In der Gemeinde Schlaiten hieß es „Ja“ zu Biowärme
Nach kurzer Bauzeit konnte in der 475 Einwohner zählenden Gemeinde Schlaiten am 16.10. die neue Biowärme-Anlage offiziell in Betrieb genommen werden.
Steigende Heizkosten ließen vor einigen Jahren in der Osttiroler Gemeinde Schlaiten die Idee keimen, den Schritt in Richtung einer selbstständigen Wärmeversorgung zu wagen. Ab dem Jahr 2011 tüftelte der Ausschuss für Energie, Wirtschaft und Zukunft daran, eine Heizungsumstellung für gemeindeeigene Objekte zu realisieren. Im Rahmen diverser Sitzungen wurden verschiedene Varianten ausgearbeitet, letztendlich fiel die Entscheidung für eine kleine, aber feine Lösung, die man gemeinsam mit dem technischen Büro PRO-PLAN aus Kitzbühel entwickelte. Am 15. Juni 2015 erfolgte der Startschuss für den Leitungsbau und den Grundaushub für die Heizanlage, bereits 12 Wochen später konnte die neue Biomasseanlage in Betrieb gehen. Sieben Gebäude im Ort – Volksschule, Kindergarten, Gemeindeamt, Vereinshaus, Bauhof, Widum und der GHS-Wohn- und Geschäftskomplex – werden künftig mit komfortabler, günstiger Bio-Nahwärme versorgt. Am Freitagvormittag, 16.10., präsentierte man das gelungene Objekt im Rahmen eines „Heizungsfestls“ der Öffentlichkeit. Kindergarten- und Volksschulkinder aus Schlaiten umrahmten als „Hackschnitzel-Kinder“ die Einweihungsfeier musikalisch und verteilten an die Besucher Hackschnitzel-Säckchen. Der Schlaitener Bürgermeister Ludwig Pedarnig erläuterte wichtige technische Details: „Untergebracht ist der neue 250 kW-Biomassekessel samt einem 2.000-Liter Lastausgleichsspeicher in einem von der Fa. HERZ vorgefertigten Heizhaus mit Ausmaßen von 7×3 Metern. Eine Schubbodenaustragung befördert das Hackgut in einen Schacht, von wo es mittels Schneckenförderung in den Brennraum gelangt.“ Bgm. Pedarnig berichtete auch davon, dass man im Zuge der Grabungsarbeiten die Lichtwellenleiter für das Breitband-Internet mitverlegt habe. Vize-Bgm. Gerhard Klaunzer ergänzte, dass man derzeit noch Hackschnitzel zukaufe, bald aber auf Brennmaterial direkt aus den Wäldern der Gemeinde umstellen werde. Um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein, verbleibe in der örtlichen Volksschule eine Notfall-Ölheizung, den alten 10.000 Liter-Öltank habe man aber entfernt.
Auch die Kinder aus Schlaiten waren als „Hackschnitzel-Gruppe“ in das „Heizungsfestl“ eingebunden, das sie mit dem Lied „Griaß di“ einleiteten.
Die Gesamtkosten der neuen Biomasseanlage in Schlaiten (inklusive neuem Fußboden für den Kindergarten, Anschlussgebühren und Eigenleistungen der Gemeinde) umfassen ein Investitionsvolumen von 370.000 Euro, wobei das Gros durch Bedarfszuweisungen des Landes und eine UFG-Förderung abgedeckt wurde. Von Seiten der Gemeinde wurde ein Darlehen über 83.000 Euro mit einer Laufzeit von 15 Jahren aufgenommen. „Damit werden wir in einem absehbaren Zeitrahmen alles sicher abgewickelt haben und über eine wirklich saubere Lösung verfügen, ohne den Gemeindehaushalt zu überlasten“, freute sich der Bürgermeister.
Text: Redaktion, Fotos: Osttirol heute/D. Hotzler
