die Musikgruppe 7a Bagasch sowie die Weisenbläser der Bürgermusik nennt er einen würdigen, sehr schönen Abschluss. „Bergsteigerdank allen, die zum Gelingen dieses Werks beigetragen haben! Bergsteigergruß allen, die auf dem Pihapper vom neuen Kreuz empfangen werden! Berg Heil!“
Text: Elisabeth Hilgartner, Fotos: © Franz Reifmüller und Tauern-Wegmanda


