St. Veit gedenkt der Opfer des Hochwassers von 1965

Beim Hochwasser im September 1965 gab es im Defereggental verheerende Schäden. Im Weiler Gassen waren sechs Todesopfer zu beklagen – Ausstellung und Gedenkfeier.

An den ersten beiden Septembertagen des Jahres 1965 regnete es in Osttirol 48 Stunden lang ohne Unterbrechung. Zahlreiche Muren und Hangbrüche gingen in allen Teilen des Bezirkes nieder und richteten furchtbare Schäden an. Große Verwüstungen gab es im mittleren Iseltal zwischen Huben und St. Johann. Im Defereggental waren am stärksten Hopfgarten und St. Veit betroffen. Von der 22 km langen Straße waren nach dem Hochwasser nur mehr Reste vorhanden. Eine gewaltige Mure hatte ein Doppelhaus im Weiler Gassen in St. Veit zerstört – sechs Todesopfer waren zu beklagen.

Der Weiler Gassen nach der Mure (Fotograf: Gabriel Ortner, Sammlung Gabriel Ortner - TAP)

Im Weiler Gassen wurde ein Doppelhaus total zerstört, zwei Todesopfer waren zu beklagen.  (Fotograf: Gabriel Ortner, Sammlung Gabriel Ortner – TAP)

 Im Defereggental waren mehr als 1.000 Feriengäste eingeschlossen. Ab 6. September wurde eine Luftbrücke eingerichtet, die Sommergäste nach Dringlichkeit aus dem Tal flog. Über einen Behelfsweg konnten die Eingeschlossenen erst ab 18. September ausreisen. Ca. 70 Fahrzeuge mit Urlaubern fuhren in einer Kolonne langsam talauswärts. Freudiges Hupen hallte durch das Tal, und die Männer, die durch zwei Wochen so mühsame und gefährliche Arbeit geleistet hatten, bekamen viele „Danke schön!“ zu hören.

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Soldaten machten mit Krampen und Schaufel den Weg für die Autokolonne frei, als die „Ausreise“ aus dem Defereggental endlich wieder möglich war.

Die Ausstellung „50 Jahre nach der großen Flut“ im Reimmichlsaal thematisiert die Hochwasserkatastrophe 1965 im Defereggental. Am Samstag, 5. September, um 20.00 Uhr, wird die Schau eröffnet. Die Ausstellung ist bis 4. Oktober 2015, Montag bis Freitag, von 8.00 bis 12.00 Uhr, und sonntags, von 10.00 bis 12.00 Uhr, zu sehen. Am Sonntag, 6. September, laden der Verein Heimat Defereggen, die Gemeinde St. Veit und die betroffenen Familien von Gassen zu einer Gedenkfeier in den 1965 verwüsteten Weiler. Eine Feldmesse an die Verunglückten wird zelebriert und anschließend eine Gedenkstätte für die sechs Opfer geweiht.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Sammlung Gabriel Holzer – TAP, ÖAMTC, Privat

04. September 2015 um