St. Veit i.D.: Albert Mellitzers große Leidenschaft ist das Imkern

Albert Mellitzer beschäftigt sich seit 35 Jahren mit Bienen. Als Fachmann in Sachen Bienenzucht und -gesundheit wird er im gesamten Bezirk Lienz geschätzt.

Im St. Veiter Ortsteil Bruggen lebt Albert Mellitzer mit seiner Familie. Hier auf etwa 1.300 Metern Seehöhe betreut er auch seine 45 Bienenvölker. „Wegen der relativ warmen Temperaturen habe ich eine Überprüfung der Vorräte heuer schon deutlich früher als in den vergangenen Jahren durchgeführt“, lässt er uns eingangs bei unserem Besuch wissen. „Jetzt im Frühjahr muss auch kontrolliert werden, ob sich die Königinnen in der Brutablage befinden“, erzählt er.

 

 

Mit der Imkerei hat der Deferegger 1987 begonnen. „Als mein Vater starb, stand ich vor der Entscheidung, seine elf Völker zu verkaufen oder mit der Imkerei weiterzumachen.“ Albert entschied sich für Letzteres – und hat es nie bereut. „Bienen haben in den Ökosystemen eine wichtige Funktion. Sie sind für die Bestäubung von Blütenpflanzen und damit für die Biodiversität unverzichtbar. Nur ein gesundes, intaktes Bienenvolk kann diese Aufgaben erfüllen. Mein Interesse für das Lebewesen Biene, die Imkerei und vor allem auch für die Bienengesundheit wurde im Laufe der Zeit immer größer. Durch Kurse, Fachzeitschriften und den Austausch mit anderen Imkern und Spezialisten habe ich mich ständig weitergebildet.“

 

 

1992 übernahm der begeisterte Imker das Amt des Gebietsobmannes für das Defereggental in der RGO-Abteilung Bienenzucht, das er bis heute inne hat. Im Jahr 2000 wurde er zum Bezirksbienensachverständigen gewählt und im März 2022 für seine verdienstvolle Tätigkeit als Bienenzuchtgesundheitswart ausgezeichnet. „An meinen 1. Einsatz in Sachen Faulbrut in Nörsach kann ich mich noch ganz genau erinnern. Zusammen mit Karl Deutsch aus Dölsach, meinem großen Lehrmeister, haben wir damals etwa 120 Völker kontrolliert. Um die Varroamilbe unter Kontrolle zu halten, ist es wichtig, die Imker – vor allem auch Neueinsteiger – laufend über Krankheiten aufzuklären. Glücklicherweise hatten wir in Osttirol nun schon seit zwölf Jahren keine Faulbrut mehr. Das hat sicher damit zu tun, dass wir der Bienengesundheit so viel Aufmerksamkeit schenken und so konsequent kontrollieren.“

 

 

Mit dem Frühlingserwachen beginnen die Bienen nun auch in den höheren Lagen in den Gebirgstälern langsam mit dem Sammeln von Pollen und Nektar. „Bei uns in St. Veit startet die Saison mit der Löwenzahnblüte am Südhang. Die spätere Alpenrosen- und Himbeerblüte sind Hauptquellen für die Bienen – und für meinen Gebirgshonig. Ende Juli ernte ich die Völker ab und füttere sie anschließend auf. Im August kann eventuell noch eine kleine Tracht von der Erikablüte eingetragen werden – das hängt aber davon ab, wie sich die Vegetation entwickelt.“

 

 

Seinen Gebirgshonig verkauft Albert Mellitzer direkt an Osttiroler*innen und Gäste. „Es handelt sich um einen reinen Blütenhonig, der aufgrund seiner Qualität und seines speziellen Geschmacks geschätzt wird.“ Albert war 1996 übrigens der erste Osttiroler Imker, der beim Wettbewerb des Tiroler Landesverbandes für seinen Honig mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde. „Honig ist ein hochwertiges Produkt, das man, ohne es zu konservieren, lange genießen kann. Man sollte Honig trocken und kühl lagern – am besten im Keller bei einer Temperatur von etwa 12 Grad“, rät er.

 

 

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat der Deferegger immer wieder auch Neo-Imker eingeschult. „Die Herausforderungen in der Bienenzucht wachsen – nicht zuletzt auch durch den Klimawandel und die dadurch erforderlichen Anpassungen. Ich helfe den Osttiroler Imkerinnen und Imkern bei Fragen und Anliegen jederzeit gerne weiter. Die Arbeit mit den Bienen ist in den letzten 30 Jahren zu meiner großen Leidenschaft geworden – und jetzt in der Pension habe ich dafür noch mehr Zeit!“

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Elias Bachmann

14. April 2022 um