Tiroler Landesregierung trifft sich in Lienz zur Herbstklausur

Die Tiroler Landesregierung hat ihre traditionelle Herbstklausur am 7. und 8. September in der Liebburg in Lienz unter das Motto  „Tirol ist voller Energie“ gestellt. Maßnahmen zur Erhöhung der Energieunabhängigkeit werden besprochen.

Bereits die erste Klausur der Landesregierung im Jänner 2023 hat sich dem Ausbau der Erneuerbaren Energieträger gewidmet. Tirol versorgt sich bereits jetzt an 220 von 365 Tagen im Jahr vollständig mit heimischer erneuerbarer Energie – und liegt damit über dem Österreich- und EU-Schnitt. Innerhalb von 20 Jahren hat sich der Anteil der erneuerbaren Energie in Tirol von 37 auf über 60 Prozent erhöht. Der Energieverbrauch ist trotz steigender Bevölkerungszahl zurückgegangen.

„In dieser Periode wurden 38 Wasserkraftwerke umgesetzt, die das Potenzial haben, rund 160.000 Haushalte zu versorgen. 5.100 Speichersysteme für Hauptwohnsitze und Firmensitze wurden ermöglicht und gefördert. In Tirol gibt es insgesamt 35.600 netzgekoppelte PV-Anlagen. Die Tiroler Wohnbauförderung hat in dieser Periode bereits ein Bauvolumen von 3,8 Milliarden Euro ausgelöst, indem in energiesparendes und umweltfreundliches Bauen sowie den Einsatz klimaschonender Haustechnik investiert wurde“, zeigt sich die Regierungsspitze zufrieden.

Rechtlich habe man im Naturschutz, im Tiroler Elektrizitätsgesetz sowie im Bau- und Raumordnungsrecht wichtige Weichen gestellt, um die Energiewende zu beschleunigen. „Tirols Unabhängigkeit bei der Energie ist eine zentrale Frage für den Wohlstand, den Standort und die soziale Sicherheit. Umso mehr Tirol eigene, saubere und sichere Energie produziert, umso unabhängiger sind wir von internationalen Krisen und Kriegen. Eine starke Tiroler Energieversorgung und -speicherung ermöglicht uns einen der günstigsten Strompreise unter den Bundesländern, hält Betriebe in Tirol und sichert Arbeitsplätze“, heißt es in einer Aussendung.

„Jede Region muss ihre Stärken ausspielen: Tirol ist durch den Höhenunterschied und das Wasservorkommen insbesondere ein Land der Wasserkraft, ist stark bei der Biomasse, hat durch die vielen Sonnenstunden noch PV-Potential und ist durch die Topografie und die böigen Winde nur teilweise für Windkraft geeignet. Bei der Energieversorgung darf es aber kein Rosinenpicken geben“, kündigen Landeshauptmann Anton Mattle und LH-Stv. Philip Wohlgemuth neue Maßnahmen an.

Zum Start der Regierungsklausur präsentierten neben der Regierungsspitze auch die Regierungsmitglieder LH-Stv. Josef Geisler, LR Mario Gerber, LR Cornelia Hagele, LR Eva Pawlata und LR René Zumtobel ihre Arbeitsschwerpunkte. Am Dienstag findet formal eine Regierungssitzung statt, in der unter anderem ein Leitantrag mit dem Titel „Tirol ist voller Energie“ behandelt wird.

Präsentiert werden die Ergebnisse im Anschluss an die Regierungsklausur von LH Anton Mattle, LH-Stv. Philip Wohlgemuth, LH-Stv. Josef Geisler und LR René Zumtobel. Am Dienstagnachmittag wird dann offiziell das neue Kraftwerk Tauernbach-Gruben in Matrei in Osttirol in Betrieb genommen.

 

Text: Redaktion, Foto: Land Tirol/Fitsch

08. September 2026 um