200 Einsatzkräfte bei großer Katastrophenübung
Den Abschluss der Woche des Zivil- und Katastrophenschutzes bildete eine große Übung unter Beteiligung von Einsatzleitungen, Blaulichtorganisationen und Netzbetreibern.
Erstmals fand im Bezirk Lienz am Samstag, 12. Oktober 2013, eine große Katastrophenschutzübung, die Bezirkshauptfrau Dr. Olga Reisner als Bezirkseinsatzleiterin gemeinsam mit ihrem Führungsstab, den Blaulichtorganisationen, dem Baubezirksamt Lienz, dem Hochgebirgs-Jägerbataillon 24, der Wildbach- und Lawinenverbauung und den Netzbetreibern Austrian Power Grid AG (APG) und TINETZ AG organisiert hatte. „Bereits um 6.00 Uhr in der Früh wurde die Einsatzleitung aufgrund der starken Niederschläge und des steigenden Pegels der Drau einberufen. Um 7.00 Uhr gab es einen Hangrutsch im Gemeindegebiet von Nikolsdorf mit einer Million Kubikmeter Material, die Drau wurde dadurch aufgestaut, und es kam zu Überschwemmungen im Lienzer Talboden“, schilderte die Bezirkshauptfrau die Übungsannahme bei einer Pressekonferenz im Anschluss an die Übung.
v.l.n.r.: Peter Ladstätter, Leiter der Osttiroler Bergrettung, Bezirkspolizeikommandant Silvester Wolsegger, LH-Stv. ÖR Josef Geisler, BH Dr. Olga Reisner
Zudem kam es in der Nähe des Felssturzes zu einem Verkehrsunfall mit vier beteiligten Personen, weshalb auch die B 100 Drautalstraße gesperrt werden musste. „Die TINETZ AG meldete den Ausfall der 25 kV-Leitung, eine Person ist in den Tristacher See gefallen, und am überfluteten Firmengelände der Firma Althaler in Tristach wurde ein Mitarbeiter in der Schrottpresse eingeklemmt“, schilderte Reisner weitere Details der angenommenen Katastrophe. Sie zeigte sich mit den Erkenntnissen aus der Katastrophenübung äußerst zufrieden. „Die Zusammenarbeit zwischen der Einsatzleitung, den Blaulichtorganisationen, den Netzbetreibern, dem Baubezirksamt und der Wildbach- und Lawinenverbauung hat bestens funktioniert. Die Kommunikation verlief durchwegs ruhig und sachlich. Wir können aus dieser Übung viel lernen, und natürlich sind auch Defizite offensichtlich geworden, die es zu verbessern gilt“, so Reisner.
Zur Übung gehörte auch ein Verkehrsunfall auf der Drautalstraße B 100 in unmittelbarer Nähe des Felssturzes.
Zufrieden zeigte sich auch der für Sicherheit zuständige LH-Stv. ÖR Josef Geisler. „Mir hat hier in Osttirol sehr gut gefallen, dass die Bevölkerung aktiv in die Woche des Zivil- und Katastrophenschutzes eingebunden war“, so Geisler. Das Jahr 2013 sei wieder von großen Katastrophen – vor allem den Hochwasserereignissen in Nordtirol – gekennzeichnet gewesen. „Die Abstimmung untereinander wird durch den Ausbau der digitalen Kommunikationstechnik immer besser, wir werden in Tirol auch in Zukunft verstärkt Mittel in diese für den Zivil- und Katastrophenschutz wichtige Technik investieren“, so LH-Stv. Josef Geisler abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images
