Nach massiven Schäden: Wiederbewaldung in Osttirol in vollem Gange

Rund 5,5 Mio. Kubikmeter Schadholz sind in den vergangenen Jahren durch Windwurf, Schneedruck und den Borkenkäfer im Bezirk Lienz angefallen. Die Wiederbewaldung ist eine mehrjährige organisatorische und forstliche Herausforderung.

Mit rund 13.000 Hektar lässt sich die entstandene Schadholzfläche beziffern – etwa ein Fünftel des gesamten Osttiroler Waldes und so groß wie die Summe der Gemeindegebiete Virgen, Lienz und Amlach zusammen.

Im Einzugsgebiet Daberbach in Oberlienz zeigt sich exemplarisch, wie aus einer durch Waldschäden stark beeinträchtigten Fläche wieder ein stabiler und klimafitter Schutzwald entstehen kann. Über den aktuellen Stand informierten sich dort kürzlich der für Land- und Forstwirtschaft zuständige Bundesminister Norbert Totschnig und LH-Stv. Josef Geisler gemeinsam mit dem Oberlienzer Bürgermeister BR Markus Stotter sowie Landesforstdirektor Harald Oblasser.

 

v.l.n.r.: Mathias Pargger (Wildbach- und Lawinenverbauung), Bgm. BR Markus Stotter, Bundesminister Norbert Totschnig, LH-Stv. Josef Geisler und Landesforstdirektor Harald Oblasser

 

„Die Wiederbewaldung ist eine gemeinsame Kraftanstrengung. Der Bund unterstützt das Land Tirol und die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer dabei mit den Mitteln des Waldfonds. Was hier in Oberlienz bereits geleistet wurde, ist beeindruckend – und zeigt zugleich, wie viel Einsatz notwendig ist, bis aus einer Schadfläche wieder ein stabiler Wald entsteht“, betonte der Minister. Allein für Oberlienz wurden seit 2019 rund 2,1 Mio. Euro an Forstförderungen angewiesen. 40 Prozent davon stammen aus dem Waldfonds des Bundes.

„Der Wiederaufbau des Waldes braucht einen langen Atem und eine verlässliche Finanzierung. Mit Waldfonds, Flächenwirtschaftlichen Projekten, Maßnahmen der Ländlichen Entwicklung und Landesförderungen schaffen wir gemeinsam die Grundlage für die Wiederbewaldung und langfristige Stabilisierung der betroffenen Flächen“, erklärte LH-Stv. Josef Geisler.

 

Landesforstdirektor Harald Oblasser: „Gerade in Osttirol sind die Wälder eine zentrale kritische Infrastruktur zur Sicherung für Siedlungen, Verkehrswege und den Lebens- und Wirtschaftsraum. Damit sie ihre Wirkungen wieder voll erfüllen können, braucht es das Zusammenspiel aller Beteiligten.“

 

In ganz Osttirol laufen die Aufarbeitung von Schadholz, die Wiederbewaldung von Schadflächen sowie die Pflege und der Schutz von Jungkulturen weiterhin auf Hochtouren. Alleine in den Jahren 2020 bis 2025 wurden rund 6,5 Mio. Forstpflanzen gesetzt – durchschnittlich rund 1,06 Mio. Bäume pro Jahr, wobei diese überwiegend aus dem landeseigenen Forstgarten bereitgestellt werden. Dabei geht es nicht um eine möglichst rasche Wiederbegrünung, sondern um den Aufbau standortgerechter Mischbestände, die den Herausforderungen des Klimawandels besser gewachsen sind.

Am Beispiel Einzugsgebiet Daberbach in Oberlienz wird deutlich, was möglich ist, wenn Wiederbewaldung, Pflege und ein ausgewogenes Wald-Wild-Verhältnis zusammenspielen. „Es wurde bewusst auf mehr Mischbaumarten gesetzt, die jungen Bestände entwickeln sich gut. Wiederbewaldung ist ein mehrjähriger Prozess, bei dem Rahmenbedingungen wie ein tragbarer Wildeinfluss sehr entscheidend sind“, erklärte Landesforstdirektor Oblasser. „Dieser Wald hat eine zentrale Schutzfunktion für unseren Siedlungsraum. Sein Wiederaufbau ist für Oberlienz von großer Bedeutung“, ergänzte Bgm. Markus Stotter.

 

Text: Redaktion, Foto: Land Tirol/Hörmann

29. September 2026 um