Kartitsch: Grenzüberschreitend denken, gemeinsam Lösungen für Dorfzentren finden

Im Interreg-Projekt MIRA tauschen sich die Gemeinden Kartitsch, Kiens und Zoppè di Cadore über die Zukunft ihrer Dorfzentren und Begegnungsräume aus. Beim Treffen in Kartitsch wurden Projekte zur Ortsentwicklung vorgestellt.

Wie können Dorfzentren lebendig bleiben und als Orte der Begegnung weiterentwickelt werden? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Gemeinden Kartitsch, Kiens und Zoppè di Cadore gemeinsam im Interreg-Projekt MIRA – „Mensch & Raum – gemeinsam gestalten“. Trotz unterschiedlicher Ausgangslagen stehen die Gemeinden in der gemeinsamen Dolomiti-Live-Region vor ähnlichen Herausforderungen – von Abwanderung und Leerstand bis hin zum Verlust von Begegnungsräumen.

Beim Partnertreffen am 17. Juni in Kartitsch erhielten die Vertreter:innen aus Südtirol und dem Alto Bellunese Einblick in die aktuellen Entwicklungen der Osttiroler Gemeinde. Vorgestellt wurden die Generalsanierung der B111 im Bereich der Ortsdurchfahrt sowie das Projekt „Kartitsch – Dorfplatz Neu“, das unter Einbindung der Bevölkerung entwickelt wurde. Bei einer gemeinsamen Begehung von Ortsdurchfahrt und Dorfplatz konnten die Planungen und Erfahrungen direkt vor Ort diskutiert werden.

Gerade der Blick auf unterschiedliche Realitäten macht die Treffen wertvoll: Während Kartitsch seinen Dorfplatz und das Umfeld des Gemeindehauses weiterentwickelt, beschäftigt sich Kiens mit der Zukunft des Ortszentrums nach der geplanten Umfahrung. Zoppè di Cadore wiederum sucht als kleine Berggemeinde nach Möglichkeiten, neue wettergeschützte Begegnungsräume zu schaffen.

 

 

„Es ist spannend zu sehen, wie andere Gemeinden mit ähnlichen Herausforderungen umgehen. Der persönliche Austausch eröffnet neue Blickwinkel und zeigt Lösungsansätze, auf die man im eigenen Umfeld vielleicht nicht gekommen wäre“, betont der Kartitscher Bürgermeister Josef Außerlechner.

Der Dorfplatz in Kartitsch wird als Begegnungsraum für die Bevölkerung weiterentwickelt. Eine gut nutzbare und barrierefreie Infrastruktur schafft bessere Voraussetzungen für Vereine, Gruppen und engagierte Menschen vor Ort. Treffen, Feste, Veranstaltungen und informeller Austausch bekommen damit mehr Raum. Zugleich werden Dorfplatz und Erdgeschoss des Gemeindehauses funktional stärker miteinander verbunden.

„Gerade in kleineren Gemeinden tragen Begegnungsräume und eine starke Gemeinschaft viel zur Lebensqualität und zum Zusammenhalt bei. Sie stärken die Verbundenheit mit dem eigenen Ort und können damit auch Abwanderung entgegenwirken“, so der Bürgermeister.

Genau hier setzt auch der grenzüberschreitende Austausch im Projekt MIRA an: Die beteiligten Gemeinden stehen vor ähnlichen Fragen, finden dafür aber je nach örtlicher Ausgangslage unterschiedliche Antworten. Drei Study Visits führten die Projektpartner nach Kiens, Zoppè di Cadore und abschließend nach Kartitsch. Dabei wurden Erfahrungen geteilt, Herausforderungen offen diskutiert und Ideen für die eigene Gemeinde mitgenommen.

 

 

Text: Redaktion, Fotos: Gemeinde Kartitsch

03. September 2026 um