Großglockner Hochalpenstraße: „Durchstich“ trotz widrigster Umstände erfolgreich

Wenn die Wetter- und Lawinensituation es zulassen, wird die Großglockner Hochalpenstraße am Montag, 1. Mai, für den Verkehr freigegeben.

Nachdem sich die Schneemengen im Winter im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern in Grenzen gehalten hatten, ist im Verlauf der letzten Wochen – just zur ‚Schneeräumung‘ an der Großglockner Hochalpenstraße – noch einmal einiges an Neuschnee dazugekommen. Trotz extremer Wetterbedingungen im Hochgebirge und Dank des unermüdlichen Einsatzes der Räumtrupps konnten am Donnerstag, 27. April, die blauen Wallack-Rotationspflüge zum „Durchstich” beim Hochtor (2.504 m) aufeinander treffen.

Auf Grund des relativ milden Winters und der ursprünglich geringeren Schneemengen wurde heuer am 11. April – mit dem Ziel vor dem 1. Mai die Öffnung der Großglockner Hochalpenstraße möglich zu machen – mit der Räumung begonnen. So konnte auf der Salzburger Seite schon in den ersten Tagen das Haus Alpine Naturschau am Oberen Nassfeld erreicht werden, auf der Kärntner Seite ging es relativ rasch bis zum Bereich Fallbichl.

 

 

„Ein Wetterumschwung, der mehr als einen Meter Neuschnee und extrem schwierige Witterungsbedingungen, begleitet von sehr schlechter Sicht mit sich brachte, hat uns dann ausgebremst“, erzählt Stefan Schwaiger, der seit 30 Jahren bei den Schneeräumarbeiten auf der Großglockner Hochalpenstraße dabei ist. „Wir haben es aber trotz allem geschafft, denn unseren eisblauen Oldtimern Jörgen, Oskar, Ander und Eisbändiger kann einfach keine Maschine das Wasser reichen – oder besser gesagt den Schnee“, schmunzelt der Fräs-Profi.

Sebastian Jury, Chef der GROHAG-Schneeräumtrupps, ergänzt: „Zeitweise mussten wir die Räumarbeiten aufgrund der täglich steigenden Lawinengefahr aussetzen. Die ‚Rotationspflüge – System Wallack‘ wurden ein gutes Stück talwärts abgestellt und haben dort auf ihren erneuten Einsatz gewartet. Denn: Sicherheit hat immer oberste Priorität!“

Moderner, sauberer Bio-Kraftstoff für Wallack-Fräsen zum 70er

Nach wie vor sind die berühmten „Rotationspflüge – System Wallack”, die erstmals im Jahr 1953 offiziell zum Einsatz gelangten, regelrechte Stars der Schneeräumung. Die Wallack-Fräsen wurden vom Erbauer der weltberühmten Panorama- und Hochgebirgsstraße, dem Wiener Ingenieur Franz Wallack, konstruiert und sind seit 70 Jahren am Großglockner im Einsatz. Darum wurden heuer, nach ersten erfolgreichen Tests im Vorjahr, alle für die Schneeräumung im Einsatz befindlichen Maschinen mit alternativem Bio-Kraftstoff, einem durch chemische Prozesse in flüssigen Kraftstoff umgewandeltes Gas, ausgestattet.

Johannes Hörl, Vorstand der Großglockner Hochalpenstraßen AG, erläutert dazu: „Der Vorteil des jetzt eingesetzten alternativen Kraftstoffes ist, dass er biologisch abbaubar und um ein Vielfaches sauberer ist als herkömmliche Dieselkraftstoffe. Er verursacht deutlich weniger Emissionen, und die Belastung mit Feinstaub wird ebenso erheblich reduziert. Es ist dies für uns ein selbstverständlicher Schritt in die richtige Richtung, da wir uns seit Jahren intensiv bemühen, unseren ökologischen Fußabdruck, immerhin konnten wir im Verlauf der letzten Jahrzehnte in allen Schadstoffklassen bereits eine Reduktion um 80 % erreichen, in den nächsten Jahren noch einmal auf 10 % vom Ausgangswert halbieren wollen.“

Das beginnt bei der Umrüstung des Fuhrparks auf E-Fahrzeuge, dem Ausbau eines umfangreichen Angebots für E-Tankstellen in der Region mit Glockner-E-Power aus 100% erneuerbarer Energie und führt bis zur Verwendung von alternativem Bio-Treibstoffen.

 

v.l.n.r.: Gerhard Lackner (GROHAG), Bgm. Martin Lackner (Gemeinde Heiligenblut am Großglockner), Sebastian Jury (Leiter Schneeräumung GROHAG), Dr. Johannes Hörl (Vorstand Großglockner Hochalpenstraßen AG), LA Bgm. Hannes Schernthaner (Gemeinde Fusch an der Großglocknerstraße) und Stefan Rieger (Lawinenkommission GROHAG)

 

Bereit für den Sommer: Großglockner Hochalpenstraße öffnet voraussichtlich am 1. Mai

Der Startschuss für die Sommersaison ist mit dem „Durchstich am Großglockner“ also hiermit gefallen. Die Großglockner Hochalpenstraße ist aufgrund der aktuellen Wettersituation und auf Empfehlung der Lawinenwarnkommission mit einer Sicherheitssperre versehen und wird frühestens am Montag, 1. Mai, offiziell geöffnet.

Bitte unbedingt vor einer geplanten Fahrt die Straßenbefahrbarkeit prüfen: www.grossglockner.at oder telefonisch unter 06546/650 von 7.00 bis 16.00 Uhr. Die Gletscherstraße zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und die Straße auf die Edelweiß-Spitze werden im Laufe der nächsten Woche freigegeben.

 

Text: Redaktion, Fotos: grossglockner.at/Franz Neumayr

28. April 2023 um