„Mehr als gut …“: Loacker präsentierte 360-Grad-Markenrelaunch

Der Waffel- und Süßwarenhersteller mit Werken am Ritten (Südtirol) und in Heinfels setzt auf Nachhaltigkeit, kontrollierten Anbau, neue Rezepturen und weniger Zucker.

Von A wie Anbau bis Z wie Zuckerreduktion – bei einem Medientreffen im Loacker-Hauptsitz in Unterinn stellten Ulrich Zuenelli (Präsident des Verwaltungsrates) und Vize-Präsident Andreas Loacker die Eckpunkte der neuen Kampagne „Mehr als gut …“ vor. Der 360-Grad-Markenrelaunch sieht nicht nur eine Verbesserung der Rezepturen vor, sondern vereint auch alle Aspekte der Nachhaltigkeit: den Anbau, die Produktion, die Lieferketten, das Packaging und so weiter. Am Standort in Heinfels sind über 400 Mitarbeiter beschäftigt. Jährlich werden dort etwa 24.000 Tonnen an Waffelspezialitäten und Süßwaren hergestellt.

 

Vize-Präsident Andreas Loacker (links) und Präsident Ulrich Zuenelli: „Die große Stärke von Loacker ist Natürlichkeit. Wir verzichten auf künstliche Aromen, Farb- und Konservierungsstoffe und legen großen Wert auf einen unverfälschten Geschmack.“

 

Die Marke Loacker ist heute weltweit bekannt. In über 100 Ländern werden die Waffel- und Schokoladenspezialitäten verzehrt. Das 1925 von Alfons Loacker gegründete Familienunternehmen entwickelte sich von einer kleinen regionalen Konditorei zu einer weltweit bekannten Marke. Mittlerweile ist die 3. Generation am Ruder. Zum Unternehmen zählen neben Produktionsstätten in Unterinn am Ritten (seit den 1970er-Jahren) und Heinfels in Osttirol (seit den 1990er-Jahren) mehrere Cafés mit Markengeschäft.

 

Vize-Präsident Andreas Loacker: „Soziale und ökologische Nachhaltigkeit, Fairness gegenüber Lieferanten, Kunden und MitarbeiterInnen, das Streben nach Unabhängigkeit und Bodenständigkeit waren immer schon Werte, die wir hochgehalten haben. Heute beschäftigen wir in drei Werken mehr als 1.000 MitarbeiterInnen und erwirtschaften einen Umsatz von rund 350 Mio. Euro jährlich. Mehr Genuss, weniger Zucker und gentechnikfreie Rohstoffe – das sind die Eckpunkte unserer neuen Rezepturen.“

 

Nicht von Quartal zu Quartal zu denken, sondern in Generationen, unterscheidet das Familienunternehmen von vielen Mitbewerbern am Markt. Jede Innovation, jede Handlung wird dahingehend geprüft, wie sie sich langfristig auswirkt – nach innen und außen in Bezug auf die Dimensionen Umwelt, Wirtschaft, Mensch. Loacker nimmt sich als wichtiger Teil dieses Gefüges wahr und als solcher seine Verantwortung ernst. Ausdruck findet diese territoriale Verbundenheit auch im Logo – das Schlernmassiv als Wahrzeichen von Südtirols Naturlandschaft ist als wesentliches Bildelement vollständig im neuen Logo integriert worden. Es ist die erste umfangreiche Designänderung seit 1994.

 

Präsident Ulrich Zuenelli: „Wir wählen bei der Beschaffung von Rohstoffen den direkten und nachhaltigen Weg. Den Großteil des Haselnussbedarfs wollen wir in den nächsten Jahren über Eigenanbau und Vertragsanbau decken. Dabei handelt es sich um Bauern, die Haselnüsse exklusiv und langfristig im Auftrag von Loacker anbauen.“

 

Neue Rezepturen: Mehr vom Guten

Wichtiger als die Form ist jedoch das, was sich darin befindet. Dabei geht es stärker denn je um die Aspekte Natürlichkeit und Gesundheit. Loacker hat hierfür die Rezepturen dahingehend abgeändert, als dass mehr hochwertige Inhaltsstoffe, die von den verschiedenen Nachhaltigkeitsprojekten bezogen werden, eingesetzt werden. Gleichzeitig wurde der Zuckeranteil an den Produkten um bis zu 5 Prozent verringert. Das Ergebnis sind Erzeugnisse, die unverfälscht und natürlich im Geschmack sind und als weniger süß empfunden werden.

 

„Natürlicher Genuss aus Tirol“: Inmitten der Tiroler Bergwelt stellt die Firma Loacker in ihren Werken in Unterinn am Ritten (Südtirol) und Heinfels (Osttirol) ihre süßen Köstlichkeiten her. Beide Werke liegen auf etwa 1.000 Metern Seehöhe.

 

Rohstoffe: Ohne Umwege vom Bauern zum Konsumenten

Hinter den wesentlichen Rohstoffen in den Loacker-Produkten stecken Projekte, die von Nachhaltigkeit getragen werden. Wie aber wird der Unternehmenswert Nachhaltigkeit bei Loacker gelebt und messbar gemacht? Eine wesentliche Neuerung betrifft hierbei den Bereich Schokolade. Loacker hat zwei Vertikalisierungsprojekte in Südamerika und in der Elfenbeinküste gestartet, um die Kakaobohnen für die Kakaomasse zu beschaffen. Das alles läuft auf direktem Weg über die Organisationen Farmstrong Foundation (Elfenbeinküste) und Maquita (Ecuador). Dadurch stellt Loacker sicher, dass die Bauern unter anderem fair entlohnt werden und Schulungsangebote erhalten, die über das Thema des richtigen Anbaus hinausgehen. Ab September nimmt Loacker eine Schokoladelinie in Betrieb, in der die Kakaomasse aus den beiden Farming-Programmen zu Schokolade weiterverarbeitet werden. Somit wird Loacker künftig die gesamte Wertschöpfungskette im Bereich Kakao – von der Kakaobohne bis zum fertigen Schokoladeerzeugnis – selbst kontrollieren können. Dies schließt Abhängigkeiten von Dritten aus und ermöglicht weitere Qualitätssteigerungen.

 

Loacker setzt seit der Unternehmensgründung 1925 ausschließlich auf Haselnüsse aus Italien. In der Toskana baut Loacker auf 240 Hektar eigenen Flächen Haselnüsse an. Den Rest liefern Bauern im Rahmen eines Vertragsanbau-Projektes.

 

Die Themen soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit stehen auch beim Thema Vanille im Fokus von Loacker. Vor einigen Jahren hat das Familienunternehmen die Beschaffung der wertvollen Schoten auf völlig neue Beine gestellt. Loacker arbeitet in der Sava-Region im Norden Madagaskars direkt mit kleinen Gruppen von Vanillebauern zusammen. Im Bereich der Haselnussproduktion setzt Loacker ausschließlich auf Haselnüsse aus Italien. In zwei eigenen Betrieben in der Toskana baut Loacker auf ca. 240 Hektar Haselnüsse an. Dazu kommen rund 500 Hektar bereits gepflanzte Flächen von 90 Betrieben, die an einem Vertragsanbau-Projekt in Venetien, Umbrien, der Toskana und den Marken teilnehmen. Dabei handelt es sich um Bauern, die Haselnüsse exklusiv und langfristig im Auftrag von Loacker anbauen. Bis 2030 will der Waffel- und Süßwarenhersteller den Großteil des Eigenbedarfs mittels Eigenanbau und Vertragsanbau decken.

 

Bei „Dolomites Milk“ in Niedervintl werden Molke und Milch von Südtiroler Bauern für die Weiterverarbeitung zu Loacker-Produkten getrocknet.

 

Milch- und Molkepulver ausgezeichneter Qualität bezieht Loacker seit einigen Monaten direkt aus Südtirol, und zwar im Rahmen des Joint Ventures „Dolomites Milk”. In Niedervintl werden Molke und Milch von Südtiroler Milchhöfen für die Weiterverarbeitung zu Loacker-Produkten getrocknet. Beim Verpackungsmaterial verfolgt Loacker die Devise: „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“. Loacker ist es gelungen, seit 2018 die Menge an Kunststoffverpackungen um 120 Tonnen pro Jahr zu verringern – das entspricht einer Einsparung von rund 15 Prozent beim Verpackungsmaterial und von 600 Tonnen bei den CO²-Emissionen.

 

 

Auch im Bereich der Transportverpackungen machte Loacker einen nachhaltigen Schritt vorwärts. Die Verwendung einer dünneren Verpackungsfolie brachte eine Materialeinsparung von rund 10 Tonnen mit sich. Loacker schränkte den Einsatz von Kunststoff-Folien ein und ersetzte sie durch Kartone. Zudem investierte das Unternehmen 2018 am Standort Heinfels in einen neuen Stretcher, der die Paletten zur Ladungssicherheit mit einer Stretchfolie umhüllt. Die Menge an Kunststofffolie verringert sich mit beiden Stretchern um 3 Tonnen jährlich.

„Nachhaltig zu sein bedeutet für uns auch, den Kunden und der Öffentlichkeit gegenüber transparent zu kommunizieren, was wir machen und damit andere zu sensibilisieren, einen ähnlichen Weg einzuschlagen – zum Wohle von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt“, betonten Ulrich Zuenelli und Andreas Loacker abschließend.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Loacker, Osttirol heute/Mühlburger

12. Juli 2021 um