St. Jakob i.D.: „Die Quellen mögen nie versiegen!“

Im Rahmen eines Galaabends wurden am Donnerstagabend, 20. August 2015, das Heilwasserhaus und der Mythenplatz eingeweiht und eröffnet.

Der starke Regen tat der guten Stimmung keinen Abbruch – viele bestens gelaunte Menschen versammelten sich am Donnerstagabend rund um das Bohrloch beim Schwefelbrunn in St. Jakob, wo in den letzten Jahren nicht nur die Bohrungen für das Heil- und Thermalwasser stattgefunden haben, sondern auch ein Heilwasserhaus und ein beeindruckender Mythenplatz rund um die Sage „Das Erbe der Schnabelmenschen“ entstanden ist. „Wir mussten wegen des Regenwetters für diese Veranstaltung viel improvisieren. Das sind wir aber gewohnt, weil Improvisieren war während des ganzen schweren Weges im letzten Jahrzehnt notwendig“, so Egon Kleinlercher, Geschäftsführer der Heil- und Thermalwasser GmbH bei seiner Begrüßung.

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Dekan Mag. Reinhold Pitterle nahm anschließend die Segnung des Heilwasser-Abfüllgebäudes „Sironahöhle“ und des von einem Künstlerteam rund um den Virger Bildhauer Michael Lang gestalteten Mythenplatzes vor. „Die Quellen mögen hier im Defereggental nie versiegen, und das Heilwasser soll den Menschen Hilfe und Linderung ihrer Leiden bringen“, so der Dekan. Von einem wunderschönen Moment sprach der St. Jakober Bgm. NR Mag. Gerald Hauser. „Viel Wasser kommt heute auch von oben. Dass wir in der Tiefe dieses weltweit einzigartige Heilwasser finden konnten, ist ein Glücksfall für die ganze Region. Wir wollen mit diesem kostbaren Wasser die Marke Defereggen in die ganze Welt hinaus tragen“, so Hauser. Große Kranftanstrengungen und das Engagement vieler Persönlichkeiten seien notwendig gewesen, um dieses „Leuchtturmprojekt“ umzusetzen. „Gemeinsam haben wir Wunderbares geschafft. Jetzt geht es darum, das Heilwasser touristisch und auch auf der Produktschiene zu vermarkten. Das Defereggental und Osttirol sollen dadurch ein Wellness- und Gesundheitsimage bekommen“, betonte der Bürgermeister.

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Dr. Ernst Fleischhacker (früher Wasser Tirol, jetzt Fen Sustain Systems GmbH) hat das Projekt von Beginn an begleitet. Er sprach davon, dass das Thema Heilwasser im Defereggental Tradition habe. „Es hat hier Bad Grünmoos und auch ein Kurzentrum gegeben. Bis ca. 1.890 Meter haben wir Tiefenbohrungen durchgeführt und dann entschieden, nicht mehr weiter zu bohren. Ich freue mich, dass schließlich der Heil- und Thermalwasserbescheid erlassen wurde, und auch darüber, dass im Rahmen eines so genannten Mythen-Leitbildes diese Anlage mit Heilwasserhaus und Mythenplatz umgesetzt wurde“, so Fleischhacker.

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Jeder Euro, der in dieses Projekt geflossen ist, sei richtig investiert, betonte Gesundheitslandesrat DI Dr. Bernhard Tilg. „Ich bin beeindruckt – der Innenraum der Sironahöhle wirkt wie eine Kathedrale. Die Themen Wasser und Gesundheit wollen wir in Tirol – und verstärkt auch im Bezirk Lienz – noch stärker mit dem Tourismus verbinden. Das Thema Gesundheit hat das Potenzial, den Tourismus in der Region anzuschieben“, so der Landesrat, der auch versprach, die Gesundheitstourismusstudie von Prof. Dr. Peter Lechleitner weiter zu unterstützen.

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Christian Stefaner beeindruckte das Publikum mit seiner theatralischen Schilderung von „Das Erbe der Schnabelmenschen“.

Der Kunstsachverständige Dipl.-Vw. Erich Mair leitete mit seiner Laudatio für die Künstler Michael Lang und Gerold Leitner die Eröffnungsperformance ein. Egon Kleinlercher gab einen Rückblick auf die Historie des Kur-Themas im Defereggental, und der Bildhauer Michael Lang erzählte – untermalt von beeindruckenden Bildern – vom Werden des Mythenplatzes. Märchenerzähler Christian Stefaner verstand es, mit seiner ausgezeichneten Stimme den Mythos der Schnabelmenschen theatralisch zu inszenieren. Unterstützt wurde er dabei von tanzenden Schnabelmenschen und Lichteffekten am Hügel hinter dem Heilwassergebäude. Zum Abschluss des Abends wurde die Sironahöhle geöffnet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

 

21. August 2015 um