Keine Giro-Etappe 2027 in Osttirol: Tour of the Alps als Ersatz-Highlight

Trotz vielversprechender Verhandlungen wird es 2027 keine Etappe des Giro d’Italia im Bezirk Lienz geben. Mit den beiden Schlussetappen der Tour of the Alps auf Osttiroler Boden wartet dennoch ein internationales Radsport-Highlight.

Seit 1994 verbindet Osttirol eine enge und freundschaftliche Partnerschaft mit den Organisatoren des Giro d’Italia. Damals gelang es erstmals, ein Etappenziel des italienischen Radklassikers nach Lienz zu holen. Seither ist es durch kontinuierliche Kontakte und eine gute Zusammenarbeit gelungen, die weltweit bedeutende Radsportveranstaltung mehrfach nach Osttirol zu bringen.

Auch für 2027 standen die Zeichen zunächst vielversprechend. Seit mehr als einem Jahr liefen Gespräche über eine weitere Etappe in Lienz. Nach konkreten Verhandlungen mit den Giro-Verantwortlichen in Paris im Rahmen der Tour de France wurden bei einem anschließenden Treffen in Lienz bereits die Rahmenbedingungen für eine Etappe 2027 festgelegt. In internationalen Radsportforen wurde daraufhin sogar über einen möglichen Start der vorletzten Giro-Etappe am 28. Mai 2027 in Lienz mit Ziel am Monte Zoncolan spekuliert. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es allerdings nie.

Nun steht der endgültige Streckenplan fest – ohne Osttirol. Hintergrund der Entscheidung ist unter anderem, dass der Startort Triest bereits länger fixiert war und insgesamt drei Etappen im benachbarten Friaul vorgesehen sind. „Wir stehen auch mit den Verantwortlichen in Friaul in einem sehr guten Austausch. Deshalb haben wir nicht auf den ursprünglich in Aussicht gestellten Zusagen beharrt. Mit dieser Region verbindet uns schließlich auch die jährliche gemeinsame Durchführung des SuperGiroDolomiti mit Start und Ziel in Lienz“, erklärt Franz Theurl, Obmann des Tourismusverbands Osttirol.

„Gemeinsam mit Luca Guercilena, dem neuen Direktor für Radsport bei RCS Sport, haben wir wirklich alles versucht, Osttirol einzubinden. Leider ist es uns jedoch nicht gelungen, eine Lösung zu finden, die sowohl den logistischen als auch den sportlichen Anforderungen gerecht wird. Unser Ziel ist es, die kommenden Jahre mit einem zeitlich längeren Vorlauf zu planen. In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal betonen, dass wir weiterhin offen dafür sind, gemeinsam zu prüfen, wie eine Einbindung von Osttirol in den Giro möglich sein könnte“, so Matteo Mursia, Renndirektor des Giro d’Italia.

Enttäuschung über die ausgebliebene Giro-Etappe kommt bei Franz Theurl dennoch nicht auf. Vielmehr sieht er Osttirol mit der Zusage der beiden Schlussetappen der Tour of the Alps am 22. und 23. April 2027 bestens im internationalen Radsportkalender positioniert.

Ganz abgeschlossen ist das Kapitel Giro d’Italia für Osttirol keineswegs. Für 2028 steht weiterhin das Versprechen einer Etappe in der Region im Raum. „Wir werden an diesem Ziel festhalten und uns bemühen, es auch in die Tat umzusetzen“, so Theurl.

 

 

Text: Redaktion, Foto: EXPA/Groder

04. November 2026 um