Geologen sprechen von „zugespitzter Situation“

Die Landesgeologen sind nach den massiven Erdmassenbewegungen in Osttirol und im Tiroler Oberland stark im Einsatz. Sie sprechen von weiterhin kritischer Situation.

„Insgesamt haben die Erkundungen der Experten vor Ort ergeben, dass der Untergrund in nahezu allen betroffenen Gebieten vollkommen wassergesättigt ist, sodass man von einer zugespitzten Situation hinsichtlich Hangrutschungen, Hangexplosionen und Felsabbrüchen ausgehen muss“, heißt es in einer Aussendung des Amtes der Tiroler Landesregierung von heute Mittwoch, 6.11.2012. Nach den starken Niederschlägen und den darauf folgenden, teils massiven Erdrutschen sind die Landesgeologen in Osttirol und im Tiroler Oberland im Einsatz, um die Gefahrensituation zu erkunden und mit den Einsatzkräften vor Ort weitere Sicherungsmaßnahmen zu besprechen. „Erst der Eintritt großer Kälte kann zu einer teilweisen Entschärfung der kritischen Situation führen“, so Landesgeologe Dr. Gunther Heißel.
Wegen Hangrutschungen und Hangexplosionen mussten am Montag, 5.11.2012, mehrere Straßensperren in den betroffenen Regionen verhängt werden. Von den Unwettern besonders stark betroffen war die Gemeinde Iselsberg. Hier hatte sich ein etwa 50 bis 70 m³ großer Felsblock aus einer steilen Felsböschung gelöst und die Mauer eines Mehrfamilienhauses zum Einsturz gebracht. Nach Besichtigung durch Statiker am Dienstagvormittag wurde entschieden, dass das Haus sofort abgerissen werden muss. Für einige weitere Häuser gelte ebenfalls erhöhte Gefahr, bergseitig gelegene Grundstücksflächen dürfen daher derzeit nicht betreten werden.

Auch im Gemeindegebiet von Untertilliach hat eine massive Mure zur Verlegung von Straßen geführt.

Auch im Gemeindegebiet von Untertilliach hat eine massive Mure zur Verlegung von Straßen geführt.

Auch für den Bereich der Felsabbrüche südlich von Hopfgarten i. Def. gibt es noch keine Entwarnung. Ein Erkundungsflug durch den Landesgeologen Dr. Werner Thöny hat vielmehr eine Vergrößerung weit durchgreifender Risse im steilen Felsgelände erkennen lassen. Der Hang bleibt daher unter Beobachtung.

In der Gemeinde Iselsberg ist ein Mehrfamilienhaus von einem großen Felsblock getroffen worden. Dies hat zum Einsturz einer Außenmauer geführt.

In der Gemeinde Iselsberg ist ein Mehrfamilienhaus von einem großen Felsblock getroffen worden. Dies hat zum Einsturz einer Außenmauer geführt.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos und Video: Brunner Images

06. November 2012 um