Alpenvereinsfamilie trauert um Lawinenopfer
Nach dem Lawinenunglück in Frankreich, bei dem drei junge Alpinisten ums Leben kamen, kümmert sich ein Notfall-Team des Alpenvereins vor Ort um die Überlebenden.
Bei einem tragischen Lawinenunglück nahe der Ecrins-Hütte in den französischen Alpen verloren am Mittwoch, 1. April 2015, drei Angehörige einer Alpenvereins-Gruppe (ein Salzburger, ein Wiener und ein Südtiroler) ihr Leben. Die Teilnehmer befanden sich im Rahmen des Alpenvereins-Projektes „Junge Alpinisten“ auf einer Skidurchquerung des Ecrins-Massivs in der Gemeinde Pelvoux. Mit der elfköpfigen Gruppe waren auch zwei junge Mitglieder des Alpenvereins Lienz unterwegs. Einer von ihnen wurde bei dem Unglück schwer verletzt und in das Krankenhaus von Grenoble gebracht.
Ein Notfall-Team des Alpenvereins kümmert sich vor Ort um die notwendigen Schritte. Der Alpenverein teilt mit, dass die Helfer in ständigem Kontakt mit dem Krankenhaus in Grenoble sind. Der schwer verletzte Osttiroler befinde sich laut Mitteilung des Alpenvereins weiterhin in kritischem Zustand.
Die sieben weiteren Überlebenden des Unglücks wurden per Hubschrauber ins Tal nach Briancon ausgeflogen, wo sie sofort von der Öffentlichkeit abgeschirmt wurden. Vom Alpenverein wird alles Nötige unternommen, um den Überlebenden eine baldige Heimreise zu ermöglichen. In Absprache mit der Tyrolean Air Ambulance, die auf Abruf bereit steht, ist der Alpenverein auch bemüht, die Überführung der Verstorbenen zu organisieren.
Die Ermittlungen der französischen Polizei nach einem so tragischen Unglück sind Teil einer Standardüberprüfung, wie sie auch in Österreich bei Unfällen mit Todesfolge ablaufen würde. Es wurde auch überprüft, ob die beiden Bergführer als solche tätig sein durften. „Die beiden Bergführer waren im Auftrag des Österreichischen Alpenvereins unterwegs und sind geprüfte Bergführer nach dem Bergführergesetz. Dies berechtigt sie auch, in allen Mitgliedsländern des internationalen Bergführerverbandes – darunter auch Frankreich – uneingeschränkt als Bergführer tätig zu sein. Diesbezügliche Bestätigungen des nationalen und internationalen Verbandes liegen vor“, erklärte ÖAV-Präsident und Rechtsanwalt Dr. Andreas Ermacora.
Auch die jungen Alpinisten – unter ihnen der Lienzer, der unverletzt blieb – wurden zum Unfallhergang einvernommen. Sobald alle Befragungen abgeschlossen sind, werden alle Beteiligten den Weg nach Hause antreten. Dies dürfte voraussichtlich Freitagabend der Fall sein.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: ÖAV/Leonore Rothwangl

