Mönchsgeier im Gschlößtal in Matrei gesichtet

Als kleine ornithologische Sensation kann die Sichtung eines Mönchsgeiers durch Mag. Michael Knollseisen im Außergschlöß am Sonntag, 28. Juli 2013, bezeichnet werden. Bartgeier sind inzwischen häufig am Himmel über dem Nationalpark Hohe Tauern zu sehen. Dass ein Mönchsgeier gesichtet wird, ist aber selbst im Gschlößtal im Gemeindegebiet von Matrei in Osttirol – dem derzeitigen Hot-Spot, was Geier betrifft – eine kleine Sensation. Mag. Michael Knollseisen, Geierbetreuer im Nationalpark Hohe Tauern, hat am Sonntag, 28. Juli 2013, gegen 11.00 Uhr, im Außergschlöß einen Mönchsgeier beobachtet. „Ich habe den Mönchsgeier Richtung Salzburg schauend am Grat gesichtet. Der Vogel ist dann nach Süden weitergeflogen“, so Knollseisen zu Osttirol heute.

Mönchsgeier sind in Österreich eine Rarität. Im 20. Jahrhundert wurde diese Art nur fünf Mal nachgewiesen – letzte Sichtungen gab es im letzten Jahr im Lechtal und im Bereich des Plöckenpasses. „In der Literatur ist zu lesen, dass Ende des 19. Jahrhunderts im Raum Lienz, im Gailtal und in Prägraten Mönchsgeier gebrütet haben. Einen Abschuss gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Rauris. Dieser Geier ist im Talmuseum in Rauris zu sehen“, erklärt Knollseisen. In letzter Zeit sind Mönchsgeier in unserer Region wieder etwas häufiger anzutreffen. Mönchsgeier aus Südfrankreich kommen nämlich zu Besuch nach Friaul. „In Friaul sind Gänsegeier aus Kroatien angesiedelt worden, und die Mönchsgeier aus Frankreich besuchen diese jedes Jahr“, so der Geierbetreuer. Derzeit sind drei „französische“ Mönchsgeier in Friaul auf Besuch bei den Gänsegeiern. Einer dieser drei Mönchsgeier dürfte am letzten Wochenende einen Ausflug in den Nationalpark Hohe Tauern unternommen haben.

Text: Raimund Mühlburger, Foto: Fulvio Genero

30. Juli 2013 um