Matrei: Tirol gewann „Gaumenspiel“ gegen die Steiermark

Bei einem kulinarischen „Freundschaftsspiel“ begeisterten die beiden Spitzenköche Werner Wibmer (Naturhotel Outside) und Franz Danklmaier (Grafenwirt in Aich) 80 Gäste.

Während bei der Fußballweltmeisterschaft in Russland die Partie Portugal gegen Spanien im Gange war, kam es im Naturhotel Outside in Matrei zu einem kulinarischen „Rückspiel“. Zu Gast bei Haubenkoch Werner Wibmer war Franz Danklmaier vom Grafenwirt in Aich (Steiermark). Die beiden kochten früher gemeinsam bei Martin Sieberer, einem der bekanntesten Köche Österreichs, im Trofana Royal in Ischgl. Werner Wibmer war im Vorjahr zu Gast beim ersten „Gaumenspiel“ in Aich und gewann diesen kulinarischen Wettstreit mit 4:1 gegen Franz Danklmaier. Am Freitagabend, 15. Juni, kam es nun zum „Rückspiel“ in Matrei in Osttirol. Unter den 80 Gästen waren neben Martin Sieberer auch Haubenkoch Ernst Moser vom Saluti in Matrei.

 

Franz Danklmaier in Action

 

Die beiden Spitzenköche kochten jeweils 5 Gänge für ihre Gäste. Ohne zu wissen, von welchem Koch das jeweilige Gericht stammt, hatten die Gäste im Anschluss an jeden Gang die Qual der Wahl. Per Handzeichen mussten sie darüber abstimmen, welche kulinarische Kreation ihren Geschmack besser getroffen hatte. Robert Wieser moderierte den Abend in gewohnt kurzweiliger und witziger Art und Weise.

 

 

Die Vorberichterstattung begann um 18.30 Uhr bei wunderschönem Wetter im Garten des Hotels Outside. Zum Aperitif „Grenzgänger” (Bier verfeinert mit Hibiskusblüte) wurden Räucherfischmousse mit Rohnen und Karottencreme, Ochsenschwanzpraline mit Sellerie und Kresse sowie gefüllter Champignon mit Paprika-Mayonnaise und Goldhirse am Spieß gereicht.

 

Werner Wibmer bei der Arbeit

 

„Anpfiff“ war um 19.15 Uhr. Nun startete der kulinarische Genussreigen mit Paradeiser Brotsalat (Käferbohne/Basilikum/Senf) und „Frühlingsgenuss“ (Paprika/Buttermilch/Mangold). Bei der Abstimmung gewann der Paradeiser Brotsalat. Als 2. Gang wurde eine Schaumsuppe vom Zuckermais (Grammel/Speck) und eine Zucchinischaumsuppe (Selchfleischröllchen/Wurzelgemüse/Mandel) serviert. Die Abstimmung ging eindeutig zugunsten der Zucchinischaumsuppe aus. Danach kamen die Gäste in den Genuss von köstlichen Fischgerichten – Waller (Kohlrabi/Apfel/Kren) und Saibling (Rahmlauch/Kürbis/Tomatenschaum). Die Mehrheit der Gäste entschied sich für den Saibling als besseres Gericht.

 

16 MitarbeiterInnen waren in Küche und Service im Einsatz. An die 900 Teller wurden serviert.

 

Die Entscheidung besonders schwierig war ob der geschmacklichen Raffinesse beim Hauptgang – Kräuterferkel (Schopf/Topinambur/Chinakohl/Marille) und Dry Aged Beiried (Kartoffelterrine/Karfiol/Bohnen). Die Abstimmung ging zugunsten der Beiried aus. Auch die beiden Desserts standen den vorher servierten Gerichten in nichts nach – geschmacklich, optisch und auch, was das raffinierte Spiel mit verschiedenen Konsistenzen betrifft. Schmelzende Schokoladentatare (Preiselbeer/Waldmeister) und „Tutti Frutti“ (Maracuja/Limette/Kokos/Ananas) hatten die beiden Köche auf die Teller gezaubert. „Tutti Frutti“ gewann die Abstimmung knapp.

 

 

Nun kam es zum Höhepunkt des Abends – der Verkündung des Ergebnisses. Mit viel Applaus wurden Franz Danklmaier und Werner Wibmer empfangen, als sie nach getaner Arbeit die Küche verließen. Robert Wieser präsentierte nun das Ergebnis.: „Werner Wibmer hat mit 4:1 gewonnen!” Der Tiroler Koch gewann also auch das „Rückspiel“ gegen seinen steirischen Herausforderer Franz Danklmaier.

 

Franz Danklmaier gratulierte Werner Wibmer zum Sieg.

 

Zum Abschluss gab es noch ein Quiz mit Fragen aus dem Publikum. Dieses entschied mit 5:2 eindeutig Franz Danklmaier für sich. Rechnet man die Kochkünste und das Wissen der beiden Köche zusammen, war die Leistung mit 6:6 also wieder ausgeglichen. Alles in allem zeigten sich die Gäste am Ende des „Gaumenspiels“ von den kulinarischen Kreationen der beiden Kochkünstler begeistert und diskutierten noch lange über deren außergewöhnliche Performance beim „Rückspiel“ im Naturhotel Outside in Matrei.

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Privat

16. Juni 2018 um