Abfaltersbach: Ein musikalisches Fest der Lebensfreude und der Kameradschaft

„Musik bewegt, Tradition verbindet“ – unter diesem Motto ging vom 25. bis 27.7. im Rahmen des Bezirksmusikfestes Pustertal-Oberland der Höhepunkt des Jubiläumsjahres 2025 der MK Abfaltersbach über die Bühne.

Die Pustertaler Gemeinde Abfaltersbach stand am letzten Juliwochenende 2025 ganz im Zeichen der Blasmusik: Drei Tage lang wurde hier das diesjährige Bezirksmusikfest Pustertal-Oberland sowie vor allem auch das Jubiläum „200 Jahre MK Abfaltersbach“ zelebriert. Rund 600 Musikantinnen und Musikanten der 10 Kapellen aus dem Musikbezirk sowie Mitglieder der Partnerkapelle der MK Abfaltersbach aus Freistadt Rust sorgten für ein buntes Bild und eine außergewöhnliche Klangwolke.

 

 

Einen ganz besonderen Auftritt legte das Kinderorchester „Das Kapellchen“ mit rund 100 Kindern im Alter von 7 bis 13 Jahren hin. Sie trugen am Sonntag, 27.7., unter der Leitung von Kapellmeister David Luidold und Bezirks-Kapellmeister-Stv. Christian Schönegger einen Auszug aus Johann Strauß` „Donauwalzer“ vor und wurden dafür mit tosendem Applaus der Festgäste belohnt.

 

 

Zuvor hatte man bereits am Freitag und am Samstag das 200-Jahr-Jubiläum der Musikkapelle Abfaltersbach gebührend gefeiert – mit einem Aufmarsch gemeinsam mit der heimischen Schützenkompanie und einem Konzert am Freitagabend sowie mit musikalischer Unterhaltung durch die Band „Schnopsidee“ bzw. mit einem Aufmarsch gemeinsam mit der Partnerkapelle aus Freistadt Rust und deren Konzert am Samstagabend sowie mit anschließender musikalischer Unterhaltung durch die „Partyhirschen“.

 

 

Der Höhepunkt des dreitägigen Festes, Sonntag, 27.7., startete am Vormittag mit einer Heiligen Messe am Festplatz, die Pfarrer Hansjörg Sailer zelebrierte. Anschließend waren die Musikkapellen der Nachbargemeinden bei ihren Kurzkonzerten (Block 1) zu hören und zu sehen.

 

 

Später wurden im Vorfeld der traditionellen Defilierung verdienstvolle Musikanten und Funktionäre geehrt bzw. erfolgreichen Absolventen ihre Leistungsabzeichen überreicht.

 

 

Ab 13.30 Uhr folgte der Festakt mit Defilierung und ab circa 15.30 Uhr Block 2 der Kurzkonzerte. Den musikalischen Ausklang des Festes gestalteten die „Nord-Süd-Ost-Böhmischen“.

 

 

Als Festredner des Bezirksmusikfestes strichen u.a. der Abfaltersbacher Bürgermeister Anton Brunner, der stv. Obmann des Tiroler Blasmusikverbandes, Andreas Berger, der Obmann des Musikbezirkes Pustertal-Oberland, Otto Trauner, sowie der Osttiroler Bundesrat Bgm. Markus Stotter die Bedeutung der heimischen Musikkapellen als Träger von Kultur und Tradition für das Gemeinschaftsleben, die ausgezeichnete Organisation des dreitägigen Festes durch die MK Abfaltersbach sowie die Rolle der Kameradschaft besonders heraus. Nicht vergessen wurde auch die Wichtigkeit der Nachwuchsarbeit, um auch in Zukunft die Qualität in den heimischen Kapellen gewährleisten zu können.

 

200 Jahre Musikkapelle Abfaltersbach

Die Musikkapelle Abfaltersbach wurde im Jahr 1825 durch Schulmeister Josef Schneider begründet. Aufzeichnungen zufolge übernahm später dessen Sohn Josef Schneider II die musikalische Leitung des Klangkörpers. Ihm folgte in den 1880er-Jahren Militärmusiker Vinzenz Duregger nach, der aus seiner aktiven Zeit in der Bataillonsmusik der k. und k. Monarchie umfangreiches Notenmaterial mitbrachte. Einen ganz besonderen Höhepunkt erlebten die Musikanten aus der Pustertaler Gemeinde am 16. Oktober 1886 mit dem Besuch Kaiser Franz Josefs I. 1899 trat die Oberländer Musikkapelle eine Konzertreise nach Bayern an und absolvierte in diesem Zuge mehr als 13 Konzerte, darunter alleine drei im bekannten Löwenbräu-Keller in München. Ein Jahr nach Gründung des Musikbezirkes Pustertal-Oberland (1924) konnte die MK Abfaltersbach 1925 ihr 100-jähriges Bestandsjubiläum begehen.

Wie schon der Erste Weltkrieg bedeuteten auch die Jahre des Zweiten Weltkrieges eine tiefe Zäsur in der weiteren Entwicklung der Musikkapelle und so fiel auch der Wiederaufbau des Vereins nach 1945 zunächst schwer. Bekannt ist, dass Musikanten aus Abfaltersbach erstmals nach Kriegsende bei einer Doppelprimiz in ihrer Heimatgemeinde im August 1945 aufmarschierten. Fünf Jahre später feierte man das 125-jährige Bestehen des Klangkörpers im Rahmen des ersten Bezirksmusikfestes nach dem Zweiten Weltkrieg.

1953 wurde Andreas Schneider zum neuen Kapellmeister gewählt. Er sollte diese Funktion 45 Jahre lang ausüben und damit die weiteren Geschicke der MK Abfaltersbach maßgeblich mitprägen. Für die Musikkapelle folgten viele musikalische Jahrzehnte mit unzähligen Auftritten im In- und Ausland. Vor allem im benachbarten Südtirol waren die Musikanten aus Abfaltersbach gern gesehene Gäste. 1999 wurde der damalige Bezirkskapellmeister Hubert Lugger aus Obertilliach zum neuen Kapellmeister gewählt und sein Vorgänger, Andreas Schneider, zum Ehrenkapellmeister ernannt. Im Gedenken an die Konzertreise nach Bayern im Jahr 1899 erfolgte 1999 die Teilnahme der MK Abfaltersbach am Münchner Oktoberfest.

Unter Kapellmeister Lugger konnte die Musikkapelle viele musikalische Highlights erleben. Ihm folgte 2007 OSR Leopold Kollreider als musikalischer Leiter nach. 2010 wurde das 185-jährige Bestandsjubiläum der MK Abfaltersbach mit dem Bezirksmusikfest gefeiert und im gleichen Jahr der „Kaiser-Jubiläumspavillon“ am Dorfplatz wiedererrichtet. Letzterer wurde 1898 als erster Musikpavillon im heutigen Bezirk Lienz erbaut. 2011 wurde Helmut Oberdorfer zum neuen Kapellmeister bestellt. Er übte diese Funktion bis 2024 aus. 2022 erhielt die MK Abfaltersbach ein weiteres Ehrenmitglied: Karl Leiter wurde mit dieser Ehre bedacht, war er doch nicht nur 60 Jahre aktives Mitglied, sondern auch für 20 Jahre als Obmann der Musikkapelle tätig gewesen. Johann Duregger, über 27 Jahre lang Obmann der Kapelle, legte 2023 seine Funktion zurück. Heute engagiert sich Peter Ortner als Obmann. Die musikalische Leitung der Kapelle übt seit 2025 der gebürtige Steirer David Luidold aus.

 

Text: Redaktion, Fotos: © Toni Ausserlechner

31. Juli 2025 um