Feier in Aguntum: „Händlerforum“ wird im September in Archäologiepark integriert

Im Zuge der diesjährigen Grabungsarbeiten wurde in der Osttiroler Römerstadt der wohl größte beheizbare Raum in den römischen Provinzen, der sich nicht in einer Therme befindet, intensiv untersucht – er hat ein Ausmaß von rund 300 m².

Alljährlich gegen Ende der Grabungssaison laden die Verantwortlichen um Dr. Leo Gomig, Obmann des Vereins Curatorium pro Agunto, und Dr. Martin Auer, Grabungsleiter von der Uni Innsbruck, zu einer Medienführung durch die einzige Römerstadt auf heutigem Tiroler Boden im Gemeindegebiet von Dölsach.

„Rund 30 Personen sind an den Grabungsarbeiten beteiligt, die am 30. Juni begonnen haben und noch bis 14. August andauern. Neben Studierenden der Uni Innsbruck arbeiten heuer hier auch US-Amerikaner und freiwillige Helfer aus Spanien und Polen. Der Hauptfokus lag wieder am Händlerforum, mit dessen Freilegung 2007 begonnen wurde“, erklärte der Grabungsleiter zu Beginn.

 

v.l.n.r.: Dr. Leo Gomig (Obmann Verein Curatorium pro Agunto), Grabungsleiter Dr. Martin Auer, Josef Mair (Obmann-Stv. Verein Curatorium pro Agunto)

 

Die Arbeiten am Händlerforum werden nun größtenteils abgeschlossen. „In diesem rund 3.000 Quadratmeter große Areal hat – wie wir in den letzten Jahren feststellen konnten – auch ein umfangreicher Handel mit Bergkristallen aus den Hohen Tauern stattgefunden. Die bisher gefundenen Bergkristalle werden an der Uni Innsbruck von der aus Kals am Großglockner stammenden Studentin Simone Tembler untersucht“, so Auer.

 

 

Das „Händlerforum”, das an das „Stadtzentrum” von Aguntum angrenzt, wird nun in den Archäologischen Park integriert und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Forschungsergebnisse – darunter auch die Erkenntnisse zu den Bergkristallen – werden in anschaulicher Form präsentiert. „Für 26. September haben wir die feierliche Eröffnung inklusive Festkolloquium für das Händlerforum von Aguntum geplant, an dem ausgewiesene Experten und auch die Spitzen der Tiroler Landespolitik teilnehmen werden“, berichtete Leo Gomig.

 

 

Im „Verwaltungforum” von Aguntum ist auch ein besonderer Gebäudekomplex freigelegt und untersucht worden. „Der rund 300 m² große Raum sticht deshalb hervor, weil es sich um den wohl größten beheizbaren Raum in den römischen Provinzen handelt, der sich nicht in einer Therme befindet. Einmal wurde der Raum umgebaut und einmal das Heizungssystem verändert. Es dürfte sich um einen Versammlungsraum gehandelt haben“, erklärte Martin Auer.

Die Verhandlungen des Vereins Curatorium pro Agunto mit dem Land Tirol zur Eingliederung der Osttiroler Römerstadt in die Tiroler Landesmuseen befinden sich inzwischen in der finalen Phase. „Wir sind zuversichtlich, dass die Eingliederung im nächsten Jahr über die Bühne gehen kann“, sagte Leo Gomig abschließend.

 

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

08. August 2025 um