Bergrettung Lienz: Heim-Neubau und 51 Einsätze forderten die Mannschaft

Das Interesse, bei der Bergrettung mitzuarbeiten, ist groß. Über 18 AnwärterInnen verfügt die Ortsstelle Lienz. Alois Duregger wurde bei der JHV für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Zum ersten Mal fand die Jahreshauptversammlung der Bergrettung Lienz am Freitag, 15. Februar, im neuen Heim in der Pfister statt. Obmann Thomas Zimmermann konnte neben zahlreichen Bergrettern und Vertretern von Blaulichtorganisationen auch die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik und ihren Amtskollegen aus Nußdorf-Debant, Andreas Pfurner, begrüßen. 16 Gemeinden umfasst das Einsatzgebiet der Ortsstelle. Der Mitgliederstand beträgt 115, die Einsatzmannschaft besteht aus 74 Bergrettern.

 

Thomas Zimmermann: „Die Anzahl der Einsätze steigt ständig. Die Situation für die Bergretter wird also immer schwieriger. Unsere Mitglieder müssen bei Einsätzen oft von der Arbeit weg. Wir möchten uns hier einmal bei allen Arbeitgebern – allen voran bei der Stadt Lienz – bedanken.”

 

Von einem arbeitsintensiven Jahr berichtete Obmann Thomas Zimmermann. „Inklusive Unterstützung bei anderen Ortsstellen waren wir 58 Mal im Einsatz. Es war damit das einsatzreichste Jahr unserer Vereinsgeschichte. Gefordert hat uns in den letzten Jahren auch der Bau der neuen Zentrale. Aber jetzt freuen wir uns, dass wir über ein Heim mit ausreichend Platz für Mannschaft und Material sowie genügend Parkplätze verfügen. Zur feierlichen Eröffnung am 17. Mai darf ich euch jetzt schon alle einladen”, so Zimmermann. Über den Nachwuchs braucht sich die Ortsstelle keine Sorgen zu machen. „Das Interesse ist groß. 18 Anwärterinnen und Anwärter machen derzeit die Ausbildung bzw. haben diese schon abgeschlossen”, freute sich der Obmann.

 

Martin Presslaber: „Die zwei E-Bikes und die Titan-Trage, die neu angeschafft wurden, haben sich bei Einsätzen schon bewährt. Wichtig ist die Ausbildung mit medizinischem Hintergrund. Die Auswirkungen der Unfälle – etwa auf den neuen Bike-Trails, aber auch auf den Klettersteigen – erfordern dies.

 

Einsatzleiter Martin Presslaber berichtete von 51 Einsätzen mit 2.006 geleisteten Stunden, durchschnittlich standen 15 Bergretter pro Einsatz zur Verfügung. „Umfangreiche Suchaktionen bei teilweise widrigen Witterungsverhältnissen haben das Einsatzjahr geprägt. Aufwändig gestaltete sich eine zweitägige Suchaktion in Amlach mit über 400 Mannstunden. Am Schluss einer Suchaktion in Nußdorf-Debant stand leider eine Todbergung. Auch beim Hochwasser Ende Oktober standen wir im Einsatz, wobei es hier insbesondere darum ging, die Grundversorgung (Strom, Wasser, Kanal, Rettungs- und Sanitätswesen) aufrechtzuerhalten. Neben den 51 Einsätzen unterstützte die Bergrettung Lienz noch sieben Einsätze der Ortsstellen Defereggental, Kals, Obertilliach, Sillian und Prägraten mit ihren Bergrettungsärzten und Suchhunden.

 

v.l.n.r.: Landesleiter Hermann Spiegl, die neu aufgenommenen Anwärter Alexander Rahm und Eugen Maier, Bezirksleiter Peter Ladstätter

 

Matthias Pargger berichtete von 25 Übungen, an denen durchschnittlich 22 BergretterInnen teilnahmen. „Höhepunkte waren der Alpin-Medic-Kurs bei der Karlsbaderhütte, eine Lawineneinsatzübung im Bereich der Faschingalm, die Anwärterübung am Roten Turm, eine Fels- und Bergeübung am Kreithof, die Sommerübung am Klettersteig Verborgene Welt bei der Kerschbaumeralm und die Einsatzübung beim Dolomitenmann, bei der bis zu 40 Mitglieder vor Ort im Einsatz standen”, so Pargger.

 

Clemens Troyer: „Wir hatten im vergangenen Jahr extrem viele Sucheinsätze abzuwickeln. Dazu kommen die Kurse und Einsatzüberprüfungen, die wir regelmäßig absolvieren müssen. Über 2.200 gefahrene Kilometer und 2,5 Wochen Urlaub sind dadurch 2018 pro Hundeführer zusammengekommen.”

 

Stephan Senfter berichtete vom Neubau der Bergrettungszentrale. „Jedes Mitglied und viele andere haben hier ihren Beitrag geleistet. Das erfüllt mich mit Stolz. Bis Ende 2018 wurden für den Neubau über 5.000 Arbeitsstunden  von unseren Mitgliedern geleistet. Das entspricht in etwa drei Mannjahren”, so Senfter. Clemens Troyer von der Lawinenhundestaffel berichtete von 12 Sucheinsätzen und 32 Übungen. „Die Ortsstelle verfügt mit mir und meinem Kollegen über zwei Hundeführer mit jeweils einem Hund. Wir hatten 2018 extrem viele Einsätze und Übungen zu bewältigen. Sieben Tage dauerte allein der Kurs im Kühtai, eintägige Einsatzüberprüfungen absolvierten wir am Hintertuxer und Stubaier Gletscher”, so Troyer. Neu aufgenommen wurden die Anwärter Eugen Maier und Alexander Rahm, für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt wurde Alois Duregger.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

16. Februar 2019 um