Erfolgreiches Jahr für jungen Musiker aus Heinfels

„Es braucht Zeit, seinen eigenen Sound zu finden!“, meint Thomas Hofmann. Hinter dem Heinfelser, der schon seit seiner Kindheit musiziert, liegen ereignisreiche Monate.

11 Jahre alt war Thomas, als er mit dem Schlagwerk-Unterricht bei Siegfried Tschapeller an der Landesmusikschule Sillian-Pustertal startete. Mit Begeisterung widmete er sich den Drums, übte fleißig und viel und begann schließlich, sich mit den Songs verschiedener Bands intensiv auseinanderzusetzen. „Mit der Zeit kannte ich jeden Rhythmus, jedes Fill und jeden Beckenschlag auswendig. Sobald ich den Sound im Kopf hatte, spielte ich die Songs am Drumset. Die Melodie summte ich im Kopf mit“, blickt der Heinfelser auf seine Anfänge zurück. Später analysierte er Videos bekannter Schlagzeuger und war fasziniert von deren Können und Ausdruckskraft. Mit „Ich wollte das auch können“ erklärt er den unbändigen Willen, selbst besser zu werden und sich stetig weiterzuentwickeln. „Irgendwann reichte es mir aber nicht mehr, nur anderen Drummern nachzueifern. Ich suchte meinen eigenen Stil. Heute sind gute Schlagzeuger für mich Inspiration, aber keine Kopiervorlage mehr.“

 

 

Woher seine Faszination für die Musik kommt, wollen wir von Thomas wissen. „Wahrscheinlich habe ich sie von meinem Opa, einst Kapellmeister in Außervillgraten, `geerbt`, antwortet er schmunzelnd. Seinen Großvater dürfte auch jene Beharrlichkeit ausgezeichnet haben, die Thomas auf seinem Weg hin zu einem außergewöhnlich guten Schlagzeuger vorantreibt. An der Perfektion, wie er seine Drums spielt, feilte der heute 24-Jährige auch in den Monaten, als er seinen Militärdienst als Musiker bei der Militärmusik Tirol ableistete. „Ich konnte dort einiges von erfahrenen Schlagwerk-Kollegen lernen“. An die Konzerte mit dem bekannten Klangkörper erinnert er sich heute genauso gerne wie an seinen eigenen ersten Auftritt als Drummer. „Ich trommelte bei der Volkstanzgruppe Heinfels mit Sticks zu den Klängen einer Ziehharmonika“, sagt er und meint, dass er damals wohl sieben Jahre alt gewesen sein dürfte.

Dave Weckl, Benny Greb, Jost Nickel und Luke Holland nennt uns Thomas auf die Frage, ob er momentan so etwas wie Idole habe. „Gute Musik gibt einem die Motivation, das zu erreichen, was man sich erhofft“, hält er diesbezüglich fest und berichtet, dass seine Lieblingsmusik wechsle: „Früher interessierten mich der Speed von Metal und satte Rockrhythmen. Mit der Zeit wurde ich vielseitiger. Ich hörte HipHop, dann Funk, dann Jazz. Heute mag ich alles, was gute Stimmung macht und groovt. Hier darf natürlich eine Polka oder ein schneidiger Marsch nicht fehlen.“ Mit der Blasmusik fühlt er sich eng verbunden. Nicht von ungefähr war der Osttiroler auch lange Zeit selbst Musiker bei der MK Heinfels, die er seit Februar diesen Jahres als Kapellmeister leitet.

Dass er den international besetzten „Austrian Drummer Award“ im heurigen Mai, nach dem Erfolg im Jahr 2016, schon zum zweiten Mal nach Osttirol heimholen konnte, freut ihn als Schlagzeuger besonders. Im Innsbrucker Treibhaus setzte sich der Heinfelser Mitte Mai 2018 mit einer überzeugenden Leistung durch. Er siegte mit 100 von 100 möglichen Punkten! Dazu kann man dem virtuosen Schlagzeuger nur gratulieren! Es dürfte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass über eine Glanzleistung des Osttiroler Musikers berichtet werden kann!

 

Text: J. & E. Hilgartner, Fotos: Martin Lugger

16. Juni 2018 um