Tiroler Landwirtschaftskammer-Spitze besuchte Wachtlechnerhof in Gaimberg
Die Landwirtschaftskammer nimmt das von den Vereinten Nationen 2026 ausgerufene „Internationale Jahr der Bäuerinnen“ zum Anlass, um die Leistungen der Frauen in der Landwirtschaft verstärkt sichtbar zu machen.
In Tirol wird jede fünfte Landwirtschaft von einer Frau geführt. Das sind 2.168 Betriebe – Tendenz steigend. Österreichweit gesehen ist dieser Anteil etwas höher: 36 % der Betriebe sind weiblich geführt, was EU-weit der zweithöchste Anteil ist.
„Bäuerinnen sind seit jeher das Herz und der Motor jeden Hofes. Dass ihre Rolle sich über die Jahrzehnte weiterentwickelt hat und mittlerweile auch immer mehr Frauen als Betriebsführerinnen tätig sind, ist absolut begrüßenswert. Viel wichtiger ist mir allerdings, dass viele Frauen die Möglichkeiten erkennen, die ein Bauernhof bietet und sich so ein Einkommensstandbein bzw. ihren individuellen Arbeitsplatz am Bauernhof schaffen. Dazu braucht es eine partnerschaftliche Zusammenarbeit in der Familie auf Augenhöhe“, so Landesbäuerin und LK-Vizepräsidentin Helga Brunschmid bei einem Besuch des Wachtlechnerhofes der Familie Hauser in Gaimberg.
Motivierte Bäuerinnen gefragt
Frauenpower ist auch bei den lk Bäuerinnen Tirol gefragt. Mit rund 21.500 Frauen bilden sie das größte Frauennetzwerk Tirols, das von Orts- bis auf Bundesebene vernetzt ist. Alle sechs Jahre werden die Gremien neu gewählt, auch heuer ist es im August wieder soweit. „Bäuerinnenarbeit ist wichtig – auf allen Ebenen! Daher sind wir bemüht, für die nächste Funktionsperiode wieder möglichst flächendeckend in allen Gemeinden vertreten zu sein. Derzeit sind sechs Gemeinden ohne Ausschuss, da haben wir den hohen Anspruch, diese Zahl zu reduzieren. Deshalb freuen wir uns über jede motivierte und engagierte Frau, die sich bereit erklärt, eine Funktion zu übernehmen“, unterstrich Bezirksbäuerin Karin Huber.
Herausforderungen im Bezirk
Im Bezirk Lienz werden rund 1.500 land- und forstwirtschaftliche Betriebe bewirtschaftet, viele davon im Nebenerwerb. Diese stehen auch in Osttirol vor verschiedenen Herausforderungen, wie Bezirksobmann Konrad Kreuzer schildert: „Die starke Trockenheit im Frühjahr bzw. Frühsommer hat den ersten Aufwuchs im Grünland zumindest halbiert, gebietsweise sogar auf ein Drittel reduziert. Ackerfrüchte wie Kartoffeln und Getreide, einschließlich Silomais, sind etwas besser davongekommen. Die Niederschläge der letzten zwei Wochen lassen zumindest auf gutes weiteres Wachstum hoffen.“
Betriebsführung ist Teamwork
Der „Wachtlechnerhof“ in Gaimberg wird von Familie Hauser bewirtschaftet. Hermine und Matthias Hauser teilen sich die Betriebsführung. Der Hof wird biologisch bewirtschaftet und es werden 18 Kühe gehalten. Die Heumilch wird zu rund 80 Prozent an die Tirol Milch gestellt und die restlichen 20 Prozent werden über zwei Milchautomaten direkt vermarktet. Einer steht direkt im Dorf und wurde bereits von der vorigen Generation in den 90er-Jahren aufgestellt. Der zweite Automat wurde vor einigen Jahren beim Interspar in Nußdorf-Debant platziert.
Zusätzlich ist Matthias für den Maschinenring bei verschiedenen Dienstleistungen im Einsatz. So wie die Milchproduktion am Betrieb Tradition hat, ist Hermine nach ihrer Mama Andrea bereits die zweite weibliche Übernehmerin des „Wachtlechnerhofes“. Für sie ist dabei klar: „Das Wichtigste ist Teamwork. Es braucht die Zusammenarbeit von Alt und Jung, nur dann kann man einen Betrieb erfolgreich führen!“
Text: Redaktion, Foto: LK Tirol