Seit 10 Jahren Digitalfunk für Einsatzkräfte in Tirol
Zum Jubiläum will das Land Tirol die redundante Anbindung von 84 der insgesamt 194 Digitalfunkstandorte an das landeseigene Richtfunknetz abschließen.
Am 4. Jänner 2006 ging in Tirol das Digitalfunknetz für Einsatz- und Rettungsorganisationen (BOS Austria) in Betrieb. Tirol war damals das erste Bundesland mit einer flächendeckenden Digitalfunkversorgung. Zum zehnjährigen Jubiläum will das Land gemeinsam mit dem Innenministerium die redundante Anbindung von 84 Digitalfunkstandorten der insgesamt 194 Standorte an das landeseigene Richtfunknetz abschließen. „Durch diese völlig unabhängige Zweitanbindung ist sichergestellt, dass die Einsatzkräfte auch im Falle eines lokalen Leitungsausfalls mit der Leitstelle Tirol, den Einsatzleitungen sowie untereinander kommunizieren können“, erklärt dazu Katastrophenschutzreferent LH-Stv. ÖR Josef Geisler.
55 der 84 so genannten strategisch ausgewählten „A-Standorte“ verfügen bereits über eine zweite, eigenständige Richtfunkanbindung und sind damit nach menschlichem Ermessen ausfallsicher. Die restlichen 29 sollen 2016 angebunden werden. „Nach Abschluss der Arbeiten kann die Kommunikation der Einsatzkräfte im Dauersiedlungsraum und entlang von Autobahnen, Schnellstraßen sowie Bundes- und Landesstraßen auch dann aufrechterhalten werden, wenn Leitungen etwa durch Murenabgänge beschädigt wurden oder die Stromversorgung für längere Zeit unterbrochen ist“, sieht Dr. Herbert Walter, Vorstand der Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz, in der Richtfunkanbindung ein hohes Maß an zusätzlicher Sicherheit.
Dass eine alternative Anbindung ausgewählter Digitalfunk-Basisstationen wichtig ist, hätten beispielsweise die Unwetterereignisse des vergangenen Jahres im Sellrain gezeigt. Dort wurden die Telekomleitungen von Muren beschädigt. In weiterer Folge sind die Digitalfunkstationen Gries im Sellrain und St. Sigmund ausgefallen. Mittlerweile wurde die Basisstation Gries an das Richtfunknetz des Landes angeschlossen. Während das leitungsgebundene Digitalfunknetz vom Innenministerium bzw. der A1 Telekom betrieben wird, ist für das Richtfunknetz das Land Tirol zuständig. 1,2 Mio. Euro investiert das Land in die Steigerung der Ausfallssicherheit. Der laufende Betrieb kostet rund 200.000 Euro im Jahr.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Land Tirol/Goßner


