Tourismusverband Osttirol will Projekt „Kletterhalle Lienz” massiv vorantreiben
Für den TVBO als Bauherrn kommt nur der Standort beim Dolomitenbad in Lienz in Frage. Rund 5 Millionen Euro sollen investiert werden.
„Bereits 2014 haben Vorstand und Aufsichtsrat des Tourismusverbandes Osttirol im Rahmen der Destinationsstrategie das Projekt Kletterhalle als Sommerinfrastrukturprojekt mit Priorität 1 bewertet. Seitdem beschäftigen wir uns intensiv mit der Planung und Finanzierung einer Kletterhalle in Lienz“, so Franz Theurl, Obmann des TVBO, bei einem Medientermin am 16. Feber. Zusammen mit Werner Frömel, Obmann der Alpinplattform Lienz, stellte er Details des Projektes und weitere geplante Schritte vor.
„Beim Planungsverband Lienzer Talboden stellten die Lienzer Bgm. Elisabeth Blanik und ihr Amtskollege aus Nußdorf-Debant, Andreas Pfurner, den Antrag, die Kletterhalle in Debant zu errichten. Dem können wir nichts abgewinnen. Der Standort beim Dolomitenbad in Lienz hat mehrere Vorteile. Mit nur 850 m² Grundverbrauch ist die Bodenversiegelung gering. In Debant würde man rund vier Mal so viel Grund benötigen. In Zusammenhang mit Förderungen und einer wirtschaftlichen Führung ist die Nutzung der Halle im Rahmen des Schulsports wichtig. Auch deswegen ist Lienz als Standort zu favorisieren“, so Theurl.
Bgm. Elisabeth Blanik sagt dazu: „Dass ich zusammen mit Andreas Pfurner einen Antrag beim Planungsverband gestellt habe, in Debant eine Kletterhalle zu errichten, stimmt schlichtweg nicht. Fakt ist, dass es einen einstimmigen Beschluss des PV 36 gibt, dass man hinter dem Projekt des Alpenvereins steht. Verschiedene Standorte in Lienz, Nußdorf-Debant und auch anderswo sollen nach den einzelnen Kriterien geprüft und beurteilt werden. Dann sollen die Bürgermeister des Planungsverbandes gemeinsam entscheiden, natürlich unter Einbeziehung des Tourismusverbandes. Einbezogen müssen auch die anderen beiden Planungsverbände im Bezirk werden, da Landesmittel für eine Osttiroler Kletterhalle abgeholt werden sollen.“

2.500 Quadratmeter Kletterfläche umfasst das Projekt an der Drau in Lienz. „In der Vorstiegshalle kommen wir auf 17 Meter Wandhöhe. Insgesamt hat das Gebäude eine maximale Höhe von 19 Metern. Auf Empfehlung des Österreichischen Kletterverbandes haben wir Ralf Preindl mit einer konkreten Analyse beauftragt. Er hat unter anderem auch die Kletterhallen in Brixen und Bruneck geplant. Am 7. Feber hat Ralf Preindl seine Studie bei einer Besprechung mit allen alpinen Vereinen vorgestellt. Mit 99 Prozent favorisiert auch der Experte den Standort in Lienz. Eine wirtschaftliche Führung einer Kletterhalle ist nur in Lienz möglich – vor allem auch wegen der Verkehrssituation, dem Einzugsgebiet und den vielen Schulen in der Stadt und ihrer unmittelbaren Umgebung“, erklärte Werner Frömel.
Um eine weitere Bearbeitung und Entscheidung über den Bau herbeiführen zu können, bräuchte es einen Gemeinderatsbeschluss über die Einräumung eines Baurechtes auf dem Grundstück, das sich im Eigentum der Stadt Lienz befindet. „Wir gehen von rund 5 Mio. Euro Investitionskosten aus. Wenn die Halle auch für den Schulsport genutzt werden kann, können wir mit 40 % Förderung durch den Bund und 40 % Landesförderung rechnen. Die verbleibenden 20 % Eigenmittelfinanzierung wurden im Aufsichtsrat des Tourismusverbandes Osttirol bereits beschlossen“, informierte Theurl.

Seitens des Tourismusverbandes wünscht man sich den Alpenverein als Betreiber der Kletterhalle. „Als nächsten Schritt wollen wir nach der Konstituierung des neuen Lienzer Gemeinderates die Bereitstellung des Grundstückes – also die Einräumung eines Baurechtes – erreichen. Unser Wunsch ist es, bereits im Herbst 2022 mit der Errichtung der Kletterhalle zu beginnen. Für den Tourismusverband Osttirol als Bauherrn kommt nur der Standort beim Dolomitenbad in Lienz in Frage. Eine Kletterhalle an einem anderen Standort – wie etwa in Debant – würden wir nicht bauen“, betonte der Tourismusverbands-Obmann abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Visualisierung: Aberjung