3! WinterLifeCamp: Spaß und Sicherheit im Schnee

Rund 1.000 SchülerInnen der dritten Klassen werden an den Neuen Mittelschulen und am Gymnasium alljährlich in Sachen alpine Gefahren und Erste Hilfe geschult.

Anlässlich eines Schulungstermins an der Neuen Mittelschule Nußdorf-Debant am Dienstag, 2. Februar, stellten Direktor Thomas Greuter sowie Vertreter des Alpinkompetenzzentrums, der Bergrettung, der Alpinpolizei und des Landes Tirol das in Osttirol einzigartige Programm „3! WinterLifeCamp“ vor. „Wir erreichen mit unseren Sicherheitstagen an den Neuen Mittelschulen und am Gymnasium rund tausend 13- bis 14-Jährige pro Winter“, erklärte Bergführer Toni Riepler. Rund zwei Stunden dauert der theoretische Teil an den Schulen am Morgen, dann geht es in das Skigebiet, wo die Jugendlichen praxisnah die Pistenregeln sowie das richtige Verhalten bei Unfällen oder Lawinenabgängen kennenlernen.

Was muss passieren, wenn etwas passiert? Die notwendigen Maßnahmen im Falle eines Lawinenabgangs werden geübt.

Was muss passieren, wenn etwas passiert? Die notwendigen Maßnahmen im Falle eines Lawinenabgangs werden geübt.

Beim Programm und bei den Camps mit an Bord ist auch die Alpinpolizei. „Die alpinen Gefahren beginnen im Regelfall neben der Piste. Spaß im Back Country-Bereich werden bei Jugendlichen immer beliebter. Das Bewusstsein für die Gefahren ist jedoch unter den jungen Menschen kaum verbreitet“, erklärte Werner Mariacher, Leiter der Osttiroler Alpinpolizei, den Sinn der Camps.

Bergführer Toni Riepler: „Beim theoretischen Teil in den Schulen geht es einerseits um die Pistenregeln und andererseits um Schnee- und Lawinenkunde."

Bergführer Toni Riepler: „Beim theoretischen Teil in den Schulen geht es einerseits um die Pistenregeln und andererseits um Schnee- und Lawinenkunde.“

Bereits sieben Jahre werden die Camps an den Osttiroler Schulen durchgeführt. Die Sportabteilung des Landes hat sich dazu entschlossen, die Sicherheitstage finanziell zu unterstützen. „5.000 Euro werden bereitgestellt, damit die SchülerInnen außer den Buskosten nichts bezahlen müssen. Ich gehe davon aus, dass die Camps in Osttirol durch die Unterstützung des Landes auch für die nächsten Jahre gesichert sind“, erklärte LA Martin Mayerl.

Am Dienstagvormittag brachen SchülerInnen der NMS Nußdorf-Debant nach den Vorträgen wieder in das Skigebiet Zettersfeld auf, um dort mit den Bergführern des Alpinkompetenzzentrums einen spannenden Sicherheitstag zu verbringen.

Am Dienstagvormittag brachen SchülerInnen der NMS Nußdorf-Debant nach den Vorträgen wieder in das Skigebiet Zettersfeld auf, um dort mit den Bergführern des Alpinkompetenzzentrums einen spannenden Sicherheitstag zu verbringen.

Dass sich das Programm bewährt und auch erste Erfolge zu sehen sind, bestätigt Bergführer Franz Holzer. „Als ich mit Gästen auf der Piste unterwegs war, kam ich zu einem Unfall. Schüler waren schon dort und haben tatkräftig mitgeholfen. Vom Absetzen des Notrufes bis zur Einweisung des Hubschraubers haben Jugendliche, die an den WinterLifeCamps teilgenommen haben, alles erledigt“, freut sich Holzer. Die Ziffer 3 im Namen des Programms steht einerseits für 3. Klassen und andererseits für die Gefahrenstufe 3, jene Lawinenwarnstufe, bei der am meisten Unfälle passieren. „Die 13- bis 14-Jährigen sind in einem idealen Alter für ein derartiges Programm – sie sind offen und reif genug, um die Materie zu verstehen“, erklärte Toni Riepler.

Maßnahmen werden im Skigebiet praxisnah erklärt und geübt.

Erste Hilfe-Maßnahmen werden im Skigebiet praxisnah erklärt und geübt.

Direktor Thomas Greuter findet die Zusammenarbeit mit außerschulischen Organisationen – wie Bergrettung, Alpinkompetenzzentrum und Alpinpolizei – im Rahmen des „3! WinterLifeCamps“ besonders wichtig. „In das Programm eingebunden sind alle Neuen Mittelschulen des Bezirkes. Die SchülerInnen sind immer sehr motiviert, bei einem Tag im Skigebiet das richtige Verhalten auf der Piste und bei Unfällen zu üben. Und außerdem machen die Camps den jungen Menschen irrsinnig viel Spaß“, betonte Greuter.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: AKZ, Osttirol heute/Mühlburger

02. Februar 2016 um