Regionalenergie Osttirol: Wärme aus Holz ist klimaneutrale Zukunftswärme

Nahwärme aus Biomasse von den Osttiroler Heizwerken ist die optimale Lösung für alle, die im Zuge der „Raus aus Öl und Gas“-Förderaktion ihr Heizsystem tauschen wollen.

Die klimaneutrale Wärmeversorgung ist eine der größten Herausforderungen der Zukunft. Alleine in Tirol sind bis 2035 rund 60.000 Ölheizungen zu tauschen. Auf Bezirksebene liegen keine offiziellen Zahlen vor, die Biowärme Tirol schätzt die Anzahl in Osttirol aber auf zumindest 3.600 Anlagen. Ewig beim Tausch Zeit lassen kann man sich dabei aber nicht: Bis 2025 müssen Anlagen, die älter als 25 Jahre sind, ausgewechselt werden – es besteht also in den nächsten drei Jahren Handlungsbedarf bei allen Heizanlagen, die vor der Jahrtausendwende eingebaut wurden.

 

v.l.n.r.: Ferdinand Mossegger (Geschäftsführer Regionalenergie Osttirol), die Heizwarte Oliver Lukasser und Michael Oberforcher, Thomas Mühlmann (Betriebsleiter Stadtwärme Lienz)

 

„Die Umstände sind momentan so günstig wie noch nie zuvor. Gerade im Bereich der privaten Haushalte sind die ‚Raus aus Öl und Gas‘-Förderungen durch Land und Bund gegenwärtig sehr hoch und können bei niedrigen Einkommen bis zu 100 Prozent betragen“, so Andreas Moser, Koordinator der Biowärme Tirol. Eine Beratung im Vorfeld durch die Energie Tirol ist dabei zu empfehlen. Die Umsetzung erfolgt durch einen Installations-Betrieb in Abstimmung mit dem jeweiligen Heizwerk.

 

 

Ein Lösungsansatz liegt in der Verdichtung und im Ausbau der Biomasse-Nahwärme. Die Heizwerke verfolgen regionale Wirtschaftskonzepte, weshalb die Wertschöpfung in Osttirol bleibt. Gerade in Jahren wie den vergangenen mit großem Schadholzanfall sind die Biomasse-Heizwerke wichtige Partner. Doch auch für die EndkundInnen bietet die Nahwärme einen großen Vorteil: Sie stellt die bequemste Wärmeversorgung dar, bei der kein Lagerraum notwendig ist und der Ölkessel durch eine deutlich kleinere Übergabestation ersetzt wird. Darauf setzt man in Osttirol bereits seit Jahren.

 

1994 wurde Robert Ladstädter mit der Lichtgenossenschaft St. Jakob in Defereggen und dem Heizwerk aktiv.

 

Bereits 1994 wurde die erste Anlage durch die Lichtgenossenschaft St. Jakob errichtet, aktuell leitet Andreas Ladstätter in zweiter Generation die Geschäfte. „Im letzten Jahr konnten wir kräftig ausbauen, das Heizhaus auf den neuesten Stand der Technik bringen und einen Pufferspeicher mit 100 Kubikmetern aufrüsten. So konnten wir rund 30 neue Kunden gewinnen“, berichtet er. Ähnliches gilt für die Regionalenergie Osttirol, deren 18 Anlagen seit 2020 durch Ferdinand Mossegger geleitet werden. „Ein derartiger Heizbetrieb funktioniert nur hervorragend im Team“, zeigt er sich von seinen engagierten Heizwarten Michael Oberforcher, Oliver Lukasser und Michael Weiler begeistert.

 

Auch die Ortswärme Matrei gehört zur Regionalenergie Osttirol.

 

Die größte Anlage Osttirols, die Stadtwärme Lienz, installierte erst kürzlich Wärmepumpen. „Sie entnehmen weitere Abwärme aus dem Rauchgas und speisen diese in das Gesamtsystem ein“, sagt Betriebsleiter Thomas Mühlmann. Peter Paul Guggenberger, einer der Osttiroler Heizwerkpioniere, ist im Heizwerk Sillian im Einsatz. Neben den genannten gibt es auch von Gemeinden betriebene Anlagen. Alle Heizanlagen eint, dass sie ihr Netz zunehmend vergrößern und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung setzen. An der Nahwärme Interessierte finden alle Betriebe zum „Andocken“ auf der Geo-Landkarte der Biowärme Tirol.

 

Text: Redaktion, Fotos: Stadtwärme Lienz, Regionalenergie Osttirol, Lichtgenossenschaft St. Jakob

18. Februar 2022 um